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Commerzbank: Bund prüft Ausstieg, vergibt Mandat

Der deutsche Staat hatte sich in der Finanzkrise mit einem Milliardenpaket an der strauchelnden Commerzbank beteiligt. Ein Ausstieg mit Gewinn scheint jedoch in weiter Ferne. Daher will die Bundesregierung nun externe Berater prüfen lassen, wie es mit der Beteiligung weitergehen soll.

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© Commerzbank

Die Bundesregierung will alle Möglichkeiten für einen Ausstieg des deutschen Staats aus der Commerzbank auslotsen. Dafür hat die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland, die unter anderem für die Beteiligung an der Krisenbank verantwortlich ist, einen Beratungsauftrag ausgeschrieben, wie die "Börsen-Zeitung" berichtet.

Demnach sollen externe Berater die wirtschaftliche Lage der Commerzbank prüfen und beurteilen, welches Wertsteigerungspotential oder welche Wertverlustrisiken sich daraus ableiten. Am Ende soll eine Empfehlung stehen, wie die Regierung mit der Beteiligung strategisch umgehen soll. Denn ein Ausstieg mit Gewinn scheint für den Bund in weiter Ferne.

Stütze als Dauerzustand
Der deutsche Staat hatte nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman-Brothers ein Aktienpaket im Volumen von fünf Milliarden Euro an der strauchelnden Commerzbank erworben, was einem Anteil von 15 Prozent entspricht. Die als Stütze in der Krise gedachte Kurzfrist-Maßnahme entwickelte sich jedoch zum Dauerzustand. Aufgrund des gefallenen Aktienkurses ist die Beteiligung an dem zweitgrößten deutschen Geldhaus nunmehr nur noch eine Milliarde Euro wert.

Das Institut selbst steht vor der Frage, welche Strategie es verfolgen will, nachdem die von Finanzminisster Olaf Scholz angeregten Fusionsgespräche mit dem Branchenprimus Deutsche Bank im Frühjahr gescheitert waren. Commerzbank-Chef Martin Zielke feilt an einer neuen Ausrichtung, die er im Herbst präsentieren möchte.

Teilverkauf als eine Lösung
Angesichts des Beratungsauftrags scheint aber selbst der Ankeraktionär Deutschland nicht so recht an eine erfolgreiche Kehrtwende zu glauben. So sollen die Unternehmensberater untersuchen, ob die Commerzbank durch Zukäufe, Kooperationen oder Joint Ventures mit anderen Instituten wachsen kann, berichtet die "Börsen-Zeitung."

Die vom Bund gesuchten Experten sollen zudem die "Realisierung von Wertpotentialen durch Verkäufe von Teilen" beleuchten, heißt es in dem Papier. Sprich: Der Staat lässt prüfen, ob das Institut zerlegt werden soll. Die Commerzbank gibt derzeit bereits schrittweise den Bereich Equity Markets & Commodities (EMC), zu dem unter anderem das Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) zählt, an die Société Générale ab.

Die Nachricht über die Pläne des Bundes kam an der Börse nicht gut an. Am Freitag sackte das Commerzbank-Papier um 1,3 Prozent ab. Im frühen Handel am Montag erholte sich das Papier zunächst, rutschte später aber wieder ins Minus. (ert)

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