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Asset Owner: Neuer Rekord bei Assets, neue globale Nummer eins

Eine aktuelle Analyse des Thinking Ahead Institute der weltweit 100 größten Asset Owner zeigt, wie viele Gelder diese jeweils und in Summe verwalten und welche Adresse der größte institutionelle Investor der Welt ist. Zum beobachteten Stichtag kam es zu einem Wechsel an der Spitze.

Nikolaus Schmidt-Narischkin, Vorsitzender der Geschäftsführung von Willis Towers Watson Investments in Deutschland
Nikolaus Schmidt-Narischkin, Vorsitzender der Geschäftsführung von Willis Towers Watson Investments in Deutschland© WTW

Das von WTW gegründete Thinking Ahead Institute, ein globales Forschungsnetzwerk für Investmentinnovation, hat vor kurzem eine aktuelle Analyse der weltweit 100 größten Asset Owner („AO100“) veröffentlicht. Die Studie zeigt: Norwegens Norges Bank Investment Management (NBIM) ist erstmals der größte Asset Owner der Welt. Mit einem verwalteten Vermögen von 1,7 Billionen US-Dollar überholt der norwegische Staatsfonds den bisherigen Langzeit-Spitzenreiter, den japanischen Government Pension Investment Fund (GPIF), der aktuell 1,6 Billionen US-Dollar verwaltet. Damit ist der norwegische Staatsfonds nicht nur im Ranking der Pensionskassen (Institutional Money berichtete im September), sondern auch im Ranking der Asset Owner die neue Nummer eins.

Das Gesamtvermögen der AO100 erreichte zum Jahresende 2024 einen neuen Rekordwert von 29,3 Billionen US-Dollar, das ist ein Plus von 11,3 Prozent gegenüber 2023 und eine weitere deutliche Erholung der globalen Asset-Owner-Landschaft.

„Die Ergebnisse des Thinking Ahead Institute zeigen eine Branche im tiefgreifenden Wandel. Die größten Asset Owner weltweit gewinnen weiter an Einfluss und mit ihnen wachsen die Anforderungen an Governance, Transparenz und langfristiges Risikomanagement“, erklärte Nikolaus Schmidt-Narischkin, Vorsitzender der Geschäftsführung von Willis Towers Watson Investments anlässlich der Studienveröffentlichung. „Die zunehmende Bedeutung von Staatsfonds verändert die Dynamik der globalen Kapitalmärkte und stellt traditionelle Institutionen wie Pensionsfonds vor neue Herausforderungen.“

Pensionsfonds verlieren Anteil – Staatsfonds wachsen überproportional
Die Analyse zeigt eine deutliche Verschiebung in der Struktur der globalen Asset Owner. Pensionsfonds verzeichneten 2024 nur ein moderates Wachstum von 6,5 Prozent und liegen damit deutlich hinter anderen Gruppen zurück. Ihr Anteil am gesamten AO100-Vermögen sank erstmals unter die Marke von 50 Prozent – auf 49 Prozent.

Staatsfonds hingegen wuchsen überdurchschnittlich um 16,7 Prozent und machen inzwischen 40,8 Prozent der gesamten AO100-Assets aus. Besonders stark ist ihr Einfluss in der EMEA-Region, wo sie rund 73 Prozent der Vermögensvolumen stellen.

Damit spielen Staatsfonds eine wachsende Rolle in strategischen Kapitalmärkten, für Infrastrukturinvestitionen und in geopolitischen Transformationsprozessen.

In Nordamerika dominieren weiterhin Pensionsfonds, die dort 70 Prozent der regionalen Assets verwalten. In der Asien-Pazifik-Region liegt ihr Anteil bei 52 Prozent.

Ein durchschnittlicher Staatsfonds verfügt inzwischen über Vermögen von 543 Milliarden US-Dollar und liegt damit deutlich über dem Gesamtdurchschnitt von 293 Milliarden US-Dollar.

Steigende Bedeutung institutioneller Cluster
Die AO100-Studie identifiziert zudem fünf globale Asset-Owner-Cluster – darunter große Pensionsfonds in den USA („American Public Funds 7“), Kanada („Maple 8“), Europa („Euro 9“) sowie stark wachsende Fondsgruppen aus dem Golfraum („Gulf 5“) und Australien („Australian Super 6“). Diese Cluster verwalten gemeinsam rund 13 Billionen US-Dollar und prägen zunehmend Standards in Governance, Nachhaltigkeit und langfristiger Kapitalallokation.

Diese Gruppen verbindet ein starker integrierter, holistischer Ansatz in der Portfoliosteuerung. Viele von ihnen setzen verstärkt auf das Total Portfolio Approach (TPA)-Modell, das Risiken, Allokationen und Verantwortlichkeiten