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Zwei Pensionskassen gelingt Sanierung

Die in Schieflage geratene Pensionskasse der Caritas sowie die Kölner Pensionskasse erhielten von der Mitglieder-Vertreterversammlung grünes Licht für die Sanierung. Auch von den Leistungsberechtigten wurden Opfer gefordert, damit die Renten auch zukünftig bezahlt werden können.

Olaf Keese, Vorstandsvorsitzender der Pensionskasse der Caritas
Olaf Keese, Vorstandsvorsitzender der Pensionskasse der Caritas und der Kölner PK, will beide Häuser wieder in ruhigeres Fahrwasser führen, um die fortlaufenden Leistungen für die Versicherten sicher zu stellen.
© Pensionskasse der Caritas

Die Pensionskasse der Caritas VVaG wie auch die Kölner Pensionskasse, die organisatorisch und personell verbunden sind, sind gerettet, die zukünftigen Zahlungen gesichert. Denn die Mitglieder-Vertreterversammlungen der Pensionskassen haben den Sanierungskonzepten der Pensionskassen zugestimmt. Damit geben die Gremien der Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit grünes Licht für wichtige Sanierungsmaßnahmen und Kürzungen bei den Versicherungsleistungen. In den beiden Pensionskassen sind Mitarbeiter der Deutschen Caritas, der katholischen Kirche sowie Mitglieder der Ordensgemeinschaften versichert. 2002 wurde die Kölner Pensionskasse von der Pensionskasse der Caritas gegründet.

Diverse Sanierungs-Stellschrauben
Die beschlossenen Maßnahmen wurden laut der beiden Pensionskassen notwendig, weil die Bilanzen 2017 einen nicht durch Eigenmittel gedeckten Fehlbetrag auswiesen. Ziel der Sanierungen sei es, entstandene Fehlbeträge auszugleichen, stabile finanzielle Grundlagen für die Pensionskassen zu schaffen und somit die Versicherungsleistungen für Rentner und Anwärter für die Zukunft zu sichern.

Die umfangreichen Sanierungskonzepte der Pensionskassen der Caritas und der Kölner Pensionskasse, das die Mitglieder-Vertreterversammlung in ihrer Sitzung beschlossen, war in den vergangenen Monaten in enger Abstimmung mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), dem Verantwortlichen Aktuar, Treuhänder und Wirtschaftsprüfer erarbeitet worden.

Es umfasst unter anderen Leistungskürzungen mit einem Deckungsrückstellungsvolumen von insgesamt 122,8 Millionen Euro bei der Caritas PK und 48,3 Millionen Euro der bei der Kölner PK.

Für die einzelnen Versicherten fallen die Leistungskürzungen je nach Tarif und Zeitpunkt des Vertragsabschlusses unterschiedlich hoch aus. Die Gesamtdeckungsrückstellung wird um ca. 19,9 Prozent bei der Caritas PK und 12,2 Prozent bei der Kölner PK gekürzt.

Niedrige Zinsen höhlen die deutsche Altersvorsorge aus
In der Vergangenheit hatten beide Pensionskassen die lang anhaltende Niedrigzinsphase und die steigenden Lebenserwartungen in ihren Berechnungen zu wenig berücksichtigt. Zudem hatten sie Fehler in der Tarifkalkulation gemacht, die zu hohen Leistungsversprechen zum Ergebnis hatten. Dies führte zu einem Fehlbetrag in der Bilanz 2017.

Die beschlossenen Leistungskürzungen gleichen diesen bilanziellen Fehlbetrag aus und decken zugleich den Finanzbedarf der Pensionskassen für eine ausreichende Risikovorsorge. Denn die finanzielle Schieflagen und der damit verbundene Verbrauch der Eigenmittel haben zur Folge, dass die Pensionskassen weitergehende Maßnahmen zur Absicherung der Leistungen einführen müssen.

Zukunft ist gesichert
„Die Zustimmung zum Sanierungskonzept ist ein wichtiger Meilenstein für die Zukunft der Pensionskasse und für die Sicherheit der Versicherungsleistungen“, erklärt Olaf Keese, Vorstandsvorsitzender der Pensionskasse der Caritas VVaG und der Kölner Pensionskasse. „Auf Grundlage einer intensiven Analyse der wirtschaftlichen Situation der Pensionskasse und der Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre haben wir ein tragfähiges Sanierungskonzept erarbeitet und eine solide Grundlage für die Geschäftsentwicklung der kommenden Jahre geschaffen.“

Neue Versicherte nehmen die Pensionskasse der Caritas und die Kölner PK nicht mehr auf. Eine mögliche Öffnung spielt auch in den Planungen für die kommenden Jahre keine Rolle. „Wir konzentrieren uns darauf, die Pensionskassen wieder in ruhiges Fahrwasser zu führen und die fortlaufenden Leistungen für unsere Versicherten sicher zu stellen“, so Keese.

Verabschiedung der Jahresbilanz 2017
Auf Basis des Sanierungskonzepts verabschiedete die Mitglieder-Vertreterversammlung der Pensionskasse der Caritas und der Kölner PK den Jahresabschluss 2017. Die beschlossenen Leistungskürzungen, die Verrechnung des Eigenkapitals sowie der Verlustrücklage gleichen den Finanzbedarf von 146,40 Millionen Euro bei der Caritas PK aus. Er umfasst den ursprünglichen Fehlbetrag und den Finanzbedarf für die anstehenden Sanierungsmaßnahmen. Bei der Kölner PK beträgt dieser Betrag 62,5 Millionen Euro.

Genauer Blick auf das Zahlenwerk der Pensionskasse der Caritas
Im Berichtsjahr legte der Versichertenbestand der Pensionskasse der Caritas mit 25.000 Versicherten im Vergleich zum Vorjahr leicht zu (Vorjahr: 24.880). Die Beitragseinnahmen lagen mit 9,13 Millionen Euro ebenso leicht über dem Vorjahresergebnis (8,98 Millionen Euro). An Versicherungsleistungen wurden im Berichtsjahr 32,08 Millionen Euro ausgezahlt (Vorjahr: 32,6 Millionen Euro). Die Kapitalanlagen gingen um 8,32 Prozent auf 475,15 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 518,26 Millionen Euro).

Die Kapitalanlagen erbrachten einen Nettoverlust von 17,82 Millionen Euro, dies entspricht einer Nettoverzinsung von minus 3,71 Prozent. Die Vorlage und Abstimmung des Jahresberichts 2018 ist für die ordentliche Mitglieder-Vertreterversammlung der Pensionskasse der Caritas im Spätsommer vorgesehen. (aa)

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