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Commerzbank-Übernahme: Nun droht Orcel mit Stopp

Unicredit-Chef Andrea Orcel stellt klar: Ohne Kontrolle über die Commerzbank wird die geplante Übernahme vorerst gestoppt. Der Widerstand aus Berlin und Frankfurt bleibt hoch.

© miss irine; Bildbearbeitung: FONDS professionell

Eckpunkte:

  • Die Kampf und die Commerzbank geht in die nächste Runde
  • Falls die UniCredit keine Mehrheit bekommen sollte, würden die Italiener reagieren

Unicredit-Chef Andrea Orcel hat angekündigt, seinen seit Langem verfolgten Versuch einer Übernahme der Commerzbank auf Eis zu legen, falls sein Angebot keine Kontrolle über das Institut sichert.

"Wenn wir keine Kontrolle erreichen, werden wir eine Pause einlegen und uns auf andere Themen konzentrieren, die wir intern haben", sagte Orcel am Dienstag (21.4.) im Interview mit "Bloomberg TV". Er bezog sich dabei auf die Zustimmung der Commerzbank-Aktionäre zu dem Übernahmeangebot über 35 Milliarden Euro, das er ihnen im kommenden Monat vorlegen will.

Widerstand von Bank und Politik
Orcel versucht seit mehr als 18 Monaten, die Commerzbank zu übernehmen. Die Führung der Bank hat die Annäherungsversuche jedoch wiederholt zurückgewiesen. Die Unicredit ist bereits der größte Investor. Die Mailänder halten derzeit knapp unter 30 Prozent der Anteile.

Auch die Bundesregierung, die ebenfalls einen bedeutenden Anteil kontrolliert und die Bank als wichtigen Bestandteil der deutschen Wirtschaft betrachtet, lehnt eine Übernahme durch die Unicredit entschieden ab. Bundeskanzler Friedrich Merz bekräftigte diese Haltung am Montag (20.4.) erneut.

Eskalation zwischen Orcel und Orlopp
Jüngste Gespräche zwischen Orcel und Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp haben die festgefahrene Situation nicht aufgelöst. Stattdessen kam es zu gegenseitigen Vorwürfen und einer Verschärfung der Rhetorik.

Am Montag (20.4.) übte Orcel scharfe Kritik an Orlopps Strategie für die Commerzbank und stellte Vorschläge zur Verbesserung der Leistung des Instituts vor. Orlopp konterte am Montagabend, Orcels Vorgehen komme "feindlicher Taktik und irreführenden Darstellungen" gleich.

Auf mögliche Transaktionen in Italien angesprochen, sagte Orcel im Interview: "Es ist die Pflicht der Führung von Unicredit, Optionen zu prüfen, um unseren Marktanteil zu stärken." (mb/Bloomberg)

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