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Fondsriesen stocken Belegschaft um mehr als ein Drittel auf

Die Asset-Management-Industrie erlebte in den vergangenen Jahren einen Höhenflug. Die Anbieter steigerten das verwaltete Vermögen. Damit kletterte auch die Zahl der Mitarbeiter deutlich. Sogar in der vom Brexit geplagten Finanzmetropole London sind mehr Menschen bei Fondsanbietern beschäftigt.

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© Jakub Jirsák / stock.adobe.com

Führende Fondsgesellschaften haben über die vergangenen fünf Jahre hinweg ihre Belegschaft in Europa um 38 Prozent ausgebaut. Dies ergab eine Umfrage der Wirtschaftszeitung "Financial Times". Demnach kletterte die Mitarbeiterzahl der acht größten Fondsanbieter, die Angaben für 2015 und 2020 machten, in der Europäischen Union ohne Großbritannien von insgesamt 4.771 auf 6.569. Das Blatt befragte Häuser wie Amundi, Franklin Templeton, Schroders oder Invesco. Blackrock oder Fidelity International hingegen wollten keine Details nennen.

Auch im Vereinigten Königreich, das nunmehr gänzlich die Union verlassen hat, bauten die Anbieter ihre Belegschaft aus, ergab die Umfrage der "FT". Der Anstieg fällt mit immerhin 35 Prozent sogar fast genauso hoch aus wie in der EU. Das Resultat verblüfft: Mit Blick auf den Brexit war vielfach erwartet worden, dass Finanzdienstleister Stellen auf der Insel abbauen und auf den Kontinent oder nach Irland verlagern. Dies scheint der Umfrage zufolge nicht im großen Stil der Fall gewesen zu sein – bislang jedenfalls.

Trendwende zeichnet sich ab
Der Jobaufbau geht mit dem beispiellosen Boom der Fondsindustrie einher. Die Branche steigerte seit 2016 das weltweit verwaltete Vermögen von 84 auf 110 Billionen Dollar, so die Unternehmensberatung PwC. Als Grund für die gute Entwicklung verweisen Beobachter auf die Folgen der lockeren Geldpolitik und der niedrigen Zinsen. "Die Zentralbanken haben die Vermögenspreise in die Höhe getrieben. Damit heizten sie indirekt das Personalwachstum in weiten Teilen der Branche seit 2015 an", sagte Amin Rajan von Create Research der "FT".

Ob die Industrie den Höhenflug nach der Corona-Pandemie fortsetzen kann, steht noch nicht fest. Die wachsende Konkurrenz durch günstige Indexfonds drückt auf die Preise, zugleich steigen die Kosten. Diese strukturellen Trends könnten unter den Fondsanbietern eine Trendwende auslösen, meinen Experten. So gehen etwa manche Personalberater davon aus, dass die Beschäftigtenzahl im Asset Management nunmehr sinken wird. (ert)

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