Deutsche Börse kauft Beteiligung und baut Krypto-Engagement aus
Mit einer Beteiligung an der milliardenschweren Krypto-Plattform Kraken setzt die Deutsche Börse auf die Verbindung klassischer Finanzmärkte mit blockchainbasierten Strukturen.

Eckpunkte:
- Die Deutsche Börse übernimmt ein Aktienpaket an der Mutter einer bekannten Kryptobörse
- Dafür werden 200 Millionen US-Dollar in die Hand genommen
Die Deutsche Börse hat 200 Millionen US-Dollar in Payward, die Muttergesellschaft der Krypto-Handelsplattform Kraken, investiert. Der Frankfurter Börsenbetreiber will damit den Zugang zu einer breiteren Palette von Wertpapieren über Blockchain-Infrastrukturen ermöglichen.
Der Deal verschafft der Deutschen Börse laut Mitteilung vom Dienstag (14.4.) eine Beteiligung von rund 1,5 Prozent, berechnet auf Basis aller potenziellen Aktien. Der Abschluss wird vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen im zweiten Quartal erwartet.
Bewertung deutlich gesunken
Die Transaktion bewertet Kraken laut Berechnungen von "Bloomberg" mit rund 13,3 Milliarden Dollar. Bei einem Aktienverkauf im November war das Unternehmen noch mit 20 Milliarden Dollar bewertet worden.
Kraken, eine der ältesten Kryptobörsen weltweit, hatte im November vertraulich Unterlagen für einen Börsengang in den USA eingereicht. Im selben Monat gab das Unternehmen bekannt, in einer Finanzierungsrunde 800 Millionen Dollar eingesammelt zu haben, bei einer Bewertung von 20 Milliarden Dollar.
Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme zur Bewertung im Zuge des Einstiegs der Deutschen Börse ab.
Partnerschaft wird vertieft
Die Beteiligung folgt auf eine im Dezember angekündigte Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen und erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Aktivitäten traditioneller Finanzinstitute im Bereich digitaler Vermögenswerte.
"Das ist für uns der perfekte Partner, um diesen Weg hin zu einer vollständig hybriden Marktinfrastruktur weiter zu beschleunigen", sagte Thomas Book, Vorstandsmitglied der Deutschen Börse, in einem Interview. "Unabhängig davon, welche Form ein Vermögenswert hat – ob tokenisiert oder vollständig digital – wollen wir eine integrierte Wertschöpfungskette schaffen."
Krypto rückt in den Mainstream
Die Integration digitaler Vermögenswerte in das traditionelle Finanzsystem hat sich unter US-Präsident Donald Trump sowie durch mehr regulatorische Klarheit in der Europäischen Union beschleunigt.
Kraken erhielt im März als erstes Kryptounternehmen Zugang zum zentralen Zahlungssystem der US-Notenbank. Zudem startete die Plattform im vergangenen Jahr Mifid-regulierte Krypto-Derivate in der EU.
Strategischer Ausbau
Die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream hatte bereits im November eine Plattform für den Handel mit tokenisierten Wertpapieren eingeführt. Im Dezember folgte die Partnerschaft mit Kraken, in deren Rahmen die Kryptobörse an den Devisenhandelsplatz "360T" angebunden werden soll.
"Die Fortschritte seitdem sind ermutigend – und die heutige Ankündigung spiegelt das gewachsene Vertrauen auf beiden Seiten wider“, erklärte ein Kraken-Sprecher. (mb/Bloomberg)

