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Caritas-Pensionskasse gelingt die Sanierung

Die in Schieflage geratene Pensionskasse der Caritas erhielt von der Mitglieder-Vertreterversammlung grünes Licht für die Sanierung. Auch von den Leistungsberechtigten wurde ein Opfer gefordert, damit die Renten auch zukünftig bezahlt werden können.

Olaf Keese, Vorstandsvorsitzender der Pensionskasse der Caritas
Olaf Keese, Vorstandsvorsitzender der Pensionskasse der Caritas: "Wir konzentrieren uns darauf, die Pensionskasse der Caritas wieder in ruhiges Fahrwasser zu führen und die fortlaufenden Leistungen für unsere Versicherten sicher zu stellen."
© Pensionskasse der Caritas

Die Pensionskasse der Caritas VVaG ist gerettet, die zukünftigen Zahlungen gesichert. Denn die Mitglieder-Vertreterversammlung der Pensionskasse hat am Mittwoch dem Sanierungskonzept der Pensionskasse zugestimmt. Damit gibt das höchste Gremium des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit grünes Licht für wichtige Sanierungsmaßnahmen und Kürzungen bei den Versicherungsleistungen. In der Pensionskasse der Caritas sind Mitarbeiter der Deutschen Caritas, der katholischen Kirche sowie Mitglieder der Ordensgemeinschaften versichert.

Diverse Sanierungs-Stellschrauben
Die beschlossenen Maßnahmen wurden laut der Pensionskasse notwendig, weil die Bilanz 2017 einen nicht durch Eigenmittel gedeckten Fehlbetrag auswies. Ziel der Sanierung ist es, den entstandenen Fehlbetrag auszugleichen, eine stabile finanzielle Grundlage für die Pensionskasse zu schaffen und somit die Versicherungsleistungen für Rentner und Anwärter für die Zukunft zu sichern.

Das umfangreiche Sanierungskonzept der Pensionskasse der Caritas, das die Mitglieder-Vertreterversammlung in ihrer Sitzung beschloss, war in den vergangenen Monaten in enger Abstimmung mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), dem Verantwortlichen Aktuar, Treuhänder und Wirtschaftsprüfer erarbeitet worden.

Es umfasst unter anderem Leistungskürzungen mit einem Deckungsrückstellungsvolumen von insgesamt 122,8 Millionen Euro. Für die einzelnen Versicherten fallen die Leistungskürzungen je nach Tarif und Zeitpunkt des Vertragsabschlusses unterschiedlich hoch aus. Die Gesamtdeckungsrückstellung wird um ca. 19,9 Prozent gekürzt.

Niedrige Zinsen höhlen die deutsche Altersvorsorge aus
In der Vergangenheit hatte die Pensionskasse der Caritas die lang anhaltende Niedrigzinsphase und die steigenden Lebenserwartungen in ihren Berechnungen zu wenig berücksichtigt. Zudem hatte sie Fehler in der Tarifkalkulation gemacht, die zu hohen Leistungsversprechen zum Ergebnis hatten. Dies führte zu einem Fehlbetrag in der Bilanz 2017.

Die beschlossenen Leistungskürzungen gleichen diesen bilanziellen Fehlbetrag aus und decken zugleich den Finanzbedarf der Pensionskasse für eine ausreichende Risikovorsorge. Denn die finanzielle Schieflage und der damit verbundene Verbrauch der Eigenmittel haben zur Folge, dass die Pensionskasse weitergehende Maßnahmen zur Absicherung der Leistungen einführen muss.

Zukunft ist gesichert
„Die Zustimmung zum Sanierungskonzept ist ein wichtiger Meilenstein für die Zukunft der Pensionskasse und für die Sicherheit der Versicherungsleistungen“, erklärt Olaf Keese, Vorstandsvorsitzender der Pensionskasse der Caritas VVaG. „Auf Grundlage einer intensiven Analyse der wirtschaftlichen Situation der Pensionskasse und der Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre haben wir ein tragfähiges Sanierungskonzept erarbeitet und eine solide Grundlage für die Geschäftsentwicklung der kommenden Jahre geschaffen.“

Neue Versicherte nimmt die Pensionskasse der Caritas nicht mehr auf. Eine mögliche Öffnung spielt auch in den Planungen für die kommenden Jahre keine Rolle. „Wir konzentrieren uns darauf, die Pensionskasse der Caritas wieder in ruhiges Fahrwasser zu führen und die fortlaufenden Leistungen für unsere Versicherten sicher zu stellen“, so Keese.

Verabschiedung der Jahresbilanz 2017
Auf Basis des Sanierungskonzepts verabschiedete die Mitglieder-Vertreterversammlung der Pensionskasse der Caritas den Jahresabschluss 2017. Die beschlossenen Leistungskürzungen, die Verrechnung des Eigenkapitals sowie der Verlustrücklage gleichen den Finanzbedarf von 146,40 Millionen Euro aus. Er umfasst den ursprünglichen Fehlbetrag und den Finanzbedarf für die anstehenden Sanierungsmaßnahmen.

Im Berichtsjahr legte der Versichertenbestand der Pensionskasse der Caritas mit 25.000 Versicherten im Vergleich zum Vorjahr leicht zu (Vorjahr: 24.880). Die Beitragseinnahmen lagen mit 9,13 Millionen Euro ebenso leicht über dem Vorjahresergebnis (8,98 Millionen Euro). An Versicherungsleistungen wurden im Berichtsjahr 32,08 Millionen Euro ausgezahlt (Vorjahr: 32,6 Millionen Euro). Die Kapitalanlagen gingen um 8,32 Prozent auf 475,15 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 518,26 Millionen Euro).

Die Kapitalanlagen erbrachten einen Nettoverlust von 17,82 Millionen Euro, dies entspricht einer Nettoverzinsung von minus 3,71 Prozent. Die Vorlage und Abstimmung des Jahresberichts 2018 ist für die ordentliche Mitglieder-Vertreterversammlung der Pensionskasse der Caritas im Spätsommer vorgesehen. (aa)

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