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Goldman Sachs und JP Morgan bereiten sich auf "harten Brexit" vor

Goldman Sachs und JP Morgan Chase gehen für ihre Standorte in Großbritannien vom Schlimmsten aus. Bis zum Beweis des Gegenteils rechnen sie damit, nach dem Brexit keinen Zugang zur Europäischen Union mehr zu haben.

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Wenn die Fahrt unsicher wird, sollte man mit dem Schlimmsten rechnen und sicherheitshalber Sicherheitsgurte anlegen. Das machen im übertragenen Sinn auch die US-Großbanken im Vorfeld des "Brexits".
 
© Rostislav Sedlacek / Fotolia

Die US-Großbanken Goldman Sachs und JP Morgan Chase wappnen sich für harte Zeiten, sobald Großbritannien die EU verlässt. "Wir gehen von einem harten Brexit aus", sagte Faryar Shirzad, Co-Leiter Government Affairs bei Goldman Sachs, nach einem Bericht von Bloomberg. "Solange wir nicht durch konkrete, aussagekräftige und verlässliche Erklärungen irgendwas anderes gesagt bekommen, müssen wir uns mit den pessimistischsten Krisenplänen vorwärts bewegen."

Auch Daniel Pinto, Investment-Banking-Leiter bei JP Morgan, bereitet sich auf ein "No Deal"-Szenario vor. In diesem werden Banken mit operativem Geschäft in London nach 2019 nicht mehr so einfach Zugang zur EU haben. "Wir müssen weiterhin Dienstleistungen für Kunden erbringen, und darauf bereiten wir uns vor", zitiert ihn Bloomberg. Zwei Jahre seien für diese Vorbereitungen eine sehr kurze Zeitspanne.

Schnell noch über den Ärmelkanal
Goldman Sachs beschäftigt derzeit rund 6.000 Mitarbeiter in Großbritannien, JP Morgan hat 16.000 Leute auf der Insel. Beide Banken suchen nun offenbar, ebenso wie viele andere Unternehmen, nach alternativen Standorten innerhalb der EU. Damit wächst der Druck auf Großbritanniens Premierministerin Theresa May, eine Übergangsregelung mit der EU zu vereinbaren, um bestehende Handelsvereinbarungen zu verlängern, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist. Ob es zu einem Kompromiss kommt, wolle man aber zunächst abwarten, heißt es von Goldman Sachs.

Auch Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, hält einen "harten Brexit" für am wahrscheinlichsten. Er sieht darin allerdings kein Risiko für die Stabilität der Finanzmärkte. Immerhin handelt es sich beim Brexit nicht um einen plötzlichen Schock, sondern um einen Prozess, der sich über zwei Jahre hinziehen und nach und nach konkrete Formen annehmen wird. (fp)

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