Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Vermischtes
twitterlinkedInXING

Ethenea: Leitender Portfoliomanager nimmt seinen Hut

Schon vor einigen Monaten machten Gerüchte die Runde, Guido Barthels würde Ethenea den Rücken kehren. Nun wurden die Gerüchte Realität, die Trennung ist jetzt offiziell.

Guido Barthels
Guido Barthels, Ethenea: "Die Zeit bei Ethenea war spannend und toll. Dennoch ist es für mich nun an der Zeit, mich beruflich nochmal einer neuen Herausforderung zu stellen."
© Günther Menzl / Institutional Money

Der Luxemburger Fondsanbieter Ethenea Independent Investors verliert einen seiner bekanntesten Köpfe: Der Anleiheexperte Guido Barthels, derzeit noch leitender Portfoliomanager des Ethna-Defensiv, wird das Haus Ende Juli verlassen, "um sich beruflich einer neuen Herausforderung zu widmen", wie es in einer Mitteilung der Fondsgesellschaft heißt.

Die Verantwortung für den Ethna-Defensiv übernehmen nun die Firmengründer Luca Pesarini und Arnoldo Valsangiacomo, die bereits die Anleihen- und Währungsallokation des Firmenflaggschiffs Ethna-Aktiv steuern. Ab Juni 2019 soll zudem ein weiterer Bondexperte das Portfoliomanagement-Team des Fonds ergänzen.

"Wo immer wir Synergien sinnvoll nutzen können, werden wir dies stets im Sinne unserer Anleger in jedem unserer Fonds tun", sagt Pesarini. "Unsere Expertise auch für die Verwaltung des anleihefokussierten Mischfonds Ethna-Defensiv zu nutzen, ist daher die logische Konsequenz."

Neues Fondsprojekt in Frankfurt
"Die Zeit bei Ethenea war spannend und toll", lässt sich Barthels in der Mitteilung zitieren. "Dennoch ist es für mich nun an der Zeit, mich beruflich nochmal einer neuen Herausforderung zu stellen. Auch wenn sich nach elf gemeinsamen Jahren unsere Wege beruflich trennen, werde ich Ethenea und den Kollegen – allen voran Luca – weiterhin eng verbunden bleiben." Pesarini bedankt sich in der Mitteilung ausdrücklich für Barthels "langjähriges Engagement".

Gerüchte um Barthels Weggang hatten in Branchenkreisen schon vor einigen Monaten die Runde gemacht. Auf Anfrage der Redaktion dementierte Barthels das damals entschieden. Er plane zwar ein Fondsprojekt in Frankfurt, werde Ethenea aber dennoch die Treue halten, sagte er damals. Zu seinem neuen Vorhaben wollte er sich seinerzeit noch nicht näher äußern, weshalb unsere Redaktion auf eine Berichterstattung verzichtete.

Details mag Barthels auch aktuell noch nicht verraten. Die Möglichkeit, in seiner Heimat, dem Rhein-Main-Gebiet zu arbeiten, habe sich erst sehr kurzfristig ergeben, so Barthels am Dienstag auf Anfrage. Das Pendeln nach Luxemburg wird ihm nicht fehlen: Seine Familie wohnt nahe Frankfurt in Friedrichsdorf, wo er sich auch politisch engagiert – Barthels ist Fraktionsvorsitzender der FDP in der Stadtverordnetenversammlung.

Hohe Mittelabflüsse
Ethenea durchlebt keine einfache Zeit: Der einstige Bestsellerfonds Ethna-Aktiv hinkte den Wettbewerbern insbesondere in den Jahren 2015, 2016 und 2018 deutlich hinterher. Anleger ziehen Geld in Scharen ab: 2015 verwaltete der Fonds zeitweise mehr als zwölf Milliarden Euro, mittlerweile sind es nur noch gut vier Milliarden Euro.

Auch Barthels Ethna-Defensiv musste Federn lassen: Seit dem Jahr 2016 hat sich dessen Volumen von mehr als einer Milliarde Euro auf gut 500 Millionen Euro halbiert. Der dritte Ethenea-Fonds, der Ethna-Dynamisch, hält sich mit Blick auf das Volumen am besten, verwaltet mit aktuell knapp 260 Millionen Euro aber deutlich weniger als die anderen beiden Portfolios.

Leiter des Portfoliomanagements wechselte zu H&A
Barthels Abgang ist nicht der erste prominente Verlust für die Luxemburger Gesellschaft: Im Februar verließ Thomas Herbert, der Leiter des Portfoliomanagements bei Ethenea, das Haus, um als Geschäftsführer bei Hauck & Aufhäuser Global Investment Management anzuheuern. (bm)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen