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GAM legt Axt bei Investmentteam an, jeder Zehnte muss gehen

Der krisengebeutelte Schweizer Asset Manager packt den Rotstift aus und streicht sein Investmentteam zusammen. Rund zehn Prozent der Mitarbeiter müssen gehen.

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© chaowalit407 / stock.adobe.com

GAM plant, rund zehn Prozent seines 188 Personen umfassenden Investmentteams zu entlassen. Das berichtet die "Financial Times" (FT) unter Berufung auf eine interne Mail von Interims-Vorstandschef David Jacob. Demnach seien die Entlassungen Teil einer größer angelegten Restrukturierung des Aktien- und Anleihenteams. Zugleich hatte die Schweizer Gesellschaft mehreren prominenten Fondsmanagern zeitlich versetzte Prämien angeboten, um Abgänge besonders wertvoller Wissensträger zu vermeiden.

"Mit der Konsolidierung einiger Teams werden wir künftig in der Lage sein, unseren Kunden skalierbare Produkte zu liefern", zitiert die FT Jacob. "Das bedeutet aber, dass einige Positionen innerhalb der Teams überflüssig werden." Weiter führt er aus, dass einige harte Einschnitte nötig sind, um GAM für künftiges Wachstum fitzumachen. "Wir werden Maßnahmen ergreifen, um entweder die Umsätze zu steigern oder die Komplexität unserer Organisation zu reduzieren. Beides führt zu höherer Profitabilität." 

Haywood-Havarie nicht ausgestanden
Die Ankündigung kommt, nachdem der Schweizer Asset Manager seit Monaten mit einer Krise kämpft, die mit Bekanntwerden der Suspendierung von Fondsmanager Tim Haywood und der folgenden Auflösung der von ihm gesteuerten Absolut-Return-Fonds mit uneingeschränktem Anlageansatz (ARBF) ausbrach. Der Grund: Haywood hatte gegen interne Richtlinien zur Risikosteuerung verstoßen und rund 300 Millionen Euro in nicht-börsennotierte und damit weithin illiquide Schuldpapiere investiert. 

Die "Causa Haywood" führte dazu, dass GAM miserable Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorlegte. Zugleich ist die Aktie des Vermögensverwalters in den vergangenen drei Monaten um rund 35 Prozent auf rund 5,30 Euro gefallen; zu Jahresbeginn notierte sie noch bei über 15 Euro. Zuletzt musste auch Vorstandschef Alexander Friedmann seinen Hut nehmen.

Das Management von GAM versucht derweil, das eigene Unternehmen an Mitbewerber loszuschlagen. Mit einigen potenziellen Kandidaten seien schon Gespräche geführt worden. Ein Kaufangebot Schroders für die Hedgefondssparte hat GAM aber abgelehnt. (jb)

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