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Bericht von der Union Investment-Konferenz + Fotogalerie

Bei der 12. Risikomanagement-Konferenz von Union Investment in Mainz wurden optimistische Börsenausblicke und interessante politische und wirtschaftliche Einblicke gegeben. Fazit: Institutionelle Investoren sollten die Risikoleiter bewusst nach oben steigen.

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© Union Investment

Rund 350 Investoren fanden sich am unlängst zur 12. Risikomanagement-Konferenz von Union Investment in Mainz ein, die deutlichen Börsen-Optimismus verbreitete. Gleich zur Begrüßung erklärte Alexander Schindler, Mitglied des Vorstands bei Union Investment, dass Investoren im aktuellen Zinsumfeld die Risikoleiter bewusst nach oben steigen sollten, um entsprechende Chancen zu nutzen.

Ein Redakteur von "Institutional Money" war bei der Konferenz. Wer noch aller in Mainz gesehen wurde, können Sie einer Fotogalerie entnehmen.

Liquidität im Fokus behalten
Um seinem optimistischen Ausblick Nachdruck zu verleihen, wollte er lieber von „Chancen-Konferenz“ als von „Risikomanagement-Konferenz“ sprechen. Auch wenn sich die Märkte angesichts der vielen radikalen Umbrüche als robust erwiesen haben und z.B. auch Strukturierungen besser geworden sind, mahnte er dazu, auf die Liquidität zu achten. „Die ist wichtig, wenn wir alle aus derselben Tür wieder heraus wollen“, so Schindler.

Auch riet er Investoren dazu, die Nachhaltigkeit der Anlagen im Auge zu behalten. „Denken Sie an die Reputationsrisiken“, gab er den Zuhörern mit auf den Weg. „EBA, EIOPA und sonstige Regulierer werden Ihnen ohnehin bald vorschreiben, dass Sie nachhaltig investieren müssen“, erklärte Schindler.


Veranstaltungshinweis: Union Investment hält am 11. Institutional Money Kongress als Sponsor einen Workshop über die Aussichten von europäischen Aktien im Jahr 2018 und darüber hinaus. Workshopleiter ist Jürgen Hackenberg, Leiter der Abteilung für europäische Aktien bei Union Investment. Interessiert? Dann melden Sie sich HIER zum Workshop an.


BASF setzt Smart Beta Strategien ein
Es folgten Praxisbeispiele von institutionellen Investoren. Dr. Gerhard Ebinger, Vice President Asset Management bei BASF, verwaltet 27 Milliarden Euro, den Großteil davon in Pensionsvermögen. „Wir haben einen starken Fokus auf aktiven quantitativen und Smart-Beta-Strategien“, so Ebinger. Investitionen in Emerging Market Debt ist er nicht abgeneigt, obwohl man hier einen langen Atem brauche. „Aber das passt ja zu uns, als Pensionskasse“, so Ebinger, denn dort lassen sich die Cash Flows gut planen. Die Nachteile marktkapitalisierter Indizes versuche er durch Smart-Beta-Ansätze zu vermeiden, die er aber lieber von guten aktiven Managern als durch passive verwalten lässt.

W&W investiert in Private Debt
Alexander Mayer, Sprecher der Geschäftsführung bei W&W Asset Management, setzt stark auf private Assets wie Immobilien und alternative Investments. „Wir wollen unser Immobilien-Exposure erhöhen und in dieser Assetklasse weiter diversifizieren“, erklärt Versicherungs-Mann Mayer. Für den Immobilien-Bereich steht ihm bereits ein 35-köpfiges Team zur Verfügung, und auch die interne Expertise für alternative Investments möchte er kontinuierlich weiter erhöhen. „Private Equity ist seit Jahren unsere beste Assetklasse“, so Mayer. Um seine Versicherungs-Kunden auch im Bereich Private Debt bedienen zu können, habe W&W Asset Management die AIM-Lizenz beantragt und erhalten. Da aber nicht jeder mit einem mittelständischen Versicherer mit 40 Milliarden Euro Assets under Management spreche, habe er auch einige Club Deals gemacht. Gerade bei Private Debt seien Diversifikation und ein langer Atem wichtig. Letzteres stellt für ihn kein Problem dar, da W&W auch auf der Verpflichtungs-Seite langfristig aufgestellt ist.

VBV setzt Nachhaltigkeits-Themen um
Günther Herndlhofer, Leiter der Veranlagung der VBV Vorsorgekasse in Wien sprach über den Nachhaltigkeits-Ansatz seines Hauses, das die führende Versorgungskasse Österreichs ist. „Wir waren der erste institutionelle Anleger in Österreich, der die UN PRI unterschrieben hat“, so Herndlhofer. Bei diesen „UN Principles for Responsible Investment“ handelt es sich um eine Investoreninitiative in Partnerschaft mit der Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms UNEP, und mittlerweile haben weltweit über 1.200 Investoren diese Prinzipien unterzeichnet. Bei der VBV achte man sehr auf Nachhaltigkeit, sowohl innerhalb des Unternehmens als auch in der Veranlagung. So sei die VBV z.B. auch ausgezeichnet worden als „great place to work“.

