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Deuten Gold- und Silberoptionen auf eine Kurskorrektur hin?

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Gold- und Silberoptionen weisen derzeit ungewöhnlich positive Schiefewerte auf – was oftmals als Vorzeichen für eine bevorstehende Kurskorrektur gewertet werden kann. Starke Zinssenkungen und ein schwächerer Dollar könnten den Ausblick jedoch ändern.

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Due Diligence: Machtverhältnisse drehten sich um 180 Grad

Während Private-Equity-Investoren vor 15 Jahren noch als Bittsteller auftreten mussten, sind nun Fondsgesellschaften die Parteien, die bereitwillig sämtliche investitionsrelevante Daten zur Verfügung stellen. Das ist aber nicht die einzige, wichtige Weiterentwicklung am Private-Equity-Markt…

Alexander Binz, Gründungspartner und Geschäftsführer der Private-Equity-Boutique Circle Eleven
Alexander Binz, Gründungspartner und Geschäftsführer der Private-Equity-Boutique Circle Eleven
© Circle Eleven

„Die Due Diligence von Fondsgesellschaften ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sich „Machtverhältnisse“ um fast 180 Grad drehen können“, schreibt Alexander Binz, Gründungspartner und Geschäftsführer der Private-Equity-Boutique Circle Eleven, in einem „Institutional Money“ exklusiv vorliegenden Beitrag:

„Der Auswahlprozess geeigneter Private-Equity-Fonds ist nicht mehr derselbe: Im Zuge von saturierten Märkten, weltweit riesigen Datenbanken, erfahrenen Placement-Agenturen mit tiefem Branchenverständnis sowie global agierenden Investmentbanken hat sich vor allem der Prozess der Datenbeschaffung ins Gegenteil gekehrt. Während Investoren früher noch um jede Auskunft ringen mussten, stehen ihnen unlängst extrem ausführliche Informationen zu sehr vielen Private-Equity-Gesellschaften, deren Management, Strategien und all ihren getätigten Investments zur Verfügung.

Doch lassen Sie uns den Status Quo differenziert betrachten. Denn: Was auf der einen Seite zwar ein enormer Zugewinn für die Investoren ist, stellt sie auf der anderen Seite vor zusätzliche Herausforderungen. Es gilt, Ordnung in die Informationsfülle zu bringen. Wie genau das funktioniert? Darüber sollen die folgenden drei Konstellationen für potenzielle Investoren Auskunft geben:  

Die Private-Equity-Gesellschaft ist dem Anleger seit Jahrzehnten „aus aktiver Investorensicht bekannt“
Bei vielen erfahrenen Markteilnehmern lässt sich eine weitestgehend identische Verhaltensweise feststellen: Etwa 70 Prozent der zu allokierenden Mittel werden in wechselnder Höhe auf „existing relationships“ verteilt.

Es wird also in Private-Equity-Fonds investiert, die man über mehrere Fondsgenerationen aktiv verfolgt hat: bei vierteljährlichen Update-Meetings, bei jährlichen Limited-Partner-Meetings, aus Dutzenden von Rechenschaftsberichten und dem permanenten Abgleich von „gemachten Strategie-und Performanceaussagen“ sowie den tatsächlichen Resultaten.

Doch was ist, wenn der Fonds ins Fundraising geht und dabei neue Erkenntnisse zu Tage treten? Oder konkreter: Habe ich als Anleger über Jahrzehnte meine Investorenposition ordentlich wahrgenommen, wenn bei der Fonds-Due-Diligence neue Informationen auftauchen? Auch wenn der Vergleich ein wenig hinken mag – aber auch an jedem Hochzeitstag wird sich wohl kaum einer der Partner die Frage stellen, ob man nun nochmal für einen neuen Zeitraum die Partnerschaft verlängert, oder?      

Ein Private-Equity-Fonds wird seit Jahren „getrackt“; eine Investition hat noch nicht stattgefunden
Ein wenig anders und herausfordernder stellt sich die Situation dar, wenn keine Investition in den relevanten Fonds erfolgt ist. Denn zum einen fließen die Informationen nicht nach einem permanenten und definierten Muster. Und zum anderen gibt es die Hürde zu überwinden, als „Nicht-Investor“ Informationen und Zugang zum Team zu erhalten. In diesem Fall gilt es, frühzeitig Kontakt zum Fonds aufzunehmen. Also genau dann, wenn er nicht im Fundraising ist.

Warum? Als interessierter Investor besteht die Möglichkeit, flexibel und zeitlich ohne Druck das Team kennenlernen zu können. Dieses ist zwar mit Investitionen und Desinvestitionen beschäftigt. Dennoch spricht meist nichts dagegen, auch mal einen Tag mit einem potenziellen Investor zu verbringen. Während des offiziellen Fundraising ist eine solche Bereitschaft dann eher selten zu beobachten oder nur den Bestandsinvestoren vorbehalten.

So besuchen auch wir von Circle Eleven regelmäßig interessante Kandidaten an verschiedenen Standorten und in unterschiedlichen Situationen: in deren Büros, bei Konferenzen, bei Abendessen, als Gast bei deren Annual Meetings, bei uns im Büro etc. Auch Personen verschiedenster Hierarchielevel werden immer interviewt – von wechselnden Mitgliedern unseres Investment-Committee in unterschiedlicher Zusammensetzung. Insgesamt erhalten wir so nach mehrjähriger Beschäftigung mit einem potenziellen Investment ein „rundes Bild“ und sind bestens präpariert, wenn der „kurze Run“ während der offiziellen Vertriebsphase auf die sehr guten Fonds beginnt.

First-time Funds
Wenn Investments in neue Private-Equity-Teams überlegt werden, so kann dies aus dem Renditeblickwinkel hochinteressant sein. Dabei handelt es sich regelmäßig um recht kleine und „hungrige“ Teams, die sich Ihre Sporen erst noch verdienen wollen – und müssen. Eine gemeinsame Deal-Vergangenheit des Fonds gibt es nicht. Vielmehr gilt es, die Einzelerfahrung der Protagonisten zu bewerten und auf das Konstrukt „Gemeinsam im Fonds investieren“ zu projizieren. Kann die Gruppe zusammen die bevorstehenden Transaktionen sourcen, exekutieren und zu erfolgreichen Investments machen?

Mangels eines ausreichenden Datenmaterials muss in diesem Fall sehr stark auf die Aussagen von ehemaligen Kollegen, Chefs, Mitarbeitern, Investoren etc. abgestellt werden – „Referenzgespräche“ bilden einen wesentlichen Teil der Due Diligence.“

 

 

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