Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Vermischtes
twitterlinkedInXING

Hauck & Aufhäuser will Asset Management abspalten

Das Traditionshaus plant, seine Investmenteinheit in ein Joint-Venture einzubringen. Partner wird ein Run-off-Spezialist für Lebensversicherungen. Dieser gehört ebenfalls zum Imperium des H&A-Eigners, dem chinesischen Konzern Fosun.

bankberater6.jpg
Michael Bentlage, Hauck & Aufhäuser

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser (H&A) plant, den Asset-Management-Bereich herauszulösen und in ein Joint-Venture mit der Versicherung Frankfurter Leben einzugliedern. Beide Gesellschaften gehören dem chinesischen Fosun-Imperium an. Mit dem Schritt sollen Synergien zwischen den beiden Unternehmen gehoben werden. Die Privatbank bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatts".

Die Frankfurter Leben hat sich darauf spezialisiert, Lebensversicherungen von anderen Gesellschaften aufzukaufen. So hatte die Gruppe im vergangenen Jahr das Lebengeschäft der Arag übernommen. Durch die Zusammenlegung der Investmenteinheiten mit H&A würde der Bereich optimiert, heißt es in dem Bericht. Das verwaltete Vermögen der neuen Asset-Management-Einheit würde deutlich steigen, was Skaleneffekte nach sich ziehen könnte. Die Frankfurter-Leben-Gruppe betreut dem Artikel zufolge 700.000 Verträge mit einem Volumen von rund zehn Milliarden Euro.

Ausbau des Asset Management – mit Schwund
Hauck & Aufhäuser hatte im vergangenen Jahr zudem das Fondsservice-Geschäft von Sal. Oppenheim übernommen. Die Traditionsbank will das Asset Management deutlich ausbauen. Im Fokus stehen dabei die Bereiche quantitative Anlagestrategien und Liquid Alternatives, aber auch Private Debt. Allerdings hatte das Institut mit Ökoworld einen wichtigen Kunden verloren. Die Nachhaltigkeitspioniere wählten Ende 2017 eine andere Verwahrstelle für ihre Fonds.

Seit der Übernahme durch Fosun im Jahr 2016 lotet H&A mit dem neuen Eigentümer Synergien zu anderen Teilen des Imperiums aus, sowohl in Deutschland als auch in China. So kündigte etwa Bankchef Michael Bentlage vor einiger Zeit an, unter anderem auch Fonds aus der Palette des Instituts in China vertreiben zu wollen.

Geschäft angeblich angezogen
Seit der Übernahme durch die Chinesen soll das Geschäft deutlich besser laufen, berichtet das "Handelsblatt" weiter. Der Vorsteuergewinn soll im ersten Halbjahr 2018 auf 14 Millionen Euro geklettert sein. Als Fosun die Privatbank 2016 übernommen hatte, stand noch ein Jahresverlust von acht Millionen Euro zu Buche.

Der Branchendienst "Finanz-Szene.de" hatte hingegen nach einer Analyse des Jahresberichts für 2017 die Vermutung aufgestellt, dass der für das Gesamtjahr erzielte Vorsteuergewinn von fast 30 Millionen Euro vor allem aus der Konsolidierung der Sal.-Oppenheim-Gesellschaften stammt und somit nicht aus dem operativen Geschäft entstanden sei. Dies hatte Hauck & Aufhäuser jedoch als falsch zurückgewiesen. (ert)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen