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Diese Volksbank kann ihre Belastungen nicht mehr selber tragen

Die Volksbank Düsseldorf Neuss muss finanzielle Hilfe des Sektors annehmen, da unter anderem eine hohe Forderung eines Modeunternehmens Probleme bereitet.

© Robert Lehmann / stock.adobe.com

Bei der in einen Betrugsfall verwickelten Volksbank Düsseldorf Neuss haben sich Belastungen angehäuft, die das Institut “nicht aus eigenen Mitteln” tragen kann. Das erklärte Heiner Arnoldi, ein von der Finanzaufsicht Bafin bestellte Sonderbeauftragte, bei dem diesjährigen Vertretergespräch am Montag. Vor diesem Hintergrund seien die bekanntgewordenen Garantien der Sicherungseinrichtung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) gewährt worden. Darüber informiert "Bloomberg News".

Neben dem Betrugsfall, bei dem 100 Millionen Euro von einem Konto des Modeunternehmens Kiabi veruntreut worden seien, ist Arnoldi zufolge auch ein hoher Wertberichtigungsbedarf im Kreditgeschäft zu erkennen. Hinzu kämen Aufwendungen im Sanierungszusammenhang.

„Unverändert besteht eine Forderung des französischen Modeunternehmens Kiabi gegen die Volksbank Düsseldorf Neuss. Sie ist bilanziell als Risiko zu bewerten, für das in angemessener Weise Vorsorge zu leisten ist, auch wenn bislang keine juristischen Schritte gegen die Bank eingeleitet wurden”, sagte Arnoldi bei der Veranstaltung laut Mitteilung.

Mehrere Häuser unter Druck
In der genossenschaftlichen Finanzgruppe hatten sich zuletzt gleich mehrere Banken unter den Schutzschirm der gemeinsamen Sicherungseinrichtung geflüchtet, über die sich die angeschlossenen Institute versprechen, sich in Krisensituationen gegenseitig zu stützen. Neben der Volksbank Düsseldorf Neuss waren das VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden, bei der sich die Garantien und Zuschüsse inzwischen auf 560 Millionen Euro belaufen, die Volksbank Dortmund-Nordwest und die Raiffeisenbank im Hochtaunus.

BaFin und BVR-Präsidentin äußern Kritik
In ihren jüngsten Jahresbericht hatte die Bafin das auch zum Thema gemacht. Im vergangenen Jahr “kam es bei Genossenschaftsbanken zu einzelnen, außergewöhnlich teuren Sanierungsfällen”, hieß es darin. Grund “waren Fehler im Risikomanagement und in der Governance der Banken.”

Auch BVR-Präsidentin Marija Kolak fand ungewöhnlich deutliche Worte. Einige Verantwortliche seien “viel zu hohe Risiken eingegangen. Und sie haben nicht darauf geachtet, dass Kontrollsysteme ausreichend angewandt werden”, sagte Kolak im März. Es sei offensichtlich, dass das für die genossenschaftliche Solidargemeinschaft teuer werden könne.

Weitere Problemfelder identifiziert
Bei der Volksbank Düsseldorf Neuss war es auch zu Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Geldwäscheprävention gekommen. Michael Horf, ein ebenfalls von der Bafin bestellter Sonderbeauftragter, erklärte am Montag, dass es hier in der Vergangenheit Versäumnisse gegeben habe. “Organisatorische Feststellungen sind behoben worden”, sagte er.

Aufsichtsratschef Theodor Leuchten wies allerdings darauf hin, dass noch mehr Arbeit auf die Bank warte: „Es ist durchaus noch eine Reihe von Aufgaben zu erledigen, auch mit Blick auf die juristische Bewertung mancher Vorfälle”. (aa)

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