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Credit Suisse machte Archegos-Vertriebler zum Risikocontroller

Beim Schweizer Traditionshaus hat ein ehemals für Archegos Capital Management verantwortlicher Sales Profi eine neue Rolle übernommen.

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© Gorodenkoff / stock.adobe.com

Bei der Credit Suisse Group gab man dem für Archegos Capital Management verantwortlichen Vertriebler am Swap-Desk eine neue Rolle: die Risikoüberwachung im Prime-Brokerage-Geschäft. Darüber berichtet Bloomberg mit Verweis auf Informanten. Zur Erinnerung: Die Swap-Wetten von Archegos sind mittlerweile kollabiert und hinterließen bei der Credit Suisse Abschreibungsbedarf in Höhe von 4,7 Milliarden Dollar.

Parshu Shah - dem zum Controller beförderten Vertriebler - wurde bislang kein Fehlverhalten vorgeworfen bezüglich der Geschäfte der Bank mit Archegos. Die Credit Suisse muß sich jedoch die Frage gefallen lassen, ob Manager zu sehr auf höhere Umsätze und zu wenig auf Risiken geschaut haben. Laut einem internen Memo von Anfang dieses Monats gehört Shah zu einer Gruppe von Führungskräften, die nach dem Debakel um Archegos zurücktreten mussten.

Der Wechsel aus dem Vertrieb in eine Funktion im Bereich Risikoüberwachung in kein typischer Schritt in einer Bank, kommt aber vor. Shah ist seit mehr als 20 Jahren bei der Bank und war einer der Mitarbeiter der Firma, welche die Beziehung zu Archegos pflegten, als der Fonds an Größe zunahm.

Als Shah den Swap Desk verließ, endete seine Rolle im Vertrieb und er übernahm die neue Aufsichtsposition innerhalb des Prime Brokerages. Diese Aufgabe beinhaltete die Risikoüberwachung von Kunden einschließlich Archegos. Laut einer Führungskraft der Credit Suisse, wurde ein Mitglied aus Shahs Team angewiesen, Archegos Aktivitäten auf täglicher Basis zu überwachen.

Ins Lampenlicht gerückt
Das normalerweise hinter den Kulissen arbeitende Risikocontrolling steht nun ungewollt im Rampenlicht, nachdem in nur einem Monat zwei finanzielle Katastrophen über der Credit Suisse zusammenbrachen - Archegos und Greensill Capital. Anleger stellen sich die Frage, ob die Kontrollmechanismen der Bank ausreichen.

In den letzten Jahren vertrauten Vorstandschef Thomas Gottstein und sein Vorgänger Tidjane Thiam die Bereiche Risiko und Compliance Lara Warner an, die nun ebenfalls abtritt. Sie forderte Manager in ihrer Abteilung auf, nicht nur an die Kapitalausstattung der Bank zu denken, sondern auch strategischen Prioritäten im Blick zu behalten, berichtete Bloomberg zuvor.

Die Prime-Brokerage-Risikogruppe war eines von mehreren Sicherheitsnetzen. Aber das enorme Engagement der Bank in Verbindung mit dem rasend schnellen Zusammenbruch von Archegos hinterließ am Ende nur ungläubige Manager, eine frustrierte Belegschaft und wütende Anleger.

2016 strukturierte die Credit Suisse, damals unter CEO Thiam, ihre Risikofunktionen um, wobei viele Mitarbeiter das Unternehmen verließen. Das Risikokontrollzentrum wurde von New York nach Zürich verlegt. Seit dieser Umstrukturierung haben es Maßnahmen zur Kostensenkung der Bank erschwert, die Ränge der Abteilung wieder angemessen zu besetzen, so eine mit der Angelegenheit vertraute Person. (aa)

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