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Höhere Home-Office-Quote bei der BayernLB

Die BayernLB erwartet im eigenen Haus eine dauerhafte Home-Office-Quote zwischen 25 und 30 Prozent. Derzeit ist diese Quote aber wesentlich höher.

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© Photographee.eu / stock.adobe.com

Bayerns Landesbank, die BayernLB, rechnet mit einer höheren Home-Office-Quote, die in einer Spanne zwischen 25 und 30 Prozent liegen dürfte. Die Münchener Bank war früh von der Corona-Pandemie betroffen, teils durch aus Südtirol zurückkehrende Kollegen, und hatte deshalb zügig die Heimarbeit ausgeweitet. Ein Teil davon wird auch nach dem Ende der Krise erhalten bleiben, meint Finanzvorstand Markus Wiegelmann.

80 Prozent arbeiten derzeit von zu Hause aus
„In der Spitzenzeit haben zwischen 80 und 90 Prozent der Mitarbeiter im Home Office gearbeitet”, sagte er in einem Interview mit Bloomberg. In den Büros der Bank seien im Wesentlich nur noch Kollegen aus kritischen Bereichen gewesen, etwa aus dem Zahlungsverkehr oder dem Handel. Derzeit liege der Heimarbeit-Anteil bei knapp unter 80 Prozent.

Wiegelmann zufolge gibt es zwar keine Zielvorgaben dazu, wie viele Mitarbeiter bis zu welchem Zeitpunkt ins Büro zurückkommen sollen. Die Entscheidung dazu werde den Leitern der jeweiligen Bereiche überlassen.

Eines jedoch zeichne sich ab: “Der Home-Office-Anteil wird bei uns nach der Krise sicherlich höher sein als davor. Vor der Krise lag er bei 10 bis 15 Prozent, künftig dürfte er sich dauerhaft bei 25 bis 30 Prozent einpendeln.“ Das liege auch an den guten Erfahrungen mit dieser Art des Arbeitens in den vergangenen Monaten. So habe die IT trotz verstärktem Home Office keine Probleme gemacht.

Rund 20 Infizierte
Auch viele andere deutschen Banken - darunter die DZ Bank und die HypoVereinsbank - hatten angesichts der Pandemie Mitarbeiter ins Home Office geschickt. Nun laufen Überlegungen dazu, wann und in welchem Umfang die Kollegen ins Büro zurückgeholt werden sollen. Dabei wird deutlich, dass vielerorts die Home-Office-Quoten auch nach dem Abklingen der Pandemie erhöht bleiben dürften. So rechnete etwa DekaBank-Vorstand Daniel Kapffer unlängst in einem Bloomberg-Interview damit, dass bis zu einem Drittel der Belegschaft auf Dauer von daheim arbeiten wird (Institutional Money berichtete).

Bayern, die Heimat der BayernLB, war von Anbeginn stärker als andere deutsche Regionen von der Pandemie betroffen. “Das lag auch an der Nähe zu Österreich und Südtirol, wo viele von hier zum Skifahren waren”, sagte Wiegelmann. Nach den Faschingsferien Ende Februar habe es eine große Infektionswelle in seinem Bundesland gegeben. “Auch wir hatten in der Phase sehr früh erste Fälle, teils bei aus Südtirol zurückkehrenden Mitarbeitern.“

Laut Personalchefin Susanne Kober waren rund 20 Kollegen der Landesbank nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Sie wies auch darauf hin, dass Bewerbungsgespräche mit Nachwuchskräften in den vergangenen Wochen ausschließlich über Videotelefonate geführt wurden. “Einstellungen erfolgten, ohne den Kandidaten persönlich getroffen haben”, erklärte sie.

Für neue und zurückkehrende Mitarbeiter hat die BayernLB in ihren Büros diverse Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So zeigen Kober zufolge beispielsweise Abbildungen im Intranet, welche Sitzordnungen einzuhalten sind. Zudem wird in bestimmten Teilen der Bank die Laufrichtung vorgegeben.

Dienstreisen erlaubt
Bei den Dienstreisen, die seit dem Ausbruch der Pandemie tabu waren, gibt es inzwischen Lockerungen. “Jetzt sind sie wieder möglich, aber nur in Abstimmung mit den Bereichsleitungen und nur, wenn sie absolut notwendig sind”, sagte Wiegelmann. Er glaube, dass das Reisen nach der Krise stark abnehmen werde, besonders innerdeutsch. Bei Kunden beobachten er Offenheit, Treffen auch per Videokonferenzen abzuhalten.

Home Office bringt viele Vorteile
Das könnte die Ausgabenseite der Bank ebenso entspannen wie der möglicherweise abnehmende Bedarf an Büros. “Die auch zukünftig verstärkte Nutzung des Home Office dürfte sich perspektivisch auch ein Stück weit in unseren Immobilienkosten widerspiegeln”, sagte Wiegelmann.

Ähnlich hatte sich vergangene Woche bereits der Chef der Deutschen Bank geäußert. Die Arbeit von Zuhause werde für die Bank “nicht unerhebliche” Einsparungen bewirken, sagte Christian Sewing in einem Webinar von Bloomberg.

Laut einer Studie der DZ Bank bietet das Arbeiten von daheim viele Vorteile, etwa die Entlastung von Straßen und Schienen in den Ballungsräumen. Zudem könne die Zeit für das Pendeln zum Arbeitsplatz besser genutzt werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ließe sich verbessern. Und auch die angespannten Wohnungsmärkte in den Großstädten würden profitieren. (aa)

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