Banken-Tarifrunde: Beim Thema KI verhärten sich die Fronten
Die Tarifrunde im privaten Bankgewerbe beginnt mit deutlichen Differenzen: Der DBV fordert 9,5 Prozent mehr Gehalt und Entlastungstage beim KI-Einsatz. Die Arbeitgeber halten beides für kontraproduktiv.

Eckpunkte:
- Die hohen Forderungen der Arbeitnehmerseite werden von den Arbeitgebern nicht goutiert
- Der Arbeitgeberverband der privaten Banken verweist auf die schwierige Lage in Deutschland
Die Arbeitgeber aus dem privaten Bankgewerbe halten die Gehaltsforderungen des Deutschen Bankangestellten-Verbands (DBV) für zu hoch und haben auch die Idee von KI-Entlastungstagen zurückgewiesen.
Der DBV geht mit einer Forderung von 9,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 24 Monaten in die Tarifrunde 2026 für das private Bankgewerbe. Die Gewerkschaft verweist dabei auch auf die Milliardengewinne von Deutscher Bank und Commerzbank.
Arbeitgeber fordern Kostendisziplin
"Die Gehaltsforderung des DBV ist deutlich zu hoch. Wir erleben Zeiten höchster politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit, die Zahl der Unternehmensinsolvenzen hat den höchsten Stand seit über zehn Jahren erreicht", erklärte Carsten Rogge-Strang, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands der privaten Banken, gegenüber "Bloomberg". Parallel würden die privaten Banken angesichts fortschreitender Konsolidierung und Rationalisierung – auch durch den Einsatz von KI – vor einem weiteren erheblichen Personalabbau stehen. "In dieser tiefgreifenden Transformationsphase ist Kostendisziplin das oberste Gebot."
DBV fordert Entlastungstage bei KI-Einsatz
Der DBV fordert zudem, auf betrieblicher Ebene "Entlastungstage" für Bereiche zu vereinbaren, welche von der Einführung von KI und automatisierten Arbeitsmodellen betroffen sind. Der Ansatz verstehe zusätzliche freie Zeit als Wertschöpfungsausgleich. Wenn Technologie bisherige Routinevorgänge ablöse und die Produktivität erhöhe, müsse ein Teil dieses Gewinns auch bei den Beschäftigten ankommen.
Automatisierung verändere den Arbeitsmix. Standardfälle würden häufiger technisch erledigt, während bei Beschäftigten überproportional Ausnahmefälle, Beschwerden und Kontrollaufgaben verbleiben würden, so der DBV.
Arbeitgeber warnen vor höherem Kostendruck
"Es passt nicht zusammen, durch Entlastungstage eine weitere Verteuerung der Arbeit zu fordern, während sie an anderer Stelle durch Automatisierung wegfällt. Das würde nur den Kostendruck erhöhen und ginge zulasten weiterer Arbeitsplätze", sagte Rogge-Strang.
Repräsentative Befragungen von Beschäftigten würden zeigen, dass eine große Mehrheit im privaten Bankgewerbe, die mit KI arbeite, dies als Aufwertung und Unterstützung ihrer Tätigkeit verstehe. "Für die Behauptung, KI-Unterstützung erschwere den Arbeitsalltag, gibt es keinerlei Belege." (mb/Bloomberg)


