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Cum-Ex-Affäre: M.M.Warburg-Granden ziehen sich zurück

Der Aufsichtsratschef und langjährige Institutslenker Olearius sowie sein Vize legen ihre Ämter nieder. Offiziell schließt das Haus damit einen Generationenwechsel ab. Doch hinter der Kulissen scheint der Druck wegen der Cum-Ex-Skandals zu groß geworden zu sein.

Christian Olearius, Aufsichtsratsvorsitzender der Hamburger Privatbank M.M.Warburg
Christian Olearius, Aufsichtsratsvorsitzender der Hamburger Privatbank M.M.Warburg
© M.M.Warburg

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hamburger Privatbank M.M.Warburg, Christian Olearius, legt sein Amt nieder. Auch dessen Stellvertreter Max Warburg werde sein Mandat bis Ende 2019 abgeben, heißt es in einer Mitteilung der Bank. Das Institut begründet den Rückzug der beiden mit dem "2014 eingeleiteten Generationenwechsel". Olearius hatte M.M.Warburg 28 Jahre lang geleitet und war 2014 in den Aufsichtsrat gewechselt. Stattdessen hatte sein Sohn Joachim die Lenkung des Instituts übernommen.

Tatsächlich erfolgte der Schritt wohl aber auch, um dem Institut Zeit zu verschaffen. Der Schritt erfolge, um die Bank vor weiteren Diskussionen um Cum-Ex zu schützen, zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) einen Banksprecher. Denn Olearius und Warburg stehen im Verdacht, an den zweifelhaften Geschäften rund um die Erstattung von Kapitalertragsteuern beteiligt gewesen zu sein.

Zuverlässigkeitsprüfung der Bafin
Zahlreiche Spieler der Finanzwelt hatten, vereinfacht gesagt, über den Handel von Aktien mit (Cum) und ohne (Ex) Dividendenanspruch mehrfach Abgaben vom Fiskus zurückerlangt, die aber nicht geleistet worden waren. Der Schaden für die Staatskasse geht Schätzungen zufolge in die Milliarden. Zahlreiche Banken und Finanzdienstleister sind bei Razzien durchsucht worden. Mehrere Gerichtsverfahren laufen bereits. Auch M.M.Warburg war in den Fokus der Ermittler geraten. Das Institut hatte die Vorwürfe stets vehement beschritten, ebenso Olearius.

Einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge hatte die Finanzaufsicht Bafin im Sommer jedoch ein Verfahren eingeleitet, bei dem geprüft wird, ob Olearius und Warburg zuverlässig genug sind, um Aufsichtsräte zu bleiben. Die Zuverlässigkeitsprüfung sei keine Routinemaßnahme, sondern aus konkretem Anlass eingeleitet worden, hieß es damals. Die Bafin hatte nicht bestätigt, ob tatsächlich ein Verfahren eingeleitet wurde. Das Institut wiederum hatte angegeben, keine Kenntnis über eine Prüfung zu haben.

Druck zu groß
Doch offenbar erschienen die beiden Aufsichtsräte der Bafin um Zuge des Verfahrens als nicht mehr tragbar, berichtet das "Handelsblatt". "Der Druck der Bafin war zuletzt so groß, dass sie die Flucht nach vorn antreten mussten", zitiert die Zeitung einen engen Beobachter der Bank. Die Rücktritte passen also gut ins Bild.

Neuer Chefkontroller der Hamburger Privatbank wird Bernd Thiemann. Zuvor war er Vorstandsvorsitzender der Norddeutschen Landesbank (NordLB) und der Deutschen Genossenschaftsbank (DG Bank). Zudem rücken Burkhard Schwenker und Claus Nolting in das Gremium ein. Olearius und Warburg indes wollen sich "in Zukunft verstärkt ihrem gesellschaftlichen und sozialen Engagement widmen", heißt es in der Mitteilung der Privatbank. (ert)

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