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Credit Suisse reagiert auf Archegos-Verluste: Die Köpfe rollen...

Das Debakel um Archegos bzw. die daraus resultierenden Verluste führen dazu, dass einige der dafür verantwortlichen Manager ihre Posten verlieren. Damit setzen die Schweizer einen entschlossenen Schritt.

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© Smith / stock.adobe.com

Nach dem Zusammenbruch von Archegos Capital steht die Credit Suisse Group vor einschneidenden Veränderungen im Top-Management, berichtet Bloomberg. Investmentbankchef Brian Chin und Risikochefin Lara Warner treten zurück, gab die Schweizer Großbank am Dienstag bekannt. An ihre Stelle treten Christian Meissner an der Spitze der Investmentbank und Joachim Oechslin als interimistischer Risikochef.

Großkunde kam unterm Strich teuer
Der Kollaps des amerikanischen Family Office Archegos im Zuge nicht mehr zu bewältigender Nachschussforderungen wird Credit Suisse im ersten Quartal 4,4 Milliarden Franken (4 Milliarden Euro) kosten. Dies führt zu einem Verlust im ersten Quartal und einer Kürzung der Dividende. Sie plant zudem eine Überprüfung des Prime-Brokerage-Geschäfts.

“Diese Angelegenheit und die kürzliche Supply-Chain-Finance-Funds haben unsere Stakeholder erheblich verunsichert,” so CEO Thomas Gottstein, der selbst im Amt bleibt, in einer Mitteilung der Bank. “Wir verpflichten uns zusammen mit dem Verwaltungsrat, beide Angelegenheiten eingehend zu untersuchen. Wir werden aus diesen Angelegenheiten unsere Lehren ziehen.”

Ein Unglück kommt selten allein
Gottstein übernahm die Geschäftsleitung der Schweizer Bank letztes Jahr nach einem Spionageskandal um seinen Vorgänger. Er versprach reinen Tisch zu machen, doch stattdessen türmten sich in diesem Jahr neue Probleme auf. Vor dem Archegos-Desaster warf bereits die Rolle der Credit Suisse beim Kollaps des Lieferkettenfinanzierers Greensill Capital Fragen zum Thema Risikokontrolle auf.

Zahlreiche personelle Abgänge
Laut einem Bloomberg vorliegenden internen Memo wird auch der Chef des Credit-Suisse Handelsbereichs Aktien, Paul Galietto, mit sofortiger Wirkung zurücktreten, der Bank jedoch in diesem Monat noch beim Übergang behilflich sein. Seine Aufgaben sollen vorläufig von Anthony Abenante übernommen werden, der den Bereich Execution Services leitet. Zurücktreten wird auch Parshu Shah, Risikochef des Bereichs Prime Services.

Weitere Abgänge umfassen dem Memo zufolge Ryan Atkinson, Leiter des Bereichs Kreditrisiko der Investmentbank, sowie Ilana Ash, Leiterin des Bereichs Gegenparteien-Kreditrisiken in der Investmentbank-Sparte, und Manish Mehta, der das Kreditrisiken-Segment für den Hedgefondsbereich geleitet hat.

Am Montag verkaufte die Bank Aktien im Wert von rund 2,3 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) aus dem Archegos-Engagement in Paketdeals - über eine Woche nach anderen exponierten Banken. Dies betraf laut Bloomberg Anteile von ViacomCBS, Vipshop Holdings und Farfetch. (aa)

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