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Low-Touch-Komprimierung

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DWS reißt Hierarchie ein

Die Fondstochter der Deutschen Bank streicht opulente Stellenbezeichnungen. Zudem gibt es vorerst keine Beförderungen, und die Vergütungen orientieren sich stärker an der individuellen Leistung. Die Gesellschaft will sich damit von der Mutter emanzipieren.

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© Jakub Jirsák / stock.adobe.com

Vertreter der der Finanzbranche schmücken sich gerne mit Positionsbezeichnungen, die sich bisweilen über die gesamte Visitenkarte erstrecken. Das ist bei der Fondsgesellschaft DWS nicht anders. Doch damit soll nun Schluss sein. Die Geschäftsleitung habe sich einstimmig darauf geeinigt, "ab Mitte 2020 keine Corporate Title mehr in der DWS zu verwenden", heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiter, das unserer Redaktion vorliegt. Auch knackige Stellenbezeichnungen wie "Vice President" oder "Managing Director" fallen weg.

Die Deutsche-Bank-Tochter will damit Hierarchien aufbrechen – und wirft gepflegte Traditionen über Bord. Denn je länger jemand unter Vertrag war, desto mehr Titel konnte er oder sie horten und die entsprechende Vergütung einstreichen. Solche Strukturen will sich der Asset Manager unter der Führung von Asoka Wöhrmann angesichts des branchenweiten Preisverfalls und Kostendrucks augenscheinlich nicht mehr leisten. Nach seinem Amtsantritt vor einem Jahr hatte der frühere Chefanalagestratege bereits einige Führungsebenen umgekrempelt. Nun geht er das Gefüge von anderer Seite an.

Komplexität reduzieren
Das Haus habe sich "das Ziel gesetzt, die Komplexität in unserem gesamten Unternehmen zu reduzieren, Barrieren abzubauen und ein moderneres Arbeitsumfeld zu schaffen, das es uns ermöglicht, als ein Team Spitzenleistungen zu erbringen", heißt es in dem Schreiben weiter. "Mit der Schaffung einer flachen, vereinfachten Unternehmensstruktur werden wir in der Lage sein, Entscheidungen effizienter zu treffen, Innovationen voranzutreiben und jedem von Ihnen klarere Verantwortung und Transparenz für seinen Beitrag für die DWS zu geben."

Die künftigen Jobtitel sollen sich vielmehr an dem "erforderlichen Fachwissen", den "Auswirkungen auf das Geschäft" sowie dem "Teammanagement" orientieren. Zudem betont Wöhrmann die Leistungskomponente. "Die Vergütung für jede Rolle wird entsprechend definiert." Sprich: Statt schillernde Titel einfach über jahrelanges Ausharren im Unternehmen zu erlangen, sollen sich Positionsbezeichnungen und die einhergehende Bezahlung an Kenntnissen, Einsatzbereitschaft und Erfolg bemessen. Mit diesem Schritt will Wöhrmann junge Talente locken – eines der von ihm ausgerufenen Ziele.

Keine Beförderungen, aber noch Gehaltserhöhungen
Zugleich kündigt das Management an, dass es für 2019 keine Beförderungen geben werde. Dafür betonen Wöhrmann & Co. in dem Schreiben, dass ein Engagement weiter belohnt werde. Die individuelle Leistung und der Beitrag zum Erfolg der DWS werde auch weiterhin im Vergütungsprozess anerkannt. "Lassen Sie uns ganz klar sagen, dass unser neuer Ansatz keine Kostenmaßnahme ist", versichern die Führungskräfte in dem Schreiben.

Die Fondsgesellschaft sieht den Abschied von den Stellenbezeichnungen als den "jüngsten Schritt auf unserem Weg hin zu einem eigenständigen Vermögensverwalter, den wir mit dem Börsengang 2018 begonnen haben." Am Ende des Schreibens stehen übrigens nur die Namen der DWS-Geschäftsleitungsmitglieder – ohne jegliche Titel. (ert)

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