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Das war die Zukunfts-Konferenz von Veritas Investment + Fotogalerie

Veritas Investment feierte ihr 25-jähriges Jubiläum und gab zusammen mit Forschern einen Ausblick, was Wirtschaft und Gesellschaft und damit institutionelle Investoren in der Zukunft bewegen wird. Institutional Money war vor Ort, die Highlights können Sie u.a. einer Fotogalerie entnehmen.

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Die Investorenkonferenz von Veritas Investment bot Grundlage sowie Gelegenheit für einen intensiven Meinungsaustausch.
© Veritas

Zum 25-jährigen Jubiläum hatte Veritas Investment zu einem hochrangig besetzten Vortrags-Event am 2. Juni 2016 auf Schloss Reinhartshausen geladen. Rund 80 Investoren und Geschäftspartner folgten der Einladung, die im Zeichen der nächsten 25 Jahre stand und sich insbesondere auf die fortschreitende Computertechnik und die sich u.a. dadurch ergebenden gesellschaftlichen Veränderungen drehte. Die Highlights dieser Veranstaltung finden Sie in einer Fotogalerie.

Andrew Keen: Menschen müssen IT sinnvoll einsetzen
Nach der Begrüßung durch Veritas-Geschäftsführer Dr. Dirk Rogowski startete Silicon Valley-Entrepreneur Andrew Keen. Er ist Gründer von Audiocafe.com, einer populären Internet-Musikfirma der ersten Generation, und Autor des Buchs „Digital Vertigo: How Today’s Online Social Revolution is Dividing, Diminishing and Disorienting Us“.

Keen meint, dass es in Zukunft nicht darauf ankommt, alle Fakten bis aufs i-Tüpfelchen zu kennen, „das tun Computer bereits heute“, so Keen. Vielmehr würden Empathie und Sympathie immer wichtiger. „Sie können nicht alles programmieren, und es wird immer noch ein unquantifizierbares Element übrig bleiben. Daher wird man immer noch Menschen beschäftigen. Das Gespräch mit echten Menschen wird in den kommenden 25 Jahren an Wert gewinnen.“

Die zukunftsträchtigen Firmen von Morgen seien die, wo Menschen arbeiten, die Computer gut und sinnvoll einsetzen könnten.

Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber: Daten sind Rohstoff der Zukunft
Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber, Experte für Künstliche Intelligenz (KI), sieht das anders. „Seit Konrad Zuse 1941 den ersten Rechner entwickelt hat, verbilligt sich alle fünf Jahre die Rechner-Kapazität um den Faktor 10“, erklärt Schmidhuber. „Bald werden wir KI-Rechner für etwa 1.000 Euro kaufen können, die die Rechnerkapazität eines menschlichen Gehirns haben… und später auch Rechner, die die Leistung von allen menschlichen Gehirnen weltweit haben.“

Das sagt immerhin der Mann, dessen rückgekoppelte neuronale Netze die ersten waren, die internationale Wettbewerbe gewannen. Sie revolutionierten Handschrifterkennung, Spracherkennung, maschinelle Übersetzungen und viele andere wichtige Bereiche, die nun Milliarden von Nutzern durch Google, Microsoft, IBM, Baidu und zahlreiche weitere Firmen zugänglich sind.

Was gar nicht weit in der Zukunft läge, sei beispielsweise die simultane Übersetzeng von Telefongesprächen inklusive der richtigen Lippenbewegungen auf Skype, erklärt Schmidhuber.

Auf den Finanzbereich bezogen meint er: „Mit der übermenschlichen visuellen Mustererkennung wird es bald zu einer Finanzdaten-Mustererkennung kommen, die auch zu enormen Neuerungen im Asset Management führen wird.“ Wichtig seien hierzu Vergangenheitsdaten, und zwar in sehr großer Menge. Als Beispiel führt er an, dass bereits heute neuronale Netzwerke für die Krebsfrüherkennung eingesetzt würden und im Prinzip die Arbeit von guten Histologen erledigten. „IBM kauft jetzt medizinische Daten, um seine neuronalen Netze damit zu füttern.“

Als Entwicklung sieht Schmidhuber: „Wir können auch neugierige, kreative Computer entwickeln, die Spaß haben wollen.“

Dr. Klaus Hurrelmann: Generation Y verlangt schnelles Feedback
Welche gesellschaftlichen Auswirkungen eine solche technische Entwicklung haben wird, darüber sprach Dr. Klaus Hurrelmann. Er arbeitet als Senior Professor of Public Health and Education an der Hertie School of Governance in Berlin.

Hurrelmann erklärt, wie die Generation Y, die die Geburts-Jahrgänge von 1986 bis 2000 umfasst, tickt. „Jeder dieser Menschen hat zwar einen Super-Computer in der Tasche, und jeder kann mit jedem jederzeit verbunden sein. Aber sie haben politische Krisen (9/11, Terrorismus), Umweltkatastrophen (Fukushima) und eine schwere Wirtschafts- und Finanzkrise mit anhaltend hoher Jugendarbeitslosigkeit erlebt.“ Daher habe die Generation Y die Grundeinstellung, dass nichts feststeht und man sich auf nichts verlassen kann. Entsprechend fragend und suchend sei diese Generation, und durchaus auch opportunistisch.

Die jungen Leute von heute erkennen, dass Bildung in dieser ungewissen Zeit sehr wichtig ist und versuchen mit allen Mitteln, hohe Abschlusszertifikate zu erhalten. „Die Generation Y macht die Lehrer zu ihren Compagnons und diskutiert mit ihnen was sie tun muss, um gute Noten zu erhalten.“ Er verweist auf die hohen Abiturienten-Zahlen mit außerordentlich guten Noten.

Die Arbeits- und Finanzwelt müsse lernen, dass die Generation Y eine grundsätzliche Skepsis gegenüber verkrusteten Strukturen und allem Etablierten gegenüber hat. „In der Arbeitswelt verlangt sie flache Hierarchien, eine angenehme Teamstruktur und schnelles Feedback“, so Hurrelmann.

Dr. Carsten Gubelt: Finanzhäuser stehen in glasklarem Wettbewerb
Welche Implikationen das für die weitere Entwicklung der Finanzbranche hat, damit befasste sich in seinem Vortrag Dr. Carsten Gubelt, Partner im Düsseldorfer Büro der Boston Consulting Group. „Früher hat es die Branche geschafft, den Verbrauchern zu vermitteln, dass sie mehr wisse als sie. Diese Informations-Asymmetrie ist längst aufgehoben.“ Mittlerweile stellen Vergleichsportale wie Check24 die Kundenschnittstelle dar, und solche Online-Portale könnten auch weitere Aufgaben wie z.B. die Erfassung der Kundendaten etc. übernehmen. Dadurch stehen die Finanzhäuser aber in jeder Produktkategorie in einem glasklaren Wettbewerb, und ein Finanz-Unternehmen stehe nicht mehr als Ganzes mit allen seinen Dienstleistungen für sich.

Die Fachvorträge waren Anregung genug, um beim abendlichen Get-Together viel Gesprächsstoff zu haben. (ad/aa)

 

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