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Commerzbank überrascht mit gutem Zahlenwerk

Die Traditionsbank kann dank höherer Zinsen für das erste Halbjahr 2022 höhere Gewinne vorweisen. Um eine höhere Eigenkapitalrendite zu erreichen, soll aber noch an einigen Stellschrauben gedreht werden.

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© Commerzbank

Die Commerzbank wird ihr Rentabilitätsziel für 2024 wahrscheinlich anheben. Die Zinswende in Europa kurbelt die Erträge so stark an, dass die wegen der Inflation steigenden Kosten damit mehr als ausgeglichen werden können. Für 2024 strebt die Commerzbank derzeit eine Eigenkapitalrendite von über sieben Prozent an.

Ihr ursprüngliches Kostenziel muss die Bank wegen höherer Energierechnungen und steigender Löhne allerdings fallen lassen, sagte Finanzchefin Bettina Orlopp am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Im zweiten Quartal erzielte das Institut einen Nettogewinn, der die Erwartungen übertraf, hält Bloomberg fest.

Anspruchsvolles Umfeld
Wie ihre Konkurrenten sieht sich auch die Commerzbank mit einem komplexen konjunkturellen Umfeld konfrontiert, in dem steigende Kosten und das zunehmende Risiko einer Rezession die Vorteile des Endes der Negativzins-Ära zu überschatten drohen. Sollte Russland seine Gaslieferungen einstellen, würde die Krise ähnlich “ausfallen wie nach der Finanzkrise im Jahr 2009”, so die Bank.

“Steigende regulatorische, ertragsbezogene und geopolitische Risiken - einschließlich der potenziellen Aussetzung der russischen Gaslieferungen und der Gefahr einer Rezession - überwiegen für uns die 32-prozentige Steigerung des Nettozinsertrags der Commerzbank”, meint Philip Richards, Analyst von Bloomberg Intelligence.

Die Aktien schwankten zwischen Verlusten und Gewinnen hin und her und handelten um 11:21 Uhr in Frankfurt mit einem Plus von 2,7 Prozent.

Bankchef Manfred Knof hat im vergangenen Jahr eine ehrgeizige Umstrukturierung eingeleitet. Im ersten Jahr seiner Strategie profitierte er vom weltweit steigenden Handelsvolumen. Nun sorgen die wachsenden Zinserträge für Unterstützung. Gleichzeitig haben sich die konjunkturellen Aussichten eingetrübt, was die Kreditrückstellungen wachsen lässt.

Dennoch hob die Commerzbank ihr Ertragsziel für das Jahr an. Im zweiten Quartal stiegen die Erträge aus dem Kreditgeschäft um 26 Prozent, was den Nettogewinn auf 470 Millionen Euro ansteigen ließ, teilte die Bank am Mittwoch mit. Die Kosten werden im Gesamtjahr aber ebenfalls höher sein werden als zuvor erwartet; unterm Strich sieht die Bank daher weiterhin einen Nettogewinn von mehr als 1,0 Milliarde Euro für 2022.

Polnischer Populismus kommt teuer
Knofs Strategie stößt auch auf Gegenwind bei den Kosten, da die Inflation zu höheren Löhnen führt, insbesondere bei der polnischen Sparte MBank. Der von der polnischen Regierung verordnete Zahlungsaufschub für Hypotheken hat die Situation verschärft und wird zu einem Ertragsrückgang im dritten Quartal führen, wie die MBank bereits gemeldet hat.

Drehen an der Kostenschraube
Die Commerzbank senkte ihre Ausgaben teilweise, indem sie weniger für Berater ausgab. Der Kreditgeber arbeitet an weiteren Kürzungen, plant aber keine substanziellen zusätzlichen Stellenstreichungen, sagte Orlopp in der Medienrunde.

Ein verpfuschtes IT-Projekt im vergangenen Jahr und die Überlegung, Front-End-Anwendungen der Brokersparte Comdirect beizubehalten, haben einen Teil der Kosteneinsparungen, die Knof vorgesehen hatte, zunichte gemacht. Die Bank hat ihr Kostenziel für 2024 bereits einmal abgeschwächt.

“Für dieses Jahr glauben wir, dass wir den inflationären Gegenwind, den wir auf der Energieseite, aber auch auf der Gehaltsseite sehen, wirklich in den Griff bekommen”, sagte Orlopp in dem Interview. “Nächstes Jahr - 2023, 2024 - wird die Situation anders aussehen und schwieriger werden. Aber auf der anderen Seite sehen wir auch die positive Seite der Erträge, so dass wir an unserem Ziel einer Cost-Income-Ratio von 60 Prozent für 2024 festhalten.” (aa)

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