Gewinne: Diese Landesbank hat die Nase vorn
Die BayernLB hat unter den vier Landesbanken in absoluten Beträgen den höchsten Halbjahresgewinn erzielt. Das verdankt sie einem Tochterunternehmen mit Sitz in Berlin.

Die BayernLB hat im ersten Halbjahr den höchsten Gewinn unter den großen deutschen Landesbanken erzielt. Sie profitierte einmal mehr von den guten Ergebnissen ihrer Berliner Tochter DKB, die sowohl im Privat- als auch im Geschäftskundensegment aktiv ist. Darüber informiert Bloomberg News.
Der Gewinn vor Steuern belief sich bei der BayernLB auf 751 Millionen Euro. Das war zwar ein Fünftel weniger als im Vorjahr, aber immer noch mehr als bei LBBW, Helaba und NordLB. Am Donnerstag, 28. August, hatte mit der Helaba die letzte Bank ihre Zahlen vorgelegt.
Gewinne der Töchter entscheidend
Ein Großteil des BayernLB-Gewinns entfiel auf die DKB. Im entsprechenden Segment lag der Überschuss bei 561 Millionen Euro. Die Berliner Tochter ist sehr profitabel und hatte zuletzt noch ein Umbauprogramm angeschoben, in dessen Rahmen hunderte Stellen wegfielen. Im vergangenen Jahr konnte die DKB den zweiten Milliardengewinn in Folge erzielten.
Den zweithöchsten Halbjahresgewinn unter den Landesbanken erwirtschaftete die LBBW. Er lag bei 705 Millionen Euro. Das war zwar etwas weniger als im Vorjahreszeitraum. Allerdings ist diese Entwicklung vor allem auf Belastungen durch die Integration der zugekauften Berlin Hyp zurückzuführen. Ohne diese Kosten wäre der Gewinn gestiegen. Im operativen Geschäft konnte die LBBW in ihren vier Segmenten dreistellige Millionengewinne erzielen, die sich auf oder über dem Niveau des Vorjahres bewegten.
Die Helaba landete bei einem Gewinn von 458 Millionen Euro, was einem Anstieg von elf Prozent und Platz drei entsprach. Einer der Treiber war das Immobiliengeschäft, das in den vergangenen Jahren wegen hoher Risikorückstellungen noch Sorgen bereitet hatte. Inzwischen jedoch stabilisiert sich die Lage am Immobilienmarkt angesichts wieder leicht anziehender Preise. Deutlich mehr verdiente die Bank auch im Segment Corporates & Markets, in dem unter anderem Finanzierungen für Unternehmen angeboten werden.
Die NordLB meldete für das Halbjahr einen Gewinn von 264 Millionen Euro, etwa ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum und Platz vier. Die Bank, die noch 2019 mit einem milliardenschweren Hilfspaket gestützt werden musste, profitierte von einem deutlich anziehenden Provisionsergebnis. Zur Begründung verwies sie auf das starke Neugeschäft im Bereich Structured Finance. Gleichzeitig hatte sie sich aus der Flugzeugfinanzierung zurückgezogen und die Niederlassung in Singapur geschlossen.
Prognosen für das zweite Halbjahr
Für das Gesamtjahr erwartet die BayernLB ein Ergebnis von 1 bis 1,3 Milliarden Euro. Die LBBW geht von über 1 Milliarde Euro aus, während die Helaba mit einem Gewinn leicht unter dem Vorjahreswert von 767 Millionen Euro rechnet. Die NordLB prognostiziert ein Ergebnis oberhalb des Vorjahreswertes, der sich auf 356 Millionen Euro belaufen hatte. (aa)
Halbjahresgewinne in absoluter Höhe im Vergleich


