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BayernLB-Treasury über die weitere Home-Office-Strategie

Derzeit ist beim Group Treasury der BayernLB die Heimarbeits-Quote mit 75 bis 80 Prozent noch sehr hoch. Diese könnte aber nach Abflauen der Pandemie zurückgehen. Das liegt auch an den Anforderungen der Aufsichtsbehörden.

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© Photographee.eu / stock.adobe.com

Bei deutschen Banken laufen Überlegungen, wie es mit dem Homeoffice nach der Pandemie weitergehen soll. Viele Institute haben zwar einen langfristig flexibleren Umgang mit der Heimarbeit signalisiert, doch längst nicht in allen Abteilungen lässt sich das ähnlich gut umsetzen. Josef Gruber, Bereichsleiter Group Treasury bei der BayernLB, sieht in seinem Team eine hohe Homeoffice-Quote wie zuletzt auf Dauer kaum als machbar an. Er rechnet damit, dass nach dem Abklingen der Coronakrise ein Großteil der Kollegen in die Büros der Bank zurückkehren wird. Das habe viele Gründe, nicht zuletzt regulatorische. “Irgendwann wird die Aufsicht voraussichtlich vorsehen, dass der Handel wieder in der Bank stattfindet”, sagte Gruber in einem Interview mit Bloomberg. Angesichts der Pandemie hatte die Bafin die Regeln etwas gelockert und etwa den Weg für Handelsgeschäfte auch aus dem Homeoffice freigemacht.

Weiterentwicklung stockt
Zudem bestehe bei einer dauerhaft hohen Homeoffice-Quote die Gefahr, dass sich das Team nicht weiterentwickelt. “Denn Innovationen und Veränderungen bleiben so auf der Strecke, da man diese in einer solchen Situation nicht optimal voranbringen kann”, sagte Gruber. Auch Wettbewerbsvorteile würden eine Rolle spielen: “Gerade im Handel können es viele junge Kollegen nicht erwarten, wieder in den Handelsraum zurückzukehren”.

Ähnlich wie Gruber hatte sich im vergangenen Monat auch Ulrich Walter geäußert, Bereichsleiter des Handels bei der DZ Bank. Auch wenn technisch fast alles umgesetzt werden könne, sei der persönliche Austausch weiterhin wichtig und nur schwer zu ersetzen, so Walter. Daher werde der Handel nach der Krise zum großen Teil wieder aus den Handelsräumen erfolgen, erklärte er in einem Beitrag, der im Intranet der Bank veröffentlicht wurde.

Homeoffice zu 80 Prozent
Gruber wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass die Einarbeitung neuer Kollegen bei überwiegender Heimarbeit ein Problem sein kann. “Wenn fast alle im Homeoffice sind, ist der Einstieg für Mitarbeiter oder Trainees schwierig, die neu ins Team oder die Bank kommen.”

Das Group Treasury der BayernLB kümmert sich um Liquiditäts-, Währungs- und Zinsmanagement der Bank. Seit dem April des vergangenen Jahres sind hier alle durchgängig zu 75 bis 80 Prozent im Homeoffice. Auf kurze Sicht dürfte sich daran zum Schutz der Mitarbeiter jedoch noch nichts ändern.

“Weil alles technisch so gut funktioniert, haben wir nicht vor, die Büro-Quote binnen kurzer Zeit deutlich zu erhöhen”, erkläre Gruber. “Es kann sein, dass wir bis September oder Oktober weiter mit einer Homeoffice-Quote von 75 bis 80 Prozent arbeiten.”

Nach dem Höhepunkt der Coronakrise dürfte dieser Wert seinen Worten zufolge auf 20 bis 30 Prozent absinken, was immer noch mehr ist als die maximal zehn Prozent vor der Pandemie.

“Die Kollegen, die Homeoffice künftig nutzen, werden wahrscheinlich rotieren und sich um Aufgaben kümmern, die nicht handelsnah sind”, sagte Gruber. Jeder werde die Möglichkeit bekommen, bei Bedarf hin und wieder von daheim zu arbeiten. Auch er weiß: “Kollegen schätzen die Flexibilität, das Homeoffice nutzen zu können.” (aa)

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