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Finanzaufsicht ermittelt gegen Starfondsmanager Neil Woodford

Neil Woodfords guter Ruf dürfte nun etwas Schaden genommen haben. Wegen massiver Mittelabflüsse musste Woodford sein Vorzeigeportfolio schließen – und hat nun auch Ärger mit der britischen Finanzaufsicht.

Neil Woodford, Gründer von Woodford Investment Management
Neil Woodford, Gründer von Woodford Investment Management
© Woodford Investment Management

Der britische Vermögensverwalter Woodford Investment Management hat sein Vorzeigeprodukt Equity Income Fund geschlossen. Für eine Frist von wenigstens 28 Tagen können Investoren kein Kapital mehr abziehen oder neues investieren. Damit will Starmanager Neil Woodford, der zudem die britische Finanzaufsicht im Haus hat, Zeit gewinnen, um einen möglichst hohen Preis beim Verkauf von illiquiden Assets zu erzielen. Das berichten übereinstimmend mehrere britische und deutschsprachige Medien. Zwei andere von Woodford gelenkte Fonds bleiben dagegen geöffnet.

Aber der Reihe nach: Der Woodford Equity Income Fund, der einen in Irland lancierten Spiegelfonds hat, war zu Spitzenzeiten im Jahr 2017 immerhin 10,3 Milliarden britische Pfund (11,6 Mrd. Euro) schwer. Zuletzt schrumpfte das Vermögen aber auf 3,7 Milliarden Pfund (4,2 Mrd. Euro) zusammen, unter anderem wegen einer nachhaltig enttäuschenden Performance. Woodford, der 26 lange Jahre in Diensten von Invesco stand, bis er sich 2014 mit einer eigenen Boutique selbstständig machte, hatte im großen Stil auf große Pharmawerte gewettet, die aber abstürzten. Auch der Fokus auf unterbewertete britische Unternehmen im Vorfeld des Brexit-Entscheids entpuppte sich nachfolgend als unklug. In der Folge zogen Anleger dann Geld ab – bis Woodford sie nun stoppte. 

Finanzaufsicht will Erklärungen
Das Manöver ruft nun auch die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA auf den Plan. Woodford hat den Berichten zufolge im Abschwung in immer größeren Ausmaß gezielt auf Anteile nicht-börsennotierter Unternehmen gesetzt und dabei wohl sogar eine EU-Vorschrift trickreich umgangen, die die Quote solcher illiquiden Werte in einem Publikumsfonds auf zehn Prozent limitiert. Woodford hat offenbar einige dieser Papiere an der Börse der Kanalinsel Guernsey listen lassen, um den Anteil der nicht-notierten Assets von geschätzt 18 auf die erlaubten zehn Prozent zu senken – zumindest auf dem Papier. Das wird er der FCA demnächst genauer erklären müssen, wie diese mitteilte.

Wegen der illiquiden Titel kam es auch zum nun verkündeten Stopp der Rücknahme von Anteilscheinen. Um die Kapitalwünsche seiner Anleger zu erfüllen, hat der Manager bislang vornehmlich die liquiden Titel verkaufen können. Das geht bei den nicht-börsennotierten Aktien nicht oder mit massiven Rabatten. Mit der Schließung will Woodford nun "Zeit kaufen", um diese zu einem angemessenen Preis loszuschlagen, wie er in einem Video selbst erklärt.

Große Kunden wenden sich ab
Diese wird er benötigen, denn auch große, institutionelle Anleger haben sich von ihm getrennt – darunter mit St. James’s Place der größte britische Vermögensverwalter, dessen Schritt Signalwirkung haben dürfte: Mit einem Volumen von 3,4 Milliarden Pfund (3,8 Mrd. Euro) macht der Investmentbeitrag von St. James’s Place rund 40 Prozent der insgesamt von Woodford Investment Management verwalteten Vermögenssumme von 8,6 Milliarden Pfund (9,7 Mrd. Euro) aus, wie die "Neue Zürcher Zeitung" meldet. (jb)

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