China überholt Japan und nähert sich Deutschland
Japan verliert seinen Rang als zweitgrößte Gläubigernation der Welt an China. Deutschland ist noch immer die Nummer eins, China nähert sich aber mit großen Schritten.

Eckpunkte:
- Japan muss Position als zweitgrößte Gläubigernation an China abgeben
- Deutschland weiterhin die Nummer eins
Japan ist 2025 hinter China zurückgefallen und nur noch die drittgrößte Gläubigernation der Welt. Einen neuen Rekord bei seinen Auslandsvermögen erreichte das Land dennoch. Darüber informiert Bloomberg News.
Japans Netto-Auslandsvermögen stiegen Ende 2025 auf ein Allzeithoch von 561,8 Billionen Yen (3 Billionen Euro), wie aus jüngst veröffentlichten Daten des japanischen Finanzministeriums hervorgeht. Trotz des Anstiegs wurde der Wert von China übertroffen, dessen Netto-Auslandsvermögen schneller kletterten und 636,3 Billionen Yen erreichten, merkt Bloomberg an.
Zur Erinnerung: Das Netto-Auslandsvermögen eines Landes entspricht dem Wert der von Inländern gehaltenen Auslandsvermögen abzüglich der von Ausländern gehaltenen inländischen Vermögenswerte, bereinigt um Währungsschwankungen. Die Kennzahl spiegelt grob die über die Zeit kumulierten Leistungsbilanzsalden wider.
Japan: Ehemaliger Platzhirsch nur noch auf Platz drei
Die Überholung durch China erfolgte ein Jahr, nachdem Japan seine Position als größte Gläubigernation der Welt erstmals seit 34 Jahren an Deutschland verloren hatte. Deutschland blieb 2025 mit 675,5 Billionen Yen an der Spitze.
Japans über Jahrzehnte führende Position als Gläubigernation galt in der Vergangenheit als einer der Faktoren, die den Status des Yen als sicherer Hafen erklärten. Angesichts des derzeitigen Kursverfalls der Währung, die sich nahe ihrem tiefsten Stand seit Jahrzehnten befindet, erscheint dieser Status jedoch weniger eindeutig, merkt Bloomberg an.
“Unabhängig von der Rangfolge bleibt Japans Netto-Auslandsvermögensposition enorm”, sagte Daisuke Karakama, Chef-Marktökonom der Mizuho Bank. “Die Frage ist, ob das Halten einer so großen Menge an Vermögenswerten im Ausland in der heutigen, deutlich weniger friedlichen Welt noch positiv gesehen wird.”
Das japanische Ministerium erklärte, die stärkeren Positionen Deutschlands und Chinas spiegelten größere Leistungsbilanzüberschüsse wider, die vor allem vom Handel getragen würden. Zugleich spiegele das langsamere Wachstum von Japans Nettovermögensposition auch einen Anstieg des Werts inländischer Vermögenswerte wider, die von ausländischen Investoren gehalten werden, insbesondere da japanische Aktienkurse anzogen. (aa)
Deutschland auf Platz eins, vor China und Japan
