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Deutsche Bank-HV wird dieses Mal sehr spannend: Droht eine Revolte?

Unzufriedene Aktionäre könnten die Hauptversammlung der Deutschen Bank Ende dieser Arbeitswoche spannend werden lassen. Im Raum steht sogar die vorzeitige Abberufung von Aufsichtsratschef Paul Achleitner

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Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner hat schon bessere Zeiten durchlebt und wird sich bei der nächsten HV einigen kritischen Fragen stellen.

 
© Krisztian Bocsi / Bloomberg

Einige der größten Aktionäre von Deutsche Bank sind zunehmend unzufrieden mit Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Vertreter der Königsfamilie Katars, von Cerberus Capital Management und HNA Group haben Kreisen zufolge untereinander erörtert, auf Achleitners Abgang zu drängen, bevor seine Amtszeit 2022 endet. Zwar haben die Investoren ihre Unzufriedenheit untereinander diskutiert, es sei jedoch unklar, wie sie am Donnerstag auf der Hauptversammlung der Bank abstimmen werden. Über diese Entwicklung berichtet "Bloomberg News".

Aktionäre werden die Verantwortlichen "grillen"
Mit den Überlegungen verstärken sich die Anzeichen, dass die Deutsche Bank bei dem Treffen von Investoren und Management wohl mit schwierigen Fragen konfrontiert wird. Die größten Aktionärsvertretungen haben Investoren aufgefordert, dem Aufsichtsrat und Vorstand die Entlastung zu verweigern - eine Zurückweisung, die einem peinlichen Misstrauensvotum gleichkommt, aber keinen Rücktritt erzwingt.

BlackRock, der größte Einzelaktionär der Bank, hat laut Bloomberg News ein Spezial-Unternehmen beauftragt, an seiner Stelle auf einer der angespanntesten Jahreshauptversammlungen der Saison abzustimmen.

Gerüchte über Zweifel der EZB an Paul Achleitner
Hochrangige Vertreter der Europäischen Zentralbank haben auch durchblicken lassen, dass der Abgang des Aufsichtsratsvorsitzenden im besten Interesse der Bank wäre, sagten andere informierte Personen. Zwar liegt die endgültige Entscheidung bei den Anteilseignern, aber die hochrangigen EZB-Vertreter hätten Zweifel, ob er die richtige Person für die Aufsicht über die Bank sei.

In der Amtszeit von Achleitner gab es eine Reihe von misslungenen Turnaround-Versuchen und Veränderungen im Vorstand, die jedoch Wachstum und Rentabilität bei dem größten deutschen Kreditinstitut nicht wieder auf Vordermann bringen konnten. Der Aktienkurs der Bank hat in den vergangenen zwölf Monaten etwa 40 Prozent eingebüßt und ist am Montag auf ein Rekordtief gesunken nach neun Quartalen mit sinkenden Erträgen und einer Senkung der Ertragsaussichten für 2019 durch den Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing.

Hermes will Vorstand und Aufsichtsrat eine Gnadenfrist gewähren
Wie kurz vor der Hauptversammlung bekannt wurde, soll der Aktionärsberater Hermes EOS den Anteilseignern der Deutschen Bank geraten haben, Vorstand und Aufsichtsrat auf der  Hauptversammlung zu entlasten. Der seit gut einem Jahr im Amt befindliche Sewing und sein Team sollten mehr Zeit erhalten, um den Turnaround zu schaffen. "Wir glauben auch nicht, dass ein sofortiger Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats im Interesse der Aktionäre und anderer Interessensvertreter wäre", erklärte Hermes .

Glass Lewis und Institutional Shareholder Services (ISS) empfehlen hingegen, beiden Gremien die Entlastung zu versagen, berichtet der Bundesverband deutscher Banken in seinem aktuellen Newsletter. (aa)

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