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Das war der SZ-Kapitalanlagetag 2017 + Fotogalerie

Rund 120 institutionelle Investoren trafen sich beim SZ-Kapitalanlagetag 2017 in München und diskutierten zum Thema „Paradigmenwechsel im Asset Management – Anlagepolitik in der aktuellen Niedrigzinsphase“. Die Highlights dieser Veranstaltung können Sie einer exklusiven Fotogalerie entnehmen.

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Institutional Money

Unter dem Titel „Paradigmenwechsel im Asset Management – Anlagepolitik in der aktuellen Niedrigzinsphase“ fand am 3. und 4. April 2017 der SZ-Kapitalanlagetag in München statt. Es war die zweite Veranstaltung in diesem Format, und die Süddeutsche Zeitung möchte aus der Konferenz gern ein jährliches Event etablieren.

Fragilität der Märkte
Am Abend des 1. Konferenztags gab Professor Dr. Thomas Mayer vom Flossbach von Storch Research Institute einen volkswirtschaftlichen Überblick. Er sieht derzeit vier große Herausforderungen für Investoren:

1. die französische Missstimmung, mit 25 Prozent Jugendarbeitslosigkeit und politischen Fragezeichen.
2. die Unsicherheiten in Italien mit maroden Banken und enormer Staatsverschuldung.
3. die chinesische Blase mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums und explodierenden Häuserpreisen, und
4. Trumponomics. Angesichts dieser fragilen, unberechenbaren Welt müssten Investoren für robuste Portfolios sorgen, so Mayer.

In einer Podiumsdiskussion erklärte Anja Mikus, CIO von Arabesque Asset Management: „Laut GDV-Daten liegt die Aktienquote der Versicherungsgesellschaften unter fünf Prozent. Das ist eine Fehlallokation, aber es geht nicht anders.“ Nach ihrer Empfehlung sollte die Aktienquote von gut allokierten Portfolios deutlich höher sein. Sie empfahl ferner eine breite Diversifikation und eine nachhaltige Ausrichtung, um die Risiken zu reduzieren.

Tiefzinsumfeld wird noch länger bestehen bleiben
Auch Dr. Anja Hochberg, Leiterin Anlagelösungen bei der Credit Suisse AG hält viel von Aktien: „Ja, wir haben teure Märkte, aber hoch bewertete Märkte sind kein Auslöser für einen Crash.“ Sie rät Investoren, bei Aktien nicht zu schnell zu kritisch zu werden. Nach Hochbergs Meinung werde das Tiefzinsumfeld noch länger bestehen bleiben und es werde ein deutliches „Ja“ zu Europa geben. Sie warnt aber vor den Währungsrisiken, die entstehen, wenn Investoren ihr Anlageuniversum ausweiten, und vor High Yields. „Hier wollen wir nicht die letzten sein, die durch die Tür raus wollen.“

Daniel Just, Vorstand der Versorgungsgruppe Bayerische Versorgungskammer (BVK), erklärte, dass bei den berufsständischen Versorgungswerken, die er vertritt, die Duration auf der Verpflichtungsseite über 25 Jahre beträgt. Entsprechend hoch sei er daher in Sachwerten wie Immobilien und Aktien, aber auch in alternativen Anlagen gewichtet. Den Rentenbestand habe er in den letzten Jahren gesenkt. Als VAG-Investor, der sich nicht an Solvency II halten muss, kann er sich das leisten. „Seit 2008 spricht man nur noch von Risik-Management, anstatt von Chancen-Management“, bedauert Just.

Liquiditäts-Problematik im Auge behalten
BaFin-Chef Felix Hufeld war gedanklich nicht weit weg von seinem Vorredner: „Eine Volkswirtschaft kann nicht nur im Sicherheitsmodus laufen. Risiko eröffnet immer auch Chancen.“ Er stellte aber auch klar, dass eine Regulierungsbehörde dazu beitragen müsse, dass das Finanzsystem seine volkswirtschaftliche Funktion erfüllen kann. Besonders im Auge habe man derzeit die Liquidität und die Unterbindung von Liquiditäts-Arbitrage. Er kündigte an, dass es zum Thema Liquidität künftig spezielle Stresstests geben werde.

Dass die EIOPA als EU-Behörde den Wunsch geäußert hat, auch die internen Modelle der Versicherer überwachen zu wollen, missfällt ihm „Das unterstützen wir nicht!“ Banken und Versicherern rät er, ihre überwiegend veralteten IT-Systeme zu überarbeiten. „Es geht um Cyber-Sicherheit. Die sollte mit Priorität behandelt werden“, so Hufeld.

Es folgten Vorträge zu innovativen Gebührenmodellen bei Asset Managern, der Bewirtschaftung von Risikoprämien, zu Rating-Tools, einem Fintech-Unternehmen aus dem Asset Management Bereich, zu erneuerbare Energie-Investments, Aktien-Investments in der Golfregion und Immobilien, etc.

In seinem Schlußvortrag gab Dr. Uwe Siegmund, Chef-Investment-Stratege der R+V Versicherung, den Teilnehmern gleich mehrere Denkanstöße mit auf den Weg. Er fragte z.B. ob es nach der Banken-Union und der Kapitalmarkt-Union womöglich bald auch eine Versicherungs-Union geben werde.

Außerdem verwies er darauf, dass sich in China, das mit den BRIC-Fonds als Aktien-Story begann, auch ein gigantischer Rentenmarkt etabliere. „Chinesische Staatsanleihen mit 10jähriger Laufzeit bringen ca. drei Prozent, soweit man das von außen sehen kann.“ Wenn sich der chinesische Rentenmarkt erst einmal etabliere, sei genug für alle da. Zum Schluss verwies er darauf, dass man die neuen Tintech-Wettbewerber, die auf den Markt drängten, nicht nur als Wettbewerber, sondern eventuell auch als Kooperationspartner sehen könnte. (ad)

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