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EZB-Gewerkschaft fürchtet Inflation, fordert höhere Gehälter

Während die Europäische Zentralbank beständig predigt, dass sich der Anstieg der Inflation im Euroraum abschwächen wird, zeigen sich die eigenen Mitarbeiter weniger geduldig und fordern mehr Geld. Darüber hinaus wollen sie noch eine wichtige Änderung.

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© canbedone / stock.adobe.com

Die Gewerkschaft der EZB, die International and European Public Services Organisation (IPSO) fordert, dass die allgemeinen Gehaltsanpassungen für die Mitarbeiter in diesem Jahr aufgestockt werden. Die von der EZB vorgeschlagene Erhöhung von 1,3 Prozent “schützt unsere Gehälter nicht mehr vor der Inflation”, schrieb die IPSO letzte Woche in einer E-Mail an die Mitarbeiter, die Bloomberg vorliegt.

EZB-Mitarbeiter erleiden Kaufkraftverlust
Während die EZB eine mittelfristige Inflationsrate von zwei Prozent anstrebt, dürften die Preise in Deutschland - wo die EZB ihren Sitz hat und viele ihrer Mitarbeiter leben - in diesem Monat um fast sechs Prozent steigen, warnte die Bundesbank diese Woche. IPSO argumentiert, dass die Diskrepanz zwischen der vorgeschlagenen Gehaltserhöhung und den Lebenshaltungskosten zu einem dauerhaften Kaufkraftverlust für die Mitarbeiter führt.

“Selbst wenn der Anstieg der Inflation nur vorübergehend sein sollte - was wir alle hoffen - haben wir keine Garantie, unsere Verluste wieder auszugleichen”, heißt es in der E-Mail. “Die EZB ist nicht in der Lage (oder willens?), ihre eigenen Mitarbeiter gegen die Auswirkungen der Inflation zu schützen!”

Orientierung an anderen Faktoren und Ländern kommt teuer
Die Mitarbeiter der EZB sind derzeit einer Methode zur Gehaltsanpassung unterworfen, die sich an der Lohnentwicklung bei den nationalen Zentralbanken und anderen europäischen Institutionen orientiert und nicht an dem Standort, an dem sie arbeiten.

Dieses System wird angewandt, um ”eine enge Verbindung der Gehaltsentwicklungen der nationalen Zentralbanken der Mitgliedstaaten, insbesondere innerhalb des Euroraums, zu ermöglichen”, so ein EZB-Sprecher.

Abkehr von Indexierung
IPSO, deren Forderungen am Dienstagabend erstmals von Politico veröffentlicht wurde, plädiert für einen Indexierungsmechanismus, der Lohnzuwächse an die Inflation in Deutschland oder im Euroraum koppelt.

Ein solcher Ansatz könnte von den Geldpolitikern als beunruhigend empfunden werden, da sie befürchten, dass die Löhne in den Volkswirtschaften der Region zu schnell ansteigen und höhere Preise zu einem dauerhaften Problem werden könnten. Bei einer Anhörung im Europäischen Parlament vergangene Woche bezeichnete EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Abkehr von den Indexierungssystemen seit den 1970er Jahren als Verbesserung.

Doch diese Umstellung in Verbindung mit der geringeren Verhandlungsmacht der Gewerkschaften hat wahrscheinlich auch zu der gedämpften Lohn- und Preisentwicklung in den letzten zehn Jahren beigetragen, in denen die EZB beispiellose Konjunkturmaßnahmen ergriffen hat, um eine mögliche Deflation abzuwehren.

Lohn-Preis-Spirale?
“Wir schaffen keine Inflation oder eine Lohn-Preis-Spirale, wenn wir die Gehälter der EZB-Mitarbeiter an die Inflation anpassen”, sagte Carlos Bowles, Vizepräsident von IPSO und Ökonom bei der EZB, auf die Forderungen angesprochen. “Wenn die EZB eine Rolle bei der Inflation spielt, dann über ihre Geldpolitik und nicht über den Mechanismus, mit dem sie die Gehälter ihrer Mitarbeiter anpasst.” (aa)

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