HCOB: Flugzeugfinanzierungsgeschäft landet bei Deutscher Bank
Die Expansion in der Finanzierung von Flugzeugen oder Teilen davon endet bei der Hamburg Commercial Bank (HCOB) bereits nach rund zwei Jahren mit dem Kreditverkauf an die Deutsche Bank. Damit ist die HCOB in guter Gesellschaft, wie ein Blick auf andere Landesbanken zeigt.

Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) verkauft ihr Portfolio an Luftfahrtkrediten an die Deutsche Bank, nachdem sie erst vor rund zwei Jahren in das Segment eingestiegen war. Das HCOB-Portfolio umfasst ausschließlich gesunde Kredite mit einem Gesamtvolumen von rund 450 Millionen Dollar (383 Millionen Euro), wie es in einer Mitteilung der HCOB am Donnerstag heißt, die Bloomberg vorliegt. Die Veräußerung erfolge im Rahmen der im ersten Halbjahr beschlossenen strategischen Fokussierung der Bank samt Einstellung der Luftfahrtfinanzierung, erklärte die Bank.
Kurwechsel bereits nach zwei Jahren
Die HCOB war 2023 in den Bereich Flugzeugfinanzierungen vorgedrungen und hatte Anfang 2024 hier die erste Transaktion verkündet. Noch Anfang des laufenden Jahres sprach die HCOB davon, dass das Segment “ein wichtiger Teil der Diversifizierungsstrategie der Bank” sei. Finanziert würden unter anderem Flugzeuge und Antriebe. Mit dem Ausstieg aus dem Sektor folgt die HCOB ähnlichen Entscheidungen bei der NordLB und der Helaba.
So gab die NordLB vor gut einem Jahr bekannt, dass sie die Finanzierung von Flugzeugen und Triebwerken einstelle. Sie kündigte damals an, 1,7 Milliarden Euro an entsprechenden Krediten verkaufen zu wollen, und zwar auch an die Deutsche Bank.
Ebenfalls im vergangenen Jahr erklärte die Helaba, dass sie ihr bestehendes Portfolio an Flugzeugfinanzierungen abbauen wolle, nachdem sie zuvor bereits das Neugeschäft eingestellt habe. In diesem Fall hieß es zur Begründung, dass die erzielbaren Renditen nicht mehr attraktiv genug seien.
Eigentümer der HCOB sind im Wesentlichen internationale Investoren, angeführt von Cerberus Capital Management sowie J.C. Flowers. Weitere Anteile liegen bei aktiven und nicht aktiven Managern der HCOB.
Laut Halbjahresbericht hatte die HCOB im Bereich Flugzeugfinanzierungen zuletzt nur noch verhaltenes Neugeschäft getätigt und sich dann ganz für die Einstellung des Geschäfts entschieden. Stattdessen will sich die Bank künftig im Bereich Transportfinanzierungen auf Schiffe fokussieren.
Mit dem Verkauf des Luftfahrtportfolios “schärfen wir unser Geschäftsmodell und richten unseren Fokus künftig noch gezielter auf unsere Kerngeschäftsfelder Corporates, Shipping, Project Finance und Commercial Real Estate”, sagte HCOB-Chef Luc Popelier am Donnerstag.
Das Vorgängerinstitut der HCOB, die HSH Nordbank, war nach der Finanzkrise vom Staat gerettet worden, weil es sich mit Schiffskrediten verspekuliert hatte. Im Jahr 2018 wurde es dann als erste Landesbank in Deutschland privatisiert und an das Konsortium um Cerberus verkauft. (aa)

