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Ex-Bankchef wegen Wuchergebühren in Vermögensverwaltung gefeuert

Jesper Nielsen, bis vor Kurzem noch Interimschef der Danske Bank, muss seinen Hut nehmen. Grund dafür sind überhöhte Gebühren eines bestimmten Investmentprodukts und die damit zusammenhängenden Kunden-Entschädigungen in Millionenhöhe.

Jesper Nielsen
Ex-Danske-Bank-Vorstand Jesper Nielsen
© Danske Bank

Nachdem die Danske Bank seit Monaten im Zentrum eines milliardenschweren Geldwäsche-Skandals steht, über den im vergangenen Herbst sogar Vorstandschef Thomas Borgen stolperte, steht dem dänischen Geldhaus erneut ein Abgang an der Spitze bevor. In einer Pressemitteilung wurde nun die Abberufung des Vorstandsmitglieds und Leiters des nationalen Bankgeschäfts Jesper Nielsen verkündet, nachdem bekannt geworden war, dass die Bank rund 87.000 erbosten Vermögensverwaltungskunden bis zu 54 Millionen Euro an Gebühren zurückerstatten muss. Konkret ging es um überhöhte Entgelte für eine spezielles Vermögensverwatungsdepot, das so nur auf dem dänischen Markt angeboten wurde: Das Flexinvest-Fri-Konto. Dieses versprach Kunden einen komfortablen und günstigen Zugriff auf professionelle Anlagemöglichkeiten ab Einzelinvestments von 5.000 dänischen Kronen (rund 700 Euro) aufwärts.

Wie die Bank bei einer internen Überprüfung jedoch feststellte, zog das damalige Management die Gebührenschrauben just zu jenem Zeitpunkt kräftig an, als 2017 interne Änderungen im Zusammenhang mit Mifid II durchgeführt wurden. Nielsen sei mitverantwortlich dafür, dass Kunden dadurch ein ungeeignetes Investmentprodukt verkauft worden sei, dessen Kosten in einem krassen Missverhältnis zu den erzielbaren Rendten gestanden habe. "Deshalb kann Jesper nicht in seiner Position bleiben“, so Verwaltungsratschef Karsten Dybvad in einer Mitteilung.

Chris Vogelzang, der bis 2017 dem Vorstand der niederländischen Bank ABN Amro angehörte, steht seit dem 1. Juni an der Spitze der Danske Bank und versprach, die betroffenen Kunden zu entschädigen. Wie das im Detail geschieht hängst entscheidend davon ab, wann das Investmentprodukt gekauft wurde. Diejenigen, die bei der Gebührenerhöhung am 1. Juli 2017 bereits investiert waren, erhalten eine Entschädigung für die Gebühren, die sich über einen Zeitraum bis 19. November 2018 erstrecken, als die Entgelte wieder gesenkt wurden. Kunden, die das Produkt bereits ab dem 1. Februar 2017 gekauft hatten, werden auch "für die Renditen entschädigt, die erzielt worden wären, wenn sie ihre Investitionen in eine relevante Alternative zu Flexinvest Fri platziert hätten". (aem)

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