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Härtere Bandagen im Übernahmekampf: Commerzbank fordert Bafin-Prüfung

Neues Kapitel im Übernahmekrimi um die Commerzbank: Das Frankfurter Institut fordert nun eine Prüfung durch die Aufsichtsbehörden und wirft der Unicredit vor, ihre Position am Markt ohne ausreichende Erläuterungen größer erscheinen zu lassen.

© miss irine; Bildbearbeitung: FONDS professionell

Eckpunkte:

  • Die Commerzbank erhofft sich Schützenhilfe von der BaFin
  • Sie stößt sich gleich an mehreren Dingen

Die Commerzbank fordert die Aufsichtsbehörden auf, die Art und Weise zu prüfen, wie Aktien im Übernahmeangebot der Unicredit angedient wurden. Zudem verlangt die Bank eine Prüfung verschiedener Mitteilungen des italienischen Kreditinstituts. Damit vertieft sich der Graben zwischen den beiden Banken weiter.

"Nach Auffassung der Commerzbank sind die zuletzt von der Unicredit kommunizierten Daten ohne ergänzende Erläuterungen irreführend und begründen den Verdacht eines Handelns mit dem Ziel, ihre Position in der Wahrnehmung des Marktes künstlich aufzublähen", erklärte die Commerzbank in einer Mitteilung. "Dies erfordert aus Sicht der Commerzbank Aufklärung." Die Commerzbank spreche sich daher "für eine umfassende Prüfung des Sachverhalts aus".

Streit um angediente Aktien
Die Unicredit veröffentlichte am vor kurzem eine Mitteilung, der zufolge Investoren, die 7,58 Prozent des Commerzbank-Aktienkapitals vertreten, das Übernahmeangebot angenommen haben. Die Veröffentlichung verstärkte den Eindruck, dass das Angebot entscheidend an Schwung gewinnt. Sie deutet zudem darauf hin, dass ein Teil der Aktionäre vom Wert des Angebots überzeugt ist, obwohl dessen impliziter Wert derzeit unter dem Marktpreis der Commerzbank liegt.

"Das insgesamt angediente Volumen stammt überwiegend von Banken und mit ihnen verbundenen Parteien, von denen einige bekannte Derivate-Gegenparteien der Unicredit sind", erklärte die Commerzbank in ihrer Mitteilung und nannte Nomura als eines dieser Unternehmen. Entgegen den Aussagen der Unicredit könnten die gemeldeten angedienten Aktien "nicht als Beleg für eine unabhängige Unterstützung der Aktionärinnen und Aktionäre für das Angebot gewertet werden".

Unicredit weist Vorwürfe zurück
Ein Sprecher der Unicredit lehnte eine Stellungnahme zur Commerzbank-Mitteilung ab. Zuvor hatte das italienische Kreditinstitut auf einen "Bloomberg"-Bericht über die Bedenken der Commerzbank erklärt, es kommentiere "keine Unterstellungen ohne faktische Grundlage" und "die Fakten sind so, wie wir sie gestern berichtet haben".

Verto Capital und Nomura zählen nach von einem Commerzbank-Sprecher bestätigten Daten zu den Investoren, die Unicredits Übernahmeangebot bislang angenommen haben. Nomura und Vertreter der weiteren von Commerzbank genannten Firmen lehnten eine Stellungnahme ab oder reagierten nicht unmittelbar auf eine Bitte um Kommentar.

Übernahmekampf spitzt sich zu
Unicredit-Vorstandschef Andrea Orcel hat die Commerzbank seit fast zwei Jahren im Visier. Im März legte er ein formales Übernahmeangebot vor, das sich derzeit in der Annahmefrist befindet. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat das Angebot zurückgewiesen. Die Rhetorik auf beiden Seiten hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend verschärft. Auch die Bundesregierung, die mehr als zwölf Prozent an der Commerzbank hält, lehnt die Offerte vehement ab.

Die Unicredit erklärte am Dienstag (2.6.), die Andienung von 7,58 Prozent der Aktien bedeute, dass ihr Anteil an dem Frankfurter Kreditinstitut effektiv die Schwelle von 30 Prozent überschritten habe. Direkt hält die Unicredit bereits 26,77 Prozent an der Commerzbank.

Das Mailänder Kreditinstitut hatte im September 2024 erstmals eine Beteiligung an der Commerzbank erworben und diese seither auch über Derivate ausgebaut. Die Unicredit hält nach der jüngsten Stimmrechtsmitteilung Derivate mit physischer Lieferung, die einem Anteil von 3,22 Prozent entsprechen, sowie Derivate mit Barausgleich im Gegenwert von 13,19 Prozent des Aktienkapitals. (mb/Bloomberg)

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