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Deutsche Bank streicht Zentrale für hunderte Mitarbeiter

Eine deutsche Bank gibt ihr Headquarter auf und lässt die Mitarbeiter von daheim aus oder in den Filialen arbeiten.

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© Sparda Bank

Die Sparda-Bank Berlin schafft ihre Zentrale ab und will das eingesparte Geld in ihre Filialen investieren. Für die knapp 400 Mitarbeiter des Hauptsitzes bedeutet das dauerhaftes Arbeiten im Homeoffice, in einer der Filialen oder in externen Co-Working-Spaces. Darüber berichtet Bloomberg.

„Wir werden die Zentrale zum 31. Dezember schließen”, sagte Vorstandschef Frank Kohler im Bloomberg-Interview. Natürlich würden die Kosten für die Miete und Bewirtschaftung des Zentrale-Standortes wegfallen. “Aber die Frage ist viel mehr, in was wollen wir das Geld lieber investieren. Wir wollen die Mittel in den Umbau unserer Bank mit persönlicher Präsenz vor Ort stecken.“ 

Begegnungsstätten
In den nächsten Jahren sollen die bisherigen Filialen zu Begegnungsstätten mit Einzelarbeitsplätzen, Konferenzräumen und Beratungsangeboten umgebaut werden. Unterm Strich will die Bank nur noch 0,3 Arbeitsplätze pro Mitarbeiter vorhalten, verteilt über ihre Standorte in der Fläche.

Die finanziellen Entlastungen dürften spürbar sein. In vergangenen Jahr war der Jahresüberschuss der genossenschaftlichen Bank um ein Viertel auf 1,4 Millionen Euro gesunken - bei Personal- und anderen Verwaltungsaufwendungen von jeweils mehr als 40 Millionen Euro, zeigt der Geschäftsbericht.

Die bisherige Zentrale kam Kohler zufolge auf rund 11.000 Quadratmeter. Daneben betreibe die Bank rund 60 Filialen. 

Andere Banken werden wohl diesem Beispiel nicht folgen
Laut Martin Stolberg, dem Leiter Banking beim Beratungsunternehmen Sopra Steria in Deutschland, hat sich die Büroarbeitswelt mit der Corona-Pandemie fundamental gewandelt. “Der Veränderungsdruck ist enorm. Banken straffen ihr Immobilienportfolio”, erklärt er. Sein Kollege Hans-Martin Kraus vom Berater Deloitte verwies darauf, dass die Sparda Berlin hier die Karte Kundennähe in besonderer Weise spiele. Er glaubt aber nicht, dass andere Banken folgen.

Schreibtische wenig genutzt
Kohler zufolge waren schon vor der Coronakrise die Schreibtische in der Zentrale im Schnitt nur zu etwa 50 Prozent belegt. Während der Pandemie sei der Wert dann weiter auf 10 bis 20 Prozent abgefallen. 

Inzwischen habe das Institut drei von sechs Etagen der Zentrale in der Storkower Straße in Berlin geräumt. Auf den verbliebenen Stockwerken werde jetzt unter anderem das Buchen von Schreibtischen getestet, das ab Januar in den dezentralen Standorten der Bank zum Tragen kommt.

„Die spezifischen Anforderungen von Mitarbeitenden aus regulatorisch besonderen Bereichen wie Compliance und Revision, die spezifische Aufgaben in den Räumen der Bank machen müssen, werden räumlich und technisch im Buchungssystem der Bank berücksichtigt”, versichert Kohler.

Einige Mitarbeiter waren Kohler zufolge erstmal irritiert gewesen von der Entscheidung, dass es keine Zentrale mehr geben solle. Ernsthaften Widerstand habe es aber kaum gegeben, da das mobile Arbeiten aus der Pandemie schon bekannt gewesen sei. Auch er als Vorstand habe keinen festen Arbeitsplatz.

Einmaliger finanzieller Ausgleich
Alle Kollegen aus der Zentrale hätten einen Laptop erhalten. Zudem wurde ein “einmaliger finanziellen Ausgleich für zusätzliche private Aufwendungen der gesteigerten Mobilitätsanforderungen” gezahlt, berichtet Kohler. 

Derzeit baut die Bank Standorte in Berlin-Mitte und Friedrichshain um. Das soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. 

Ein bereits existierender neuartiger Standort in Frankfurt/Oder verfügt über Einzelarbeitsplätze, wo Mitarbeiter aus der Zentrale schon jetzt arbeiten. Ihren dortigen Standort hat die Bank auch für Externe im Rahmen eines Co-Working-Konzepts geöffnet. In Jena wiederum ist die Sparda-Bank selbst Dauergast in einem Co-Working-Space. “Wir suchen die jeweils bestmögliche lokale Lösung vor Ort”, sagt Kohler. 

Kritische Beobachter dieses Trend fragen sich, wo Banken ohne Zentrale ihren offiziellen Firmensitz haben bzw. wo im Falle einer möglichen gerichtlichen Untersuchung Hausdurchsuchungen stattfinden würden.

Auch andere Banken wollen Büroflächen einsparen
Die Sparda Berlin ist nicht die einzige Bank, die an einer Optimierung ihrer Flächen arbeitet. So gibt die KfW Flächen in Berlin und Frankfurt auf. Bei der DekaBank sind bereits tausende Mitarbeiter in ein neues Gebäude in Frankfurt umgezogen, das auf Homeoffice-Arbeit ausgerichtet ist. Und die DZ Bank gestaltet gerade mehrere Etagen in ihrem Frankfurter Westend Tower neu. (aa)

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