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EQT kauft Secondaries-Gigant Coller Capital für 3,2 Milliarden Dollar

Mit der Übernahme der britischen Coller Capital steigt die schwedische EQT in den boomenden Secondaries?Markt ein. Damit will der schwedische PE-Manager sein Profil als integrierter Private?Markets?Anbieter schärfen und in großem Stil auf das Wachstum im Markt für Fondsanteils?Zweitkäufe setzen.

© Aycatcher / stock.adobe.com

Die schwedische Private-Equity-Gesellschaft EQT wird das britische Unternehmen Coller Capital für 3,2 Milliarden Dollar übernehmen, wie beide Unternehmen bekannt gegeben haben. Damit steigt EQT in den zunehmend attraktiver gewordenen Sekundärmarkt ein. Dieses Marksegment, auch "Secondaries" genannt, ermöglicht es Anlegern in Private-Equity-Fonds und privaten Unternehmen, ihre Anlagen zu veräußern, um Liquidität zu schaffen. Dieser Markt hat erheblich an Popularität gewonnen, da das von Unsicherheiten und steigenden Zinsen geprägte globale Umfeld den Ausstieg aus Investitionen erschwert hat.

Der Kern des Deals: EQT übernimmt Coller Capital vollständig und bezahlt den Kaufpreis von 3,2 Milliarden US?Dollar überwiegend in eigenen Aktien. Zusätzlich ist eine erfolgsabhängige "Earn?out"?Komponente von bis zu 500 Millionen US?Dollar vereinbart, die an die Entwicklung des Geschäfts bis 2029 gekoppelt ist. Coller Capital bringt fast 50 Milliarden US?Dollar Assets under Management (AUM) in die Gruppe ein, davon 33 Milliarden US?Dollar an gebührenrelevanten AUM per Ende 2025. Der jüngste Flagship?Fonds CIP IX verfügt über 10,2 Milliarden US?Dollar an gebührenrelevanten Commitments und ein Gesamtvolumen von 14,2 Milliarden US?Dollar einschließlich Co?Investments und Mandaten.

Strategische Einordnung
Mit der Transaktion baut EQT seine Plattform um eine eigenständige Secondaries?Säule aus und will sich als voll integrierter Private?Markets?Anbieter positionieren. Hintergrund ist der stark wachsende Secondaries?Markt, dessen Volumen sich nach Branchenschätzungen bis 2030 mehr als verdoppeln könnte, getrieben von Liquiditätsbedarf, längeren Haltedauern und Produktinnovationen.

EQT verweist zudem auf den Trend institutioneller und privater Investoren, Beziehungen auf wenige, breit diversifizierte Häuser zu konzentrieren. Die Kombination von Primär?Private?Equity, Infrastruktur, Real Assets und Secondaries soll in diesem Umfeld zusätzliche Mandate sichern und Cross?Selling ermöglichen.

Geschäftsentwicklung im Detail
Coller Capitals gebührenrelevante AUM stiegen von 18 Milliarden US?Dollar Ende 2023 auf 23 Milliarden US-Dollar 2024 und auf geschätzte 33 Milliarden US-Dollar 2025. Die Management?Fees nahmen im gleichen Zeitraum von 170 auf 200 respektive 330 Millionen US?Dollar zu. EQT kalkuliert für 2026 mit gebührenrelevanten AUM von rund 40 Milliarden US?Dollar und Fee?Erlösen von 350 bis 375 Millionen US?Dollar. Auf Konzernebene erwartet der Manager einen mittleren einstelligen Prozentbeitrag zu den Erträgen und eine Stärkung der wiederkehrenden Einnahmenbasis.

Struktur, Marke und Integration
Die Secondaries?Aktivitäten sollen künftig unter der Marke "Coller EQT" als eigene Plattform innerhalb einer neuen EQT?Sparte für Secondaries umgesetzt werden. Der Investmentprozess von Coller EQT soll unabhängig bleiben, während Bereiche wie Origination, Daten und Produktentwicklung enger an die übrige EQT?Plattform angebunden würden.

Gründer Jeremy Coller bleibt CIO und Managing Partner und berichtet direkt an EQT?CEO Per Franzén. Er rückt zudem in das Executive Committee von EQT ein. Beide Seiten sehen erhebliche Wachstumschancen vor allem in Asien, wo der Secondaries?Markt bislang als unterentwickelt gilt. "Diese Partnerschaft ist ein entscheidender Meilenstein für unser Unternehmen", erklärte Jeremy Coller zu der Transaktion. Das von ihm gegründete Unternehmen bringe seine Jahrzehnte lange Erfahrung auf den Sekundärmärkten in EQT ein, um das gemeinsame Ziel, die Zukunft der privaten Märkte mitzugestalten, zu verwirklichen.

35 Jahre Erfahrung eingekauft
EQT?CEO Per Franzén spricht in Bezug auf den Deal von einem "natürlichen und wichtigen Schritt" in der Weiterentwicklung der hauseigenen Plattform und betont die Rolle von Secondaries als Instrument zur Portfolio?Steuerung und Liquiditätsversorgung in privaten Märkten. Jeremy Coller bezeichnet die Kombination als "defining moment" und hebt hervor, dass Coller seine mehr als 35?jährige Secondaries?Erfahrung in eine Partnerschaft einbringt, die auf skalierte, globale Private?Markets?Lösungen zielt. Sekundärmärkte seien für die EQT-Kunden zu einem immer wichtigeren Instrument geworden, um ihre Liquidität zu verwalten, ihr Portfolio aufzubauen und den langfristigen Besitz hochwertiger Vermögenswerte zu unterstützen, so Franzén.

Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und bestimmter Investorenfreigaben bei Coller?Fonds. Das Closing wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Sollte es bis zur EQT?Hauptversammlung am 12. Mai 2026 nicht erfolgt sein, ist zusätzlich die Zustimmung der EQT?Aktionäre zur Aktienausgabe erforderlich. (hh)

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