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BYD soll Einstieg in die Formel 1, Langstrecken-WM prüfen

Der chinesische Autobauer und Batteriehersteller BYD prüft laut Insidern einen Einstieg in den professionellen Motorsport, darunter die Formel 1 und Langstreckenrennen. Ziel sei es, die globale Attraktivität der Marke zu steigern.

© Ityuan / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • BYD kokettiert mit einer Imageaufbesserung, auch in den USA
  • Lange Vorlaufzeit und hohe Kosten als Eintrittsbarriere
  • Motorsport geht in Richtung Hybridmotoren, was BYD zur Hilfe käme

Nach dem raschen Wachstum außerhalb des Heimatmarkts erwäge BYD verschiedene Optionen, auch vor dem Hintergrund der anhaltenden Verlagerung des Motorsports hin zu Hybridantrieben, sagten Informanten gegenüber Bloomberg. Die Überlegungen reichten von der Langstrecken-Weltmeisterschaft, zu der auch das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gehört, bis hin zur Formel 1. BYD prüfe den Aufbau eines eigenen Teams oder mögliche Übernahmen, so die gut informierten Personen, die aufgrund der Vertraulichkeit der Informationen anonym bleiben wollten.

Mutiger Schritt
Ein solcher Schritt von BYD wäre ein seltener direkter Vorstoß eines chinesischen Herstellers in eine Sportart, die von europäischen und US-Teams dominiert wird. Autobauer aus China haben bislang nur sporadisch Interesse am Motorsport gezeigt. Geely ist über Cyan Racing, das frühere Volvo-Werksteam, erfolgreich im internationalen Tourenwagensport aktiv. Nio gewann 2015 den Fahrertitel in der Premierensaison der elektrischen Rennserie Formel E.

Hohe Eintrittskosten in den exklusiven Kreis
Die potentiellen Kosten eines Einstiegs in die Formel 1 könnten für BYD ein erhebliches Hindernis darstellen, sagte eine der Personen. Die Entwicklung und Anmeldung eines Fahrzeugs dauere häufig Jahre an Verhandlungen und koste bis zu 500 Millionen US-Dollar pro Saison.Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, und das Unternehmen könnte sich auch gegen eine Teilnahme entscheiden.

BYD möchte in das Luxussegment vorstoßen
Bekannt für erschwingliche Elektro- und Hybridfahrzeuge, versucht BYD seine Marktattraktivität durch den Vorstoß in das Luxussegment zu erweitern. Im Jahr 2025 testete die High-End-Konzernmarke Yangwang ihr Modell U9 Xtreme auf einer Rennstrecke in Deutschland und erzielte eine Höchstgeschwindigkeit von 496 km/h. Man überholte zudem kürzlich Tesla als weltweit größten Verkäufer von Elektrofahrzeugen und gilt als Aushängeschild für Chinas offensive Expansion nach Europa, Lateinamerika und in andere wichtige Automärkte.

Vorteil eine Partnerschaft in der Formel 1
Dieser Schritt würde die Bekanntheit von BYD auch in den USA deutlich steigern, obwohl das Unternehmen dort derzeit wegen hoher Zölle und Marktbeschränkungen keine Fahrzeuge verkauft. Die Rennserie erlebt in den USA einen Popularitätsschub, der teilweise durch die erfolgreiche Netflix-Serie Formula 1: Drive to Survive und eine steigende Zahl von Rennen im Land befeuert wird. Der Präsident der FIA, der globalen Dachorganisation der Formel 1, hat sich sehr offen für ein Team aus China gezeigt. In einem Interview mit “Le Figaro” im vergangenen Jahr sagte Mohammed Ben Sulayem, ein chinesischer Hersteller wäre nach dem Einstieg von Cadillac der nächste logische Schritt für den Sport.

Steigende Popularität in China
Auch in China wächst die Popularität der Formel 1. Im Jahr 2024 kehrte die Rennserie nach fünfjähriger Pause nach Shanghai zurück. Zhou Guanyu wurde 2022 der erste chinesische Formel-1-Fahrer. Die neue Saison begann am vergangenen Wochenende in Melbourne, Australien; das nächste Rennen findet an diesem Wochenende in Shanghai statt.

Cadillac stieß als letztes Team hinzu
Bestehende Teams stehen Neueintritten in der Regel ablehnend gegenüber, da zusätzliche Rennställe die Preisgelder und möglicherweise auch die Bewertungen verwässern. In diesem Jahr bestreitet Cadillac nach jahrelangen Verhandlungen seine erste Saison im Starterfeld.

Der Einstieg in die Formel 1 über Beteiligungen nimmt zu
Diese Saison ist die erste für Audi, nachdem die VW-Marke die vollständige Kontrolle über das Schweizer Motorsportunternehmen Sauber übernommen hat. Der Investor Otro Capital sucht derzeit Käufer für seinen Anteil an Renaults Alpine Racing.

Komplette Teamverkäufe sind jedoch selten
Aston Martin, das Team des Milliardärs Lawrence Stroll, hat zuletzt Anteile veräußert. Der Rennstall erlebte nach technischen Problemen, darunter Vibrationen der Antriebseinheit, einen enttäuschenden Start in die neue Saison.

Rennserien wie die Formel 1 setzen zunehmend auf umweltfreundlichere Konzepte
Für 2026 wurden neue Regeln beschlossen, darunter Hybrid-Regularien mit höherer Batteriekapazität. Auch die Langstrecken-Weltmeisterschaft setzt auf Hybridfahrzeuge. Das käme BYD wahrscheinlich recht gelegen. (kb)

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