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Blackout-Risiko: Aufsicht nimmt Profianleger unter die Lupe

Im Rahmen eines „Blackout Maturity Level Assessment“ testete die Aufsicht Pensionskassen, wie gut diese für einen längeren Blackouts vorbereitet sind. Das Ergebnis fällt relativ gut aus. Im nächsten Schritt müssen sich Versicherungen und andere Finanzdienstleister testen lassen.

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© Westlight / stock.adobe.com

Österreichs Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA hat einen eigenen Blackout-Stresstest, das „Blackout Maturity Level Assessment“, entwickelt und bei Pensionskassen das erste Mal durchgeführt. Ziel war und ist es, die Verwundbarkeit von Finanzdienstleistern gegenüber dem Risiko sowie den Folgen eines Blackouts zu evaluieren. Im nächsten Schritt wird dieses neue Aufsichtsinstrument auf Versicherungsunternehmen angewandt und in der Folge dann auf weitere Finanzdienstleister. Darüber informiert die FMA per Aussendung.

Die Risiken steigen
Laut den beiden FMA-Vorstandsmitgliedern Helmut Ettl und Eduard Müller zeigten die aktuellen Entwicklungen – etwa die Folgen des Überfalls Russlands auf die Ukraine, die Zunahme von Cyber-Attacken oder die Turbulenzen auf den Gas- und Erdölmärkten - dramatisch, wie verletzlich und verwundbar unser Energieversorgungssystem sei. 

In der komplexen, global vernetzten digitalen Welt kann ein Energieversorgungs- und insbesondere Stromausfall die Infrastruktur sowie Haushalte und Betriebe für längere Zeit lahmlegen und vor große Herausforderungen stellen; so auch die Finanzmärkte und ihre Dienstleister. "Dementsprechend wichtig ist es, dass sich auch die Anbieter auf diesen Märkten auf ein derartiges Risikoszenario vorbereiten. Mit unserem neuen Aufsichtsinstrument „Blackout Maturity Level Assessment“ sensibilisieren wir die Marktteilnehmer für diese Risiken, schaffen Bewusstsein und treiben die rechtzeitige Vorbereitung auf diese Risiken druckvoll voran", erklären Ettl und Müller.

Streistufiges Blackout Maturity Level Assessment
Das Blackout-Risiko-Assessment der FMA beurteilt den Reifegrad der Maßnahmen in drei Phasen:

  • der Vorbereitung auf einen möglichen Blackout,
  • die Bewältigung und Reaktion bei einem Blackout sowie
  • das Wiederanlaufen und die Wiederherstellung des Betriebes nach einem Blackout.

Relativ gutes Abschneiden der Pensionskassen
Die österreichischen Pensionskassen haben dabei im Assessment über alle drei Phasen hinweg im Großen und Ganzen gut abgeschnitten: 50 Prozent erfüllten dabei die Kriterien der höchsten Reifegradstufe, 38 Prozent jene der mittleren und lediglich 13 Prozent war als niedrig einzustufen.

Die besten Ergebnisse brachten dabei die allgemeinen Vorbereitungen auf einen möglichen Blackout sowie die vorgesehenen Maßnahmen im Falle des Blackouts. Die größten Verbesserungspotenziale wurden für die Phase des Wiederanlaufens und der Wiederherstellung des Normalbetriebes identifiziert.

Was alles in den drei Phasen zu berücksichtigen ist
Für die Phase der „Vorbereitung“ auf einen Blackout wurden die Vorbereitungsmaßnahmen zur Sicherstellung der Fortführung der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur (IKT-Business-Continuity-Policy), die Berücksichtigung in den Notfallplänen, Zusammensetzung und Organisation des Notfallstabes, Risikoanalysen und „Business-Impact“-Analysen, Einbindung externen Know-hows sowie regelmäßige Tests der Notfallpläne analysiert.

Für die Phase der „Bewältigung & Reaktion“ wurden die Kriterien der Auslösung der Notfallpläne, die Zugänglichkeit der Notfallpläne, der Schutz der IKT-Infrastruktur und der Informationssicherheit, die Absicherung der Betriebsgebäude, die Dienstanweisungen und Schulungen der Mitarbeiter sowie die Notstromversorgung bewertet.

Die Phase „Wiederanlaufen & Wiederherstellung“ fokussierte auf den Notbetrieb bis zur Rückkehr zu einer stabilen Funktionsweise sowie das Wiederanlaufen des Normalbetriebes.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Pensionskassen finden Sie im Bericht „Blackout Maturity Level Assessment 2022“ unter diesem Link. (aa)


Umfrage: Wie gut ist Ihre Institution auf einen Blackout vorbereitet?
In unserer aktuellen Online-Umfrage wollen wir von Ihnen wissen, inwieweit Ihre Institution auf einen längeren Stromausfall eingestellt ist.

Die genaue Frage mit insgesamt fünf Antwortmöglichkeiten finden Sie auf der IM-Startseite rechts, oder Sie kommen über diesen Link direkt zur Umfrage.

 

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