Helaba und LBBW: So lief es im ersten Halbjahr
Der Gewinn der LBBW sinkt in den ersten sechs Monaten 2025 aufgrund der Integration der Berlin Hyp leicht. Bei der Helaba stieg der Gewinn hingegen um zirka zehn Prozent - aufgrund guter Entwicklungen im Immobiliengeschäft.

Bei der LBBW ist der Gewinn im ersten Halbjahr 2025 nach Sondereffekten leicht geschrumpft. Das lag in erster Linie an Kosten im Zusammenhang mit der Integration des zugekauften Immobilienfinanzierers Berlin Hyp. Darüber berichtet Bloomberg News unter Berufung auf Unternehmenszahlen.
Integrationskosten kommen teuer
Das Konzernergebnis vor Steuern belief sich auf 705 Millionen Euro, verglichen mit 731 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die Landesbank am Mittwoch mitteilte. Der um die Integrationskosten bereinigte Gewinn betrug 759 Millionen Euro und lag damit über dem Wert des Vorjahres.
Die 2022 erworbene Berlin Hyp wurde zum 1. August dieses Jahres rechtlich in die LBBW integriert und mit dem eigenen gewerblichen Immobiliengeschäft zusammengelegt. Die LBBW bezifferte die dadurch entstandenen Aufwendungen auf 54 Millionen Euro. Sie verwies hier auf IT-Effekte und Restrukturierungsrückstellungen.
Früheren Angaben zufolge sollen bei der Integration der Berlin Hyp rund 300 Stellen wegfallen, wobei ein Großteil durch andere Jobs im Konzern und den demografischen Wandel aufgefangen würden.
Hohe Gewinne in vier Segmenten
Jenseits der Berlin-Hyp-Integration konnte die Landesbank in ihren vier operativen Segmenten jeweils dreistelligen Millionengewinne erzielen, die sich auf oder über dem Niveau des Vorjahreszeitraums bewegten. Das galt auch für das Segment Immobilien/Projektfinanzierungen, in dem das Ergebnis vor Steuern auf 205 Millionen Euro kletterte.
“Das Ergebnis zum Halbjahr zeigt: Die LBBW ist strategisch gut aufgestellt, leistungsstark und resilient”, sagte Vorstandschef Rainer Neske.
Geringere Risikovorsorge notwendig, Gewinnziel bekräftigt
Beim diesjährigen Stresstest europäischer Kreditinstitute hatte die LBBW unter den Landesbanken am schwächsten abgeschlossen, zumindest mit Blick auf die harte Kernkapitalquote am Ende eines dreijährigen Negativ-Szenarios. Die CET1-Quote, eine der wichtigsten Messzahlen für die Finanzstärke, ging bei der LBBW um über zehn Prozentpunkte auf 6,8 Prozent zurück.
Im ersten Halbjahr verringerte sich die Risikovorsorge bei der LBBW auf 107 Millionen Euro, verglichen mit 118 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Sie geht im Wesentlichen auf konkrete Einzelfälle im Immobiliengeschäft zurück, hinzu kommen vereinzelte Fälle bei Unternehmenskunden.
Die LBBW bleibt bei ihrer Prognose für das Gesamtjahr. Die Landesbank rechnet weiterhin mit einem Gewinn vor Steuern von über einer Milliarde Euro.
Helaba-Gewinn steigt dank Erholung des Immobiliengeschäfts
Bei der Helaba ist der Gewinn im ersten Halbjahr um rund ein Zehntel gestiegen. Auftrieb brachte unter anderem laut Bloomberg News die gute Ergebnisentwicklung im Immobiliengeschäft, das in der Vergangenheit wegen hoher Risikovorsorge zeitweise noch Sorgen bereitet hatte.
Der konzernweite Gewinn vor Steuern verbesserte sich in den ersten sechs Monaten auf 458 Millionen Euro, verglichen mit 413 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie die Helaba am Donnerstag mitgeteilt hat.
Im Segment Immobilien kletterte das Ergebnis um ein Drittel auf 121 Millionen Euro. Die Risikovorsorge stabilisierte sich. Sie lag bei 46 Millionen Euro.
“Eine geringere Inflation und ein niedrigeres Zinsniveau wirken positiv auf die Kapital- und die Immobilienmärkte”, sagte Helaba-Chef Thomas Groß.
Die jüngsten Entwicklungen könnten erklären, warum die Helaba womöglich ein Auge auf den Immobilienfinanzierer Aareal Bank geworfen hat. Unlängst drang aus informierten Kreisen, die Helaba erwäge eine Übernahme. Mit einer solchen Transaktion würde sie ihre Stellung bei Immobilien ausbauen, nachdem sie beim Bieterwettstreit um die Berlin Hyp leer ausgegangen war.
Groß wollte die Berichte zur Aareal Bank am Donnerstag nicht kommentieren. Er sagte allgemein, dass anorganisches Wachstum für die Bank immer eine Option sei, mit der sie sich beschäftige.
Gewinnsprung im Segment Corporates & Markets
Neben dem Immobiliengeschäft verzeichnete die Helaba im ersten Halbjahr auch einen Gewinnsprung im Segment Corporates & Markets, in dem unter anderem Finanzierungen für Unternehmen angeboten werden. Die Risikovorsorge ging im Vergleich zum Vorjahr zurück.
Einen Ergebnisrückgang meldete die Helaba hingegen für das Segment Retail & Asset Management. Ursachen seien ein einmaliger positiver Bewertungseffekt bei der Tochter Frankfurter Sparkasse im vergangenen Jahr sowie ein Anstieg des Verwaltungsaufwands gewesen, hieß es.
Für das Gesamtjahr erwarten die Helaba unverändert einen Vorsteuergewinn “nur leicht” unter dem Vorjahresniveau. Damals hatte die Helaba 767 Millionen Euro verdient. Mittelfristig will die Bank ein Ergebnis von “nachhaltig” über 1,0 Milliarden Euro erwirtschaften. (aa)


