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Blackouts: Behörden arbeiten an Notfallplänen

Im Zuge der Energiekrise ist die Gefahr länger andauernder Stromausfälle gestiegen. Diese betreffen auch Finanzdienstleister und das Finanzsystem. Um die Versorgung mit Bargeld aufrechtzuerhalten, arbeiten Behörden offenbar an Notfallplänen.

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© javidestock / stock.adobe.com

Die Finanzbehörden in Deutschland arbeiten an Notfallplänen für die Bargeldversorgung, falls in der Gaskrise für längere Zeit der Strom ausfällt. Die Bundesbank, die Finanzaufsichtsbehörde Bafin und mehrere Branchenverbände verstärkten ihre Vorbereitungen für einen solchen Fall, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen.

So werde der Aufbau der Bargeldbestände bei der Bundesbank und eine mögliche Begrenzung der Summen, die Kunden von ihren Konten abheben könnten, angedacht. Die Banken und die Aufsichtsbehörden prüften außerdem mögliche Schwachstellen bei der Bargeldverteilung. 

Bargeld als einziges Zahlungsmittel
Die Pläne sind keine theoretischen Gedankenspiele, die die öffentliche Hand aus Zeitvertreib macht. Bei einem Stromausfall wären elektronische Zahlungssysteme und Bankautomaten außer Betrieb. "Im Fall eines Blackouts wird Bargeld das einzige offizielle Zahlungsmittel sein, was noch funktioniert", zitiert die Wirtschaftszeitung Thomas Leitert, Vorstandschef der Firma Komre, die Städte bei der Vorbereitung von Stromausfällen und anderen Katastrophen berät.

Eine Achillesferse im Krisenfall sind aus Sicht von Insidern die Geldtransportdienstleister, die das Bargeld von der Bundesbank zu den Bankfilialen und Geldautomaten bringen. Die Branche, zu der Firmen wie Brink's und Loomis gehören, fordert, dass sie in einem Krisenfall als Teil der kritischen Infrastruktur bewertet wird und vorrangigen Zugang zu Treibstoff und Telekommunikationsdienstleistungen bekommt. Sonst sei man im Falle eines längeren Stromausfalls nicht in der Lage, Bargeld auszuliefern.

Rechenzentren "kritische Infrastruktur"
Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hält einen Blackout zwar für unwahrscheinlich, wie der Branchenverband auf Anfrage der Nachrichtenagentur "Reuters" mitteilte. Man sei zu diesem Thema aber im Austausch mit den Behörden, um in einer Notlage die Finanzdienstleistungen am Laufen halten zu können. Auch die DK setzt sich dafür ein, dass Rechenzentren, Bargeldversorgung und Zahlungsverkehr zur kritischen Infrastruktur gezählt werden. (jb)


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