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Janus: Henderson-Chef Andrew Formica muss gehen

Die Integration der beiden Fondsgesellschaften ist nun so weit vorangeschritten, dass die Doppelspitze aufgelöst wird, teilte das vereinte Haus mit. Künftig lenkt der frühere Janus-Chef Dick Weil den Konzern allein, Andrew Formica muss gehen. Vertriebschef Phil Wagstaff nimmt eine Auszeit.

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Dick Weil leitet Janus Henderson künftig alleine.
© Janus Henderson

Die frisch fusionierte Fondsgesellschaft Janus Henderson löst ihre Doppelspitze auf. Künftig wird der ehemalige Janus-Chef Dick Weil alleine das vereinte Unternehmen lenken. Der frühere Henderson-Steuermann Andrew Formica hingegen werde seinen Posten als Co-Chef mit sofortiger Wirkung niederlegen. Er stehe dem Unternehmen aber noch bis Ende des Jahres beratend zur Seite, heißt es in einer Mitteilung.

"Nachdem die Integration deutlich vorangeschritten ist, entschied der Aufsichtsrat, dass die Doppelspitze ihre Ziele erreicht hat und es nun Zeit ist, Janus Henderson wieder von einem einzigen Vorstandschef führen zu lassen", sagte Richard Gillingwater, Aufsichtsratschef des Asset Managers, dessen Aktien an den Börsen von London, New York und Sydney gelistet sind. Nach dem Zusammenschluss verwaltet der Anbieter weltweit ein Vermögen von rund 370 Milliarden Dollar. Die Aktie notierte im Londoner Handel am Vormittag mit einem Plus von mehr als 1,8 Prozent bei rund 31,70 US-Dollar.

Schwierige Wahl
Die Auflösung der Doppelspitze kommt früher als erwartet. Im vergangenen Jahr war noch die Rede davon, dass die Co-Chefs "zwei bis drei Jahre" weiter zusammen regieren und die Integration der beiden Häuser zum Abschluss bringen sollen. Klar war aber auch, dass die Doppelbesetzung keine Dauerlösung ist. "Die Doppelspitze ist für den Anfang sinnvoll. Doch das Unternehmen hat stets klargestellt, dass diese nicht auf Ewigkeit angelegt ist", hatte Deutschlandchefin Daniela Brogt bereits Anfang des Jahres gemeint. Bei einem anderen fusionierten Asset Manager, Standard Life Aberdeen, propagieren die Co-Chefs Martin Gilbert und Keith Skeoch hingegen, dass sie den Konzern "noch lange" gemeinsam lenken wollen.

Die Entscheidung für einen der beiden Köpfe sei bei Janus Henderson nicht leicht gefallen, da beide Kandidaten "hoch qualifiziert" seien, heißt es in der Mitteilung weiter. Der Auswahlprozess habe Monate gedauert und externe Berater seien hinzugezogen worden. Weil sei jedoch der geeignetste Kandidat gewesen, um Janus Henderson "auf eine neue Ebene zu heben". Er bringe viele Fähigkeiten und Erfahrung aus seinen früheren Posten mit, wo er Unternehmen durch "Phasen der Herausforderung und des Wandels" gelenkt habe. Weil zog im Zuge der Fusion von Denver nach London um. Bevor er 2010 an die Spitze von Janus rückte, arbeitete er bei der Allianz-Tochter Pimco.

Vertriebschef legt "Karriere-Pause" ein
Formica wiederum übernahm wenige Wochen nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 die Führung bei Henderson. Seither erwarb er sich einen Ruf als reger Dealmaker. So fädelte der Australier die Übernahme der Investmenthäuser New Star und Gartmore durch Henderson ein. Der Aufsichtsrat von Janus Henderson teilte mit, dass das Unternehmen für seine Abfindung eine Rückstellung in Höhe von rund zwölf Millionen US-Dollar bilden werde. Formica erhielt 2017 eine Vergütung von 7,6 Millionen Dollar, Weil von neun Millionen Dollar.

Zudem wird der weltweite Vertriebschef Phil Wagstaff eine "Karriere-Pause" einlegen, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Dies sei nun "genau die richtige Zeit" dafür, da die Integration deutlich vorangekommen und die Vertriebsteams nun gut aufgestellt seien. Wagstaff werde in den nächsten sechs Monaten noch eng mit Weil kooperieren, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen.

Investoren ziehen Milliarden ab
Zudem verkündete das Haus noch Zahlen für das zweite Quartal. Umsatz und operativen Gewinn konnte das Haus gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres leicht steigern. Auch auf Halbjahressicht stiegen die Kennziffern gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum an, wenn man die Ergebnisse beider Unternehmen für den Vergleich zusammenrechnet.

Allerdings zogen Anleger im zweiten Quartal 2,7 Milliarden Dollar aus den Fonds des vereinten Hauses ab. Im ersten Quartal war der Abfluss genauso hoch gewesen. Über das ganze Jahr 2017 hatten Janus Henderson zusammengenommen ein Nettomittelabfluss in Höhe von 10,2 Milliarden Dollar erlitten, 2016 waren es 8,4 Milliarden Dollar gewesen. (ert)

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