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Harter Brexit: Frankfurt wäre der Profiteur

Die Briten verlassen zum Ende des Jahres die EU und es scheint, als würde es zumindest für den Finanzmarkt ein ungeregelter Abschied werden. Langfristig könnte Frankfurt von einem harten Brexit profitieren.

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© Vaceslav Romanov / stock.adobe.com

Der finale Abschied Großbritanniens aus der EU steht kurz bevor, pünktlich zum Jahreswechsel verlässt die Insel die Europäische Union. Wie genau das vonstatten geht, ist nicht im Detail geklärt. Für den Finanzmarkt und damit für die Banken gibt es bislang keinerlei detaillierte Regelungen für die Zeit nach dem 31. Dezember 2020. Trotzdem bleibt die Bundesbank entspannt. Vorstandsmitglied Joachim Wuermeling sagte bei einer Telefonkonferenz am vergangenen Montag (2.11.), dass die Bundesbank durch die Geschäftsverlagerungen mit bis zu 2.500 neuen Arbeitsplätzen in den Banken in Deutschland rechne. Davon dürfte überwiegend Frankfurt profitieren, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). 

Insgesamt werden die Banken aus London nach Schätzung der Bundesbank 675 Milliarden Euro an Bilanzpositionen nach Frankfurt übertragen. Bis Ende Juni haben die größten fünf Banken, die nach Deutschland kommen, schon ihre Bilanzsummen der hierzulande tätigen Tochtergesellschaften um 158 Milliarden auf 213 Milliarden Euro erhöht, berichtet die FAZ. Bis Jahresende erwartet die Bundesbank die Verlagerung von weiteren 397 Milliarden Euro. Insgesamt haben laut Bundesbank Banken, Finanzdienstleister und Wertpapierfirmen 64 Lizenzanträge in Deutschland gestellt. Bei über 40 davon habe die Aufsicht bereits grünes Licht erteilt. Die restlichen Anträge sind noch anhängig und betreffen vor allem kleinere Institute und Finanzdienstleister.

Ganz oder gar nicht
Mögliche Versuche Großbritanniens, die Londoner City, den zweitwichtigsten Finanzplatz nach New York auf der Welt, durch eine großzügigere, weniger strenge Regulierung zu unterstützen, lehnt Wuermeling entschieden ab: "Ein harter Brexit darf nicht den Startschuss zu einem Deregulierungswettlauf geben." Wichtig sei die Fortentwicklung eines leistungsfähigen Finanzmarktes auf dem Kontinent, damit sich die europäische Volkswirtschaft aus eigener Kraft finanzieren könne. "Welche Rolle London dabei mittel- und langfristig noch spielen wird, ist heute völlig offen", sagte er. (fp)

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