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Gute Geschäfte: DWS-Führung verdoppelt Bezüge

2019 war ein gutes Jahr für die DWS: Anleger vertrauten dem Asset Manager wieder Geld an, Gewinn und Aktienkurs kletterten. Das schlägt sich in einem Prämienplus für die Mitarbeiter nieder. Auch die Bezüge der Geschäftsführung kletterten deutlich. 2020 wird sich Ähnliches kaum wiederholen lassen.

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© Bits and Splits / stock.adobe.com

Die Bezüge der Geschäftsführung der DWS haben sich 2019 gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Dies geht aus dem am vergangenen Freitag (20. März) vorgelegten Geschäftsbericht der Deutsche-Bank-Tochter hervor. Demnach kletterten die Saläre der Geschäftsleitung rund um den Vorsitzenden Asoka Wöhrmann auf 27 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es rund 13,9 Millionen Euro gewesen. Grund für den Anstieg war der gute Fondsabsatz sowie die vergleichsweise gute Entwicklung des Aktienkurses im Jahr 2019.

Die Asset-Management-Einheit der Deutschen Bank war vor zwei Jahren teilweise an die Börse entlassen worden. 2018 hatten allerdings Kunden in erheblichem Maße Geld aus den Produkten des Hauses abgezogen. Der Kurs der DWS-Aktie notierte zum Ende des Jahres gut 30 Prozent niedriger als beim Gang aufs Parkett. Im Oktober 2018 übernahm Asoka Wöhrmann den Posten des Vorsitzenden der Geschäftsführung von Nicolas Moreau. Wöhrmann baute die Führung um und kappte die Kosten. Beim Fondsabsatz gelang die Trendwende. Anleger vertrauten dem Haus im Laufe des Jahres 2019 wieder frische Milliarden an, der Aktienkurs erholte sich peu a peu.

Aktienteil beschert Plus
So war der hohe Zuwachs bei der DWS-Geschäftsführung wesentlich auf ein Plus bei den aktienbasierten Vergütungsbestandteilen zurückzuführen. Diese sprangen von 3,7 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 14,2 Millionen Euro hoch. Die Bezüge der Führungskräfte wie vieler Mitarbeiter im Finanzbereich setzen sich aus einer fixen Vergütung und variablen Komponenten zusammen.

In seinem ersten vollen Jahr an der Spitze der DWS erhielt Wöhrmann dem Vergütungsbericht zufolge 6,5 Millionen Euro ohne Nebenleistungen und Versorgungsaufwand. Ein Teil der Summe, die dem Geschäftsführungsvorsitzendenfür 2019 zusteht, kommt aber erst später zur Auszahlung. Zudem kann die Banktochter Geld einbehalten oder gar zurückfordern.

Ziele erreicht
Mit 6,5 Millionen Euro übertraf Wöhrmann sogar die laut Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr festgesetzte Zielmarke von 6,1 Millionen Euro. Diese wird ausgezahlt, wenn sowohl das Unternehmen als Ganzes als auch die entsprechende Abteilung sowie die Person selbst die jeweils gesteckten Ziele zu 100 Prozent erreichen. Sein Vorgänger Moreau hatte 2018 bis zu seinem Abgang im Oktober 2,9 Millionen Euro erhalten, eine Abfindung nicht eingerechnet. Deren Höhe ist nicht bekannt.

Von der guten Entwicklung 2019 profitierten generell alle DWS-Mitarbeiter. Sie konnten Medienberichten zufolge mit einem Prämienplus von bis zu zehn Prozent rechnen. Der gesamte Personalaufwand des Hauses kletterte laut Geschäftsbericht um elf Prozent auf 797 Millionen Euro. Wöhrmann will sowohl neue, junge Talente gewinnen als auch bestehende Mitarbeiter fördern. Im Zuge dessen werden Hirarchieeben ausgedünnt.

Für 2020 alles offen
Ob 2020 Belegschaft und Führungskräfte mit ähnlich hohen Extras rechnen können, erscheint angesichts der dramatischen Lage an den Börsen noch offen. In einem dem Geschäftsbericht vorangestellten Brief an die DWS-Aktionäre spricht Wöhrmann von "einer noch nie dagewesenen und sich immer noch entwickelnden Situation, die durch den Ausbruch der Corona-Pandemie ausgelöst wurde." Die Auswirkungen dieser Krise auf die Wirtschaft und auf die Finanzmärkte seien im Moment nicht in vollem Umfang abschätzbar, führt Wöhrmann weiter aus. Doch er betont: "Seien Sie versichert, dass wir alles in unserer Macht stehende tun werden, um unser Unternehmen und unsere treuhänderische Pflicht verantwortungsvoll zu managen." (ert)

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