Deutsche Börse kauft Allfunds für mehr als fünf Milliarden Euro
Die Deutsche Börse AG will die Fondsplattform Allfunds für 5,3 Milliarden Euro übernehmen und legt deren Aktionären ein Angebot vor, dass sowohl eine Cash-, als auch ein Aktien-Komponente beinhaltet. Garniert wird das Angebot mit einer Dividendenausschüttung.

Die Deutsche Börse will das europäische Fonds-Technologieunternehmen Allfunds für rund 5,3 Milliarden Euro in bar und Aktien übernehmen. Der Börsenbetreiber habe eine Vereinbarung zum Kauf von Allfunds zu 8,80 Euro je Aktie getroffen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Es bestätigte damit einen früheren Bericht, wie Bloomberg in seinem Bericht anmerkt.
Cash plus Aktienanteile
Das Angebot setze sich aus 6,0 Euro in bar je Allfunds-Aktie, 0,0122 Aktien der Deutschen Börse je Allfunds-Aktie sowie einer Bardividende von bis zu 0,20 Euro je Allfunds-Aktie zusammen, die im Mai gezahlt werden soll.
Die Deutsche Börse hatte im November mitgeteilt, sie habe ein unverbindliches Angebot abgegeben, das Allfunds mit rund 8,80 Euro je Aktie bewerte, und exklusive Gespräche mit dem Aufsichtsrat des Unternehmens aufgenommen.
Allfunds hatte bereits mehr als zwei Jahre zuvor Übernahmeinteresse von Finanzinvestoren ausgelotet, wie Bloomberg damals berichtet hatte. Die Gespräche wurden jedoch später abgebrochen, da die erhaltenen Angebote aus Sicht des Unternehmens seine Wachstumsaussichten nicht vollständig widerspiegelten.
Die Deutsche Börse hatte laut Bloomberg bereits 2020 ein mögliches Angebot für Allfunds geprüft. Allfunds ging im darauffolgenden Jahr an die Börse. 2023 legte Euronext ein indikatives Angebot über 5,5 Milliarden Euro vor, gab die Übernahmebemühungen jedoch später auf.
Allfunds stellt Fondsmanagern und -vertrieben Systeme für Handel und Ausführung, Datenanalysen sowie Compliance-Dienstleistungen zur Verfügung. Das verwaltete Vermögen belief sich Ende September auf 1,7 Billionen Euro. Die Private-Equity-Gesellschaft Hellman & Friedman und die französische Bank BNP Paribas halten gemeinsam einen Anteil von 49 Prozent an Allfunds, wie aus Angaben auf der Website des Unternehmens hervorgeht. (aa)
