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So entwickeln sich die Pensionspläne deutscher Corporates

Die GAC Gesellschaft für Analyse und Consulting hat sich die Entwicklung der Pensionsverpflichtungen und der entsprechenden Planvermögen großer deutscher Unternehmen näher angesehen und einige nennenswerte Entwicklungen entdeckt.

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Die GAC Gesellschaft für Analyse und Consulting hat sich die Bilanzen aller im DAX und MDAX notierten AGs näher angesehen. Die Highlights betreffend die Planvermögen und Pensionsverbindlichkeiten, aber auch wie die Portfolios aufgebaut sind, finden Sie in nachfolgender Bildergalerie.

 
© v.poth / stock.adobe.com

Wie sich das Planvermögen und die Pensionsverpflichtungen aller im DAX und MDAX-Index notierten deutscher Unternehmen im Jahr 2018 entwickelte, zeigt eine jüngst erstellte Analyse der GAC Gesellschaft für Analyse und Consulting aus Wolfratshausen bei München. Vor allem der Abstieg der Commerzbank vom DAX in den MDAX sowie Re- und Umorganisationen bei RWE und der Deutschen Telekom sorgten für stärkere Veränderungen bei den wichtigsten Zahlen.

„Das Volumen der Pensionsverpflichtungen hängt stark von der Höhe des zu ihrer Berechnung verwendeten Diskontsatzes ab“, erinnert GAC-Geschäftsführer und Gründungspartner Manfred Mönch (Bild links), um anzufügen: „Angesichts des gegenüber dem Vorjahr nahezu konstanten Wertes von 1,9 Prozent sind die Verpflichtungen der DAX- und MDAX-Unternehmen 2018 nur leicht auf rund 450 Milliarden Euro gesunken.“

Rund 70 Prozent davon entfallen auf inländische Leistungsversprechen, mehr als 80 Prozent decken die DAX-Unternehmen ab. Nur wegen des Ausscheidens der Commerzbank und Konsolidierungsveränderungen bei RWE ist das Volumen beim DAX deutlicher gesunken (siehe die Grafik oben in der Bilderstrecke). Die Duration der Verpflichtungen schwankt laut GAC-Angaben je nach Unternehmen zwischen 12 und 23 Jahren und liegt im Mittel bei rund 17 Jahren.

Planvermögen hielten sich trotz fallender Kurse wacker
Demgegenüber liegt das zur Finanzierung der Verpflichtungen bereitgestellte Planvermögen 2018 trotz negativer Performance relativ konstant bei 299 Milliarden Euro. Dies lag GAC zufolge auch an Sonderdotierungen einzelner Pensionspläne. So hat die Telekom durch Einbringung ihrer Anteile an der British Telecom mit einem Wert von drei Milliarden Euro ihr Planvermögen verdoppelt. Insgesamt ergibt sich mit gut 66 Prozent ein ähnliches Ausfinanzierungsniveau wie im Vorjahr, das allerdings je nach Unternehmen zwischen 0 und fast 100 Prozent schwankt. Bei DAX-Unternehmen ist der Wert etwas höher als bei MDAX-Vertretern. „Der Ausfinanzierungsgrad inländischer Verpflichtungen ist geringer, da in Deutschland – anders als in Ländern wie zum Bespiel der Schweiz - keine Mindestunterlegung vorgeschrieben ist“, erläutert Mönch.

Das Volumen der Kapitalanlagen hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt. Dies liegt neben der insgesamt positiven Kursentwicklung an erfolgten Dotierungen. Von den 299 Milliarden Euro Kapitalanlagen betreffen rund 62 Prozent inländisches Planvermögen.

Von den DAX/MDAX-Unternehmen verwalten 32 Unternehmen ein Milliardenvermögen, 13 davon ein Planvermögen von über 10 Milliarden Euro. Insgesamt fast die Hälfte der 90 Unternehmen betreut ein Planvermögen von mindestens 500 Millionen Euro.  

Das Kapital wird überwiegend in ausgelagerten Treuhandstrukturen (CTA) verwaltet. Darüber hinaus nutzen einige Unternehmen auch rechtlich eigenständige Pensionskassen, Pensionsfonds oder Unterstützungskassen.

Hohe Streuung bei den Renditen
2018 haben die DAX-/MDAX-Unternehmen mit einem Mindestanlagevolumen von 500 Millionen Euro eine Marktwertrendite zwischen -5,7 und +5,8 Prozent erzielt. Der kapitalgewichtete Mittelwert betrug -1,8 Prozent (gleichgewichtet -1,0%, Median -1,6%). Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Rendite bei rund +5 Prozent. Betrachtet man nur das inländische Planvermögen lag die Rendite 2018 bei rund -2 Prozent.

Für den Zeitraum der letzten elf Jahre seit 2008 erzielten die untersuchten Unternehmen durchschnittlich eine jährliche Rendite von rund 4,4 Prozent p.a. (geometrisches Mittel). „Der Wert schwankt jedoch von Unternehmen zu Unternehmen erheblich zwischen 1,9 und fast 7 Prozent p.a.“, erläutert Mönch.

Immer mehr Corporate Bonds und Immobilien
Das Anlagevolumen von 299 Milliarden Euro war überwiegend breit gestreut angelegt: Die wichtigste Assetklasse ist mit rund 55 Prozent weiterhin der Bereich der festverzinslichen Anlagen (direkte und indirekte Bondanlagen). Ihr Anteil ist in den letzten Jahren von über 60 Prozent allerdings leicht gesunken. Unternehmensanleihen machen davon gut 60 Prozent und damit deutlich mehr als Staatsanleihen aus. Siehe auch die Grafik oben in der Bildergalerie.

Die Aktienquote liegt seit 2009 zwischen 20 und 25 Prozent, betrug vor der Finanzkrise jedoch deutlich über 30 Prozent. 2018 ist die Quote um zwei Prozentpunkte auf rund 20 Prozent gesunken und liegt damit am unteren Ende des langjährigen Korridors. Bei zahlreichen Pensionsvermögen ist die Quote überwiegend marktbedingt deutlich gesunken, immerhin mehr als jedes dritte Unternehmen hat die Quote jedoch weitestgehend konstant gehalten oder erhöht.

Der Immobilienanteil ist leicht auf knapp fünf Prozent angestiegen. Alternative Anlagen wie Private Equity, Hedge Fonds oder Infrastrukturanlagen gewinnen weiter an Bedeutung und machen fast sieben Prozent aus. Den Rest decken Mischanlagen, Versicherungslösungen und Liquidität ab.

Ausgewählte Grafiken dazu finden Sie oben in einer kurzen Bilderstrecke. (aa)

 

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