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Digitaler Euro nimmt entscheidende Hürde

Der ECON-Ausschuss des EU-Parlaments hat den Weg für Verhandlungen über den Rechtsrahmen des digitalen Euro freigemacht und sich für eine Online- und eine Offline-Variante ausgesprochen. Die EZB will die Währung bis 2029 einführen, nun beginnt der Trilog.

Im Europaparlament wurde einen entscheidende Weiche für die Einführung des digitalen Euro gestellt.
Im Europaparlament wurde einen entscheidende Weiche für die Einführung des digitalen Euro gestellt.© Symbiot / stock.adobe.com

ECKPUNKTE:

  • Der ECON-Ausschuss billigte eine Online- und eine Offline-Variante des digitalen Euro und macht damit den Weg für den Trilog frei
  • Antrieb sind die Sorge vor Abhängigkeit von US-Anbietern wie Visa und Mastercard sowie die Ausbreitung dollarbasierter Stablecoins
  • Die EZB strebt die Einführung bis 2029 an und prüft die Währung zuvor in einer zwölfmonatigen Pilotphase

Der Wirtschafts- und Währungsausschuss (ECON) des EU-Parlaments hat den Weg für die Verhandlungen über den Rechtsrahmen des digitalen Euro freigemacht. Das Gremium befürwortete am Dienstag in Brüssel eine Online- und eine Offline-Variante der Währung, die die EZB bis 2029 einführen will. Damit können die abschließenden Verhandlungen mit den Regierungen und der EU-Kommission beginnen.

Die EZB begrüßte den Beschluss, der das Euro-Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel sichere und zugleich den digitalen Euro ausgestalte. Frischen Schub erhält das 2021 gestartete und lange im Streit zwischen den nationalen Regierungen und innerhalb des Parlaments steckengebliebene Vorhaben durch die Sorge vor einer übermäßigen Abhängigkeit von US-Zahlungsdienstleistern wie Visa und Mastercard. Auch die Ausbreitung überwiegend dollarbasierter Stablecoins, die von Donald Trump propagiert werden, beunruhigt die EU-Regierungen.

Zwei Jahre verhandelt
Seit dem Kommissionsvorschlag von 2023 dauerte es mehr als zwei Jahre, bis sich die Mitgliedstaaten auf einen gemeinsamen Ansatz verständigten – und bis heute, ehe das Parlament nachzog. Einer der umstrittensten Punkte war, ob beide Varianten zugleich starten sollen. Berichterstatter Fernando Navarrete von der christdemokratischen EVP hatte zunächst eine Offline-Variante vorgeschlagen, der eine Online-Version erst in einem zweiten Schritt folgen sollte – und nur dann, wenn der Privatsektor keine rechtzeitige Alternative liefert. Die EZB widersprach: Beide Versionen seien nötig, um den vollen Nutzen zu erzielen. Im Februar schloss sich das Parlament dieser Linie an.

Wahlfreiheit im Vordergrund
Navarrete betonte nach der Abstimmung, der digitale Euro werde die Nutzung von Bargeld nicht verhindern. Ziel sei nicht, jemanden zu einer bestimmten Zahlungsform zu drängen, sondern mehr Optionen zu bieten und die Wahlfreiheit zu erhalten. Wer weiter mit Bargeld zahlen wolle, solle das können; wer digitale Mittel bevorzuge, erhalte mit dem digitalen Euro eine sichere europäische Alternative der Notenbank.

Testphase
In einer zwölfmonatigen Pilotphase will die EZB eine Beta-Version unter realen Bedingungen prüfen, beteiligt sind ausgewählte lizenzierte Zahlungsdienstleister und Händler aus dem Euroraum. Parallel zur Endkundenvariante treibt die Notenbank eine Wholesale-Variante für den Interbankenverkehr voran: Im März stellte sie einen Fahrplan vor, um Transaktionen auf Distributed-Ledger-Basis mit Zentralbankgeld abzuwickeln, und kündigte für 2028 einen Entwurf der Appia-Initiative an. Zuvor soll im dritten Quartal 2026 mit Pontes eine kurzfristige Lösung starten, die DLT-Plattformen mit den bestehenden Target-Diensten verbindet. (hw/bloomberg)

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