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DWS-Chef Asoka Wöhrmann zieht sich zurück

Angetreten war Wöhrmann als Heilsbringer und Sanierer. Mit einem strikten Sparkurs wollte er die Fondstochter der Deutschen Bank schlanker und schlagkräftiger aufstellen. Doch das Haus sah sich mit Greenwashing-Vorwürfen konfrontiert und zog Kritik auf sich. Nun muss er sein Amt abgeben.

Asoka Wöhrmann, DWS
Asoka Wöhrmann, DWS: "Um die Institution und auch meine Familie zu schützen, möchte ich den Weg für einen personellen Neuanfang frei machen."
© Christoph Hemmerich / FONDS professionell

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der DWS, Asoka Wöhrmann, legt sein Amt zum Ablauf der Hauptversammlung der börsennotierten Gesellschaft am 9. Juni 2022 nieder. Dies teilte die Fondstochter der Deutschen Bank mit. Den Posten von Wöhrmann übernimmt Stefan Hoops. Er leitete bisher beim Mutterhaus die Unternehmensbank. Auch auf Konzernebene wird Hoops die Verantwortung für die Vermögensverwaltung übernehmen, heißt es in einer separaten Mitteilung der Deutschen Bank.

Wöhrmann verweist als Grund für seinen Rückzug auf die Vorwürfe, "die in den vergangenen Monaten gegen die DWS und mich persönlich erhoben wurden". Diese seien "eine Belastung für das Unternehmen und auch für meine Familie und mich persönlich geworden", führt der scheidende DWS-Chef in der Mitteilung aus. "Um die Institution und auch meine Familie zu schützen, möchte ich daher den Weg für einen personellen Neuanfang frei machen."

Greenwashing-Vorwürfe
Damit spielt Wöhrmann einerseits auf den Greenwashing-Verdacht an, den die ehemalige ESG-Leiterin Desiree Fixler erhoben hatte. Demnach soll die DWS ihre Fortschritte bei nachhaltigen Investments besser dargestellt haben, als sie sind. Die Fondsgesellschaft hat die Vorwürfe stets vehement bestritten. Behörden in den USA und die deutsche Finanzaufsicht Bafin ermitteln in dem Fall.

Erst am Tag vor der Bekanntgabe von Wöhrmanns Abgang hatten Fahnder von Staatsanwaltschaft, Bundeskriminalamt und Bafin die Zentralen von DWS und Deutscher Bank durchsucht.

Auf der anderen Seite wurde Wöhrmann vorgeworfen, seinen privaten E-Mail-Account für geschäftliche Zwecke genutzt zu haben. Weiterhin wurde bekannt, dass Wöhrmann eine Zahlung an einen Geschäftsmann für den Kauf eines Porsche geleistet haben soll. Diese Zahlungen lösten eine Meldung an die Finanzaufsicht aus. Der Kauf kam zwar nie zustande und das Geld floss zurück, aber erst ein Jahr später.

"Exzessives" Gehalt
Zuletzt hatte noch der einflussreiche Aktionärsberater Glass Lewis das hohe Gehalt von Wöhrmann als "exzessiv" kritisiert und den DWS-Anteilseignern geraten, gegen die Vergütung zu stimmen. Mit 2,4 Millionen Euro falle 2021 sein Basisgehalt "deutlich höher" aus als bei vergleichbaren Gesellschaften, berichtet der Branchendienst "Financial News". Daneben waren Berichten zufolge bei der DWS Droh- und Beleidigungsschreiben eingegangen, die sich auch direkt gegen Wöhrmann richteten.

Die DWS betont in der Mitteilung, Wöhrmann lege sein Mandat im Einvernehmen mit dem Unternehmen nieder. "Ich habe immer mit allem Herzblut zum Wohle der DWS gearbeitet. Dies gilt natürlich insbesondere seit meiner Rückkehr an die Spitze der Gesellschaft 2018", sagt Wöhrmann. Er war lange Zeit Investmentchef bei der Asset-Management-Einheit, bevor er 2015 als Leiter des Privatkundengeschäfts zum Mutterkonzern gewechselt war. 2018 löste Wöhrmann dann Nicolas Moreau ab, der die Deutsche-Bank-Tochter an die Börse geführt hatte.

"Großen Respekt"
"Ich habe großen Respekt für Asoka Wöhrmanns Entscheidung, sein Amt niederzulegen – sie zeugt von seinem Verantwortungsbewusstsein", sagt Karl von Rohr, Co-Chef der Deutschen Bank und Aufsichtsratsvorsitzender der DWS. "Dank seiner Führung hat die DWS neue Größe erlangt, hat sich erfolgreich an der Börse etabliert und ist für die Zukunft sehr gut aufgestellt." Bei der Deutschen Bank übernimmt die Leitung der Unternehmensbank David Lynne, der dort bisher das Geschäft im Bereich Asien-Pazifik verantwortet. (ert)

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