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Greensill-Krise: Weitere Kämmerer geraten ins Schwitzen

Die Zahl der durch die Schließung der Bremer Greensill Bank betroffenen Städte in Deutschland weitet sich aus. Nach Monheim am Rhein haben sich am Freitag nun auch Osnabrück und Emmerich am Rhein als weitere mögliche Greensill-Opfer offenbart.

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© BERLINSTOCK / stock.adobe.com

Die Schließung der Greensill Bank zieht immer weitere Kreise, fast täglich werden Namen weitere Geschädigter bekannt. So erklärte Osnabrücks Finanzvorstand Thomas Fillep, dass die Stadt rund 14 Millionen Euro bei der Bremer Bank angelegt habe. Die Stadt Emmerich hat ihrerseits rund sechs Millionen Euro bei der Privatbank liegen. Anders als bei privaten Sparern sind die Bankeinlagen von Gebietskörperschaften nicht durch die zuständige Einlagensicherung geschützt, erinnert Bloomberg in einem Bericht.

BaFin ordnete Moratorium an
Die Greensill Bank war vor wenigen Tagen von der Aufsicht geschlossen worden. Die BaFin hatte in einer forensischen Sonderprüfung festgestellt, dass das Institut nicht in der Lage ist, den Nachweis über die Existenz von einigen bilanzierten Forderungen zu erbringen. Die Behörde ordnete daraufhin ein Moratorium an, um die Vermögenswerte zu sichern.

Über die Aufsichtsarbeit der Behörde, die derzeit wegen Versäumnissen vor dem Kollaps von Wirecard in der Kritik steht, bahnt sich in Sachen Greensill Bank eine weitere Debatte an. Nachdem gestern bereits der Bankenverband leise Kritik anklingen ließ, wurde der Osnabrücker Kämmerer heute deutlich.

BaFin-Kritik
Wenn die BaFin “die kommunalen Kunden der Bank über die Sonderprüfung aufgrund des mittlerweile bestätigten Anfangsverdachts des Bilanzbetrugs informiert hätte, dann hätten zumindest wir dort Mitte November keine 11,5 Millionen Euro eingelegt”, sagte Fillep.

Der Bankenverband hatte am Donnerstag erklärt, sein Prüfungsverband habe die BaFin bereits Anfang 2020 auf Probleme der Greensill Bank hingewiesen. Diese habe sich nicht an Regeln des Verbands gehalten. Insbesondere hätte die Greensill Bank das Geschäft zu schnell ausgeweitet. Alleine im Jahr 2019 hatte sich die Bilanzsumme der Bank fast versechsfacht auf 3,8 Milliarden Euro.

Die BaFin sieht bei sich keine Fehler. Sie habe “bereits 2020 entschlossen und tatkräftig gehandelt” und eine forensische Sonderprüfung initiiert, sagte ein Sprecher. Nach dem Beginn der Prüfung im September habe man bald eigene Maßnahmen erlassen wie etwa einen Sonderbeauftragen einzusetzen.

Die Greensill Bank ist der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken zugeordnet und dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen. Gebietskörperschaften wie Städte sind allerdings explizit von Entschädigungen ausgenommen.

“Wenn es tatsächlich zu einer Insolvenz der Bank kommt, müssen wir befürchten, dass der allergrößte Teil des Geldes weg ist. So ehrlich muss man sein“, gestand der Emmericher Bürgermeister Peter Hinze ein.

Monheim ebenfalls betroffen
Gut hundert Kilometer rheinaufwärts hatte sich in Monheim am Rhein am Donnerstag das erste namhafte deutsche Opfer der Greensill-Krise offenbart. Dort sind sogar 38 Millionen Euro im Feuer.

Der australischen Finanzier Lex Greensill und sein gleichnamiger Konzern gerieten diese Woche aus der Spur, nachdem Zweifel am Wert der von ihm vermittelten Lieferkettenfinanzierungen aufkamen. In solche Finanzierungen waren auch Einlagen der Greensill Bank gewandert. (aa)

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