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Cum-Ex-Skandal: Commerzbank bekommt Besuch vom Staatsanwalt

Die mittlerweile illegalen Cum-Ex-Geschäfte, mit denen der deutsche Fiskus jahrelang um Milliarden von Euro geprellt wurde, verfolgen auch die Commerzbank. Staatsanwälte aus Köln haben dem Hauptsitz der Bank in Frankfurt einen Besuch abgestattet.

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© Alex Kraus / Bloomberg

Die Staatsanwaltschaft Köln hat am Dienstagmorgen (10.09.) die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main durchsucht. Das berichten mehrerer Medien, darunter das "Handelsblatt", unter Berufung auf mehrere Informanten. Grund für die Razzia sei der Verdacht, dass die Bank am Handel mit großen Aktienpaketen rund um den Ausschüttungstermin zu Lasten der Steuerzahler beteiligt war – auch Cum-Ex-Geschäfte genannt.

Das Geldinstitut wolle sich laut der Wirtschaftszeitung generell nicht zu laufenden Ermittlungen äußern. "Wie in der Vergangenheit auch kooperieren wir selbstverständlich vollumfänglich mit den Behörden. Es ist in unserem eigenen Interesse, dass diese Angelegenheit schnellstmöglich aufgeklärt wird", betonte ein Sprecher der Bank gegenüber dem Handelsblatt.

Die Staatsanwaltschaft Köln dagegen bestätigte, "dass heute im Rahmen des Verfahrenskomplexes um die Cum-Ex-Geschäfte Ermittlungsmaßnahmen durchgeführt werden". Zur Art der Ermittlungsmaßnahmen oder -orte wollte sich die Behörde dagegen nicht äußern, "aufgrund des Steuergeheimnisses". Dem Handelsblatt zufolge verlaute aus "Kreisen der Bank", dass die aktuellen Durchsungen auf interne Ermittlungen und eigene Anzeigen der Commerzbank zurückgehen.

Bereits Ende 2017 im  Visier von Ermittlern
Cum-Ex-Geschäfte gelten als einer der größten Steuerskandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte. In Kürze: Investoren nutzten dabei eine Lücke im Gesetz, um vom Fiskus Kapitalertragsteuern für Dividenden aus Aktien zurückzuverlangen, die aber gar nicht gezahlt worden waren. Das Steuerschlupfloch wurde im Jahr 2012 geschlossen. 

Die Zentrale der Commerzbank war wegen des Verdachtes der Beteiligung an diesen Cum-Ex-Geschäften bereits im November 2017 durchsucht worden. Damals war die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt aktiv geworden. Sie erklärte dies damals damit, dass sie wegen Cum-Ex-Geschäften aus den Jahren 2006 bis 2010 mit einem Investitionsvolumen von mehreren Milliarden Euro ermittle. (jb)

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