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BVK will hoch hinaus und gerät dabei in die Fänge der Politik

Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) stößt mit ihren Plänen für eine neue Konzernzentrale auf politischen Widerstand in München. Dabei stoßen sich die Volksvertreter weniger an den ambitionierten Hochhausplänen, sondern an der unzureichenden Schaffung von Wohnraum.

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Das alte Siemensgebäude an der Richard-Strauss-Str. 76 in München soll der neuen Zentrale der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) weichen.
 
© BVK

Den Verantwortlichen der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) bläst dieser Tage politischer Gegenwind ins Gesicht. Das liegt daran, dass die vorläufigen Pläne für die neue Konzernzentrale bei einigen Politikern auf wenig Gegenliebe stoßen.

Derzeit arbeiten die rund 1200 Mitarbeiter n der BVK verteilt über mehrere Standorte im Münchener Arabellapark. Da die Zahl der Belegschaft wächst, besteht für die größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe Deutschlands mit einem verwalteten Kapitalanlagevolumen von insgesamt 72 Milliarden Euro (Buchwert) Handlungsbedarf nach einer neuen Zentrale. Diese soll am benachbarten ehemaligen Siemens-Gelände entstehen, das die BVK 2016 für rund 120 Millionen Euro erwarb. Die alten Siemensgebäude sollen geschliffen werden.

Laut dem BVK-Vorstandsvorsitzenden Daniel Just besteht dadurch die Chance zur Standortaufwertung: „Ein Grundstück von dieser Größe und Zentralität in München neu zu bebauen, ist ein seltener Glücksfall. Als nachhaltig agierender Dienstleister wollen wir den neuen Bürostandort nicht nur optimal auf unseren Arbeitsbedarf abstimmen, sondern auch auf den städtebaulichen Kontext.“

Laut einem vorläufigen Plan – der aber noch nicht endgültig ist – soll die neue BVK-Zentrale an der Richard-Strauss-Straße 76 aus drei Bürotürmen bestehen, die 40, 60 und 115 Meter hoch sein sollen. Dass dadurch das in München eigentlich geltende Höhenlimit von 100 Metern pro Gebäude überboten wird, ist kein Problem, da daneben andere Hochhäuser stehen und das Stadtbild nicht gestört wird.

Wohnraum statt Bürotürme
Wie die „Münchener Abendzeitung“ berichtet, irritieren der Bogenhauer Bezirksausschuss weniger die Hochhauspläne, sondern die Nutzung der neuen Zentrale sowie der alten Bürogebäude. Aufgrund der Wohnungsnot in der Isar-Metropole fordert die Politik, dass die BVK in ihren neuen Hochhäusern auch Wohnungen integriert bzw. dass die alten Büros möglichst zu Wohnraum umgebaut werden. Laut der BVK sei das aber wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Aus diesem verständlichen Grund will sich die BVK auf keine festen Zusagen gegenüber der Politik festlegen sondern bekundet nur den Willen, nach dem Auszug aus den alten Büros diese „im Falle der Neuplanung mit einem nennenswerten Wohnanteil zu ergänzen“, wie die „Münchener Abendzeitung“ aus einem Brief des BVK-Vorstandsvorsitzenden vom 9. Juli 2018 an den Bogenhauer Bezirksausschuss zitiert.

Die Regionalpolitik ist mit diesen weichen Zusagen nicht zufrieden und fordert beispielsweise 50 Prozent Mietwohnungen auf den BVK-eigenen Flächen sowie einen Planungsstopp bis zur Zusage.

Architekturwettbewerb geplant
Laut der „Immobilien-Zeitung“ handelt es sich bei den drei geplanten Hochhäusern bis dato nur um Entwürfe aus städtebaulichen Studien. Nach dem Sommer soll ein Architekturwettbewerb beginnen, um Pläne für eine möglichst „perfekte“ BVK-Zentrale zu erhalten. (aa)

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