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GAM: "Wir waren aus den falschen Gründen in den Schlagzeilen"

Matthew Beesley, Anlagechef des Schweizer Asset Managers GAM, spricht über die Turbulenzen, die durch Tim Haywoods Suspendierung im Sommer 2018 ausgelöst worden waren und wehrt sich dagegen, von einem "Aderlass" im eigenen Haus zu sprechen.

Matthew Beesley, GAM
"Es gab natürlich Investoren, die wegen der Absolute-Return-Bond-Fonds besorgt waren. Für sie war es frustrierend, dass wir ihnen nicht zu jeder Zeit die volle Transparenz bieten konnten, und diesen Frust kann ich durchaus nachvollziehen."
© Christoph Hemmerich / FONDS professionell

Matthew Beesley, Head of Investments des Zürcher Fondsanbieters GAM, sieht sein Haus auch in schwierigen Zeiten auf Kurs. "Wir haben viele Produkte mit einem enormen Potenzial. Egal ob in Nischen oder in etablierten Anlageklassen: Wir offerieren Lösungen, die sich klar vom Wettbewerb unterscheiden und die den Kunden echten Mehrwert bieten", saget er im Interview. "Darum hoffe und erwarte ich, dass sich unser verwaltetes Vermögen bald deutlich erholen wird."

GAM steckt in Schwierigkeiten, seitdem das Haus Ende Juli 2018 seinen Starmanager Tim Haywood wegen Verstößen gegen interne Vorschriften suspendiert hatte. Anleger flohen aus den Haywood-Fonds, GAM musste milliardenschwere Portfolios in die Liquidation schicken. Die Aktie brach ein, Vorstandschef Alex Friedman wurde ausgetauscht – und immer wieder wird GAM als Übernahmekandidat gehandelt. Im vergangenen Jahr zogen Investoren in Summe umgerechnet rund 19 Milliarden Euro aus Mandaten des Schweizer Asset Managers ab. Im ersten Quartal 2019 summierten sich die Abflüsse auf 3,5 Milliarden Euro. Die Anlegerflucht wurde also gebremst, aber noch nicht gestoppt.

"Fundamental sehr gut aufgestellt"
Angesichts dessen zeigt sich Beesley im Interview erstaunlich zuversichtlich. "Meiner Meinung nach waren wir im vergangenen Jahr aus den falschen Gründen in den Schlagzeilen", sagt er. "Ich finde, wir dürfen aus gutem Grund optimistisch sein. Die Zutaten für den Erfolg sind jedenfalls da."

Beesley arbeitet seit März 2017 für GAM, im September vergangenen Jahres wurde er ins Group Management Board berufen, das oberste Führungsgremium des Schweizer Asset Managers. Seinen Wechsel von Henderson zu GAM habe er zu "keinem Zeitpunkt" bereut, beteuert er. "Es steht außer Frage, dass GAM in den vergangenen Monaten vor einigen Herausforderungen stand. Doch das Unternehmen ist fundamental sehr gut aufgestellt", betont er. Das, was die Firma ausmache, habe sich nicht verändert, seitdem er dort angefangen habe: "Kunden kommen zu GAM, weil sie hier aktives Management pur finden, verpackt in innovativen Anlagestrategien und Produkten, die sich deutlich vom Wettbewerb unterscheiden."

"Keine relevanten Abgänge" im Kerngeschäft
In jüngster Zeit gab es zahlreiche Meldungen über Abgänge von GAM-Portfoliomanagern, was mit Blick auf die Schlagzeilen des vergangenen Jahres auch nicht verwundern darf. Als "Aderlass" möchte Beesley das jedoch nicht verstanden wissen. "In den Bereichen, die ich als unser Kerngeschäft bezeichne, hatten wir keine relevanten Abgänge zu verzeichnen", sagt er. Ein "Loss of Talent" bereite ihm keine Sorgen, "denn den sehe ich bei uns nicht". Vielmehr sei es sogar gelungen, in jüngster Zeit neue Talente für GAM zu gewinnen, so Beesley. (bm)


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