Herndlhofer beschrieb, wie man das Thema Nachhaltigkeit in die Anlage integriert hat: „Nach der Analyse des Portfolios und der Definition der eigenen Grundsätze haben wir das Thema in alle unsere Prozesse integriert.“ Am Schluss habe man sich bei der Evaluierung und Zertifizierung einer externen Beurteilung unterzogen, was er auch anderen Investoren rät, um glaubwürdig zu sein. Redaktioneller Hinweis: Günther Herndlhofer stand vor wenigen Monaten "Institutional Money" für ein Exklusivinterview zur Verfügung. Nachzulesen HIER.

Es sollten verstärkt Derivate eingesetzt werden zur Risikosteuerung
Prof. Alexander Szimayer von der Universität Hamburg und Thomas Bossert, der zur Geschäftsführung von Union Investment gehört, stellten eine Studie über das Risikoverhalten der Investoren vor, und inwiefern sie diese Risiken durch Derivate steuern. Nicht erstaunlich ist das Studien-Resultat, dass Investoren die Vermeidung von Verlusten wichtiger ist als das Erzielen hoher Renditen. Unter den internationalen Investoren lag 2017 der Fokus nicht mehr auf Sicherheit, sondern auf Rendite.

Der Mehrheit der Befragten in Deutschland ist Sicherheit wichtiger als Rendite und Liquidität. Um die Portfolio-Risiken in den Griff zu bekommen, werden Derivate eingesetzt. Die überwiegende Mehrheit der deutschen institutionellen Investoren setzen hier Swaps ein (80%), etwas weniger Optionen (62%) und ein geringerer Teil Futures (48%). In der Mehrheit der Fälle geht es bei der Absicherung von Risiken um Zinsänderungsrisiken, gefolgt von Währungs-, Aktien- und Bonitäts-Risiken.

Bossert kam zu dem Schluss, dass die meisten Investoren Derivate lediglich zu Absicherungs-Zwecken einsetzen, dass aber ein noch aktiverer Derivate-Einsatz die Information Ratio um Schnitt um 0,23 Prozent erhöhen könnte – über eine Betrachtungszeitraum von 10 Jahren.

Prof. Thomas J. Sargent, der 2011 zusammen mit Christopher Sims den Wirtschafts-Nobelpreis gewann und heute an der New York University lehrt, berichtete über das gut funktionierende chilenische Altersvorsorge-System, das kapitalgedeckt ist.

Glaubwürdigkeit bei Altersvorsorge-Systemen ist wichtig
Bei kapitalgedeckten Risiken gebe es drei Risiken: a) die Performance des Kapitalstocks, b) Demografie und Zuwanderung, c) politische Nachhaltigkeit. Gerade die politische Nachhaltigkeit hätte viel mit Glaubwürdigkeit zu tun, so Sargent. Politische Nachhaltigkeit definierte er so: „Ein Plan ist dann nachhaltig, wenn es im Interesse künftiger Entscheidungsträger (in einer Demokratie also der Mehrheit) ist, ihn weiterzuführen.“ Bei allen auf die Zukunft ausgerichteten Systemen käme es also sehr auf die Glaubwürdigkeit an, dass sie auch ausgeführt werden.

Kein Wölkchen trübt den Himmel der Märkte
Jens Wilhelm, Vorstandsmitglied bei Union Investment, gab anschließend einen äußerst positiven Ausblick aufs Börsenjahr 2018. Der Wirtschaftszyklus in den USA sei zwar schon sehr reif, aber das Konsumenten-Vertrauen sei nach wie vor hoch, und auch die Investitions-Neigung steige weiter. „Daher mache ich mir um ein Weiterlaufen des wirtschaftlichen Aufschwungs in den USA keine Sorgen“, so Wilhelm. Auch in den Emerging Markets gewinne das Wachstum an Breite, insbesondere in Brasilien und Russland.

In Großbritannien sieht Wilhelm verschiedene Schleifspuren auf Grund des Brexit, beispielsweise seien die Häuserpreise seit dem Brexit-Votum um 7,0 Prozent gefallen. Insgesamt ist er für das kommende Jahr aber optimistisch: „Für 2018 bleiben die Börsen-Ampeln auf Grün. Das weltweit synchrone Wachstum stützt die Kapitalmärkte auch in 2018.“ Bezüglich der Zinsen rechnet er damit, dass das Zinstief zwar hinter uns liegt, das Niveau aber weiterhin niedrig bleibt. „Unter Draghi, d.h. bis 2019, werden wir in der Euro-Zone keine Zinserhöhung sehen“, meint Wilhelm.

Höhere Renditen seien nur weiter oben auf der Risikoleiter zu erwarten, beispielsweise in Emerging Market Bonds in Lokalwährung oder High Yields. „Dies wird auch sichtbar an den gestiegenen Mittelzuflüssen in Emerging-Market-Anleihen.“ Der Haupt-Renditetreiber seien allerdings nach wie vor Aktien, so Wilhelm. „Hier handelt es sich womöglich um einen der unbeliebtesten Bullenmärkte“, merkt er an.

Die Frage, was das größte Risiko für 2018 sei, beantwortete er sich gleich selbst: „Das größte Risiko ist, dass es derzeit keinen Grund gibt, bearish zu sein.“ (ad)

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