Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Regulierung
twitterlinkedInXING

Diese Impulse beeinflussen Österreichs Großanleger bei ESG-Investments

Union Investment ist der Frage nachgegangen, welche Faktoren ausschlaggebend sind, warum österreichische Großanleger bei der Kapitalanlage auf Nachhaltigkeit setzen. Eine entsprechende Umfrage unter mehr als 100 Institutionellen in Österreich zeigt Interessantes.

schindler_alexander-union_homepage_klein_quer.jpg
Alexander Schindler, Union Investment: "Der EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums in Europa macht deutlich, dass professionelle Investoren nicht mehr umhin kommen, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen."
© Union Investment

Auch wenn die meisten Profianleger wohl gerne „nachhaltig“ anlegen wollen: oftmals scheitert dies an diversen Hürden in der täglichen Praxis oder einfach nur am zu großen Arbeitsaufwand. Da ist oftmals „Nudging“, also „Anstoßen“ erforderlich. Dies zeigt auch eine von Union Investment in Auftrag gegebene Umfrage unter 102 österreichischen Institutionellen wie Vorsorgekassen, Pensionskassen, Versicherungen, Banken, Unternehmen und Stiftungen in Österreich mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt mehr als 400 Milliarden Euro. Denn wachsende regulatorische Anforderungen sind für Großanleger in Österreich der wichtigste Grund, sich intensiver mit nachhaltigen Kapitalanlagen auseinanderzusetzen.

Regulierung zwingt zur Reaktion
So sieht mehr als die Hälfte der befragten Investoren (53 Prozent) in den wachsenden regulatorischen Anforderungen den wichtigsten Nachhaltigkeitsimpuls, gefolgt von veränderten Risikobedingungen (23 Prozent), der Medienberichterstattung (13 Prozent) und den Anforderungen von Nichtregierungsorganisationen (11 Prozent).

„Der EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums in Europa macht deutlich, dass professionelle Investoren nicht mehr umhin kommen, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bietet Investoren die Chance, ihr Risikomanagement auf ein breiteres Fundament zu stellen“, sagt Alexander Schindler, im Vorstand von Union Investment zuständig für das Geschäft mit institutionellen Kunden.

Großanleger in Österreich, die keine Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen, begründeten dies vor allem mit externen Faktoren wie einer fehlenden Nachfrage von Kunden (69 Prozent) und Gremien (52 Prozent). Im Gegensatz dazu betonten die nachhaltig anlegenden Investoren, primär aus eigenem Antrieb Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen. Als wichtigste Gründe dafür nannten sie die Werte ihres eigenen Unternehmens (91 Prozent) und den Willen, Verantwortung zu übernehmen (84 Prozent).

Alles eine Frage der Rendite
Zweigeteilt sind die Einschätzungen der Großanleger auch bezüglich der Chancen und Risiken nachhaltiger Investments: Eine Minderheit, die keine Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt (32 Prozent), fürchtet Renditenachteile.

Die Mehrheit, die bereits in der Praxis Erfahrungen mit nachhaltigen Investments gesammelt (68 Prozent) und Gelder sowohl konventionell als auch nachhaltig angelegt hat, berichtet jedoch von gegenteiligen Erfahrungen. Hier gaben 88 Prozent an, dass sich das nachhaltige Portfolio in Bezug auf die Rendite ähnlich oder sogar besser entwickelt habe als das konventionelle.

Im Hinblick auf das Risiko sahen 91 Prozent das nachhaltige Portfolio gleichauf oder sogar im Vorteil gegenüber dem konventionell gemanagten.

Die Vorbehalte gegenüber nachhaltigen Kapitalanlagen und gegenteilige Erfahrungen in der Investmentpraxis zeigen, dass der Informationsbedarf bei den Investoren groß ist. Das sehen auch die Befragten selbst so: 52 Prozent stellen im österreichischen Markt einen hohen oder sehr hohen Beratungsbedarf fest.

SDG-Ziele im österreichischen Markt noch wenig bekannt
Informationsbedarf besteht auch bezüglich der 2015 proklamierten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, kurz: SDG). Knapp die Hälfte (49 Prozent) der befragten österreichischen Großanleger gaben an, hierüber keine oder nur sehr geringe Kenntnisse zu haben. Gute bzw. sehr gute Kenntnisse bescheinigten sich wiederum nur 17 Prozent, durchschnittliche Kenntnisse attestierten sich 34 Prozent. Im Gegensatz zur geringen Bekanntheit der SDG steht allerdings die Überzeugung von ihrer Wirksamkeit: 71 Prozent der Investoren, die über SDG-Kenntnisse verfügen, glauben an eine positive Wirkung der UN-Nachhaltigkeitsziele.

„Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen werden immer wichtiger für den Anlageprozess. Sie können dazu beitragen, eine attraktive Rendite zu erzielen und gleichzeitig einen positiven ökologischen und sozialen Beitrag zu leisten“, erläutert Schindler abschließend. (aa)


Redaktioneller Hinweis: Derzeit läuft auf unserer Webseite eine Umfrage, was Institutionelle über eine verpflichtende ESG-Anlagestrategie halten. Was denken Sie darüber? Hier können Sie mitstimmen:

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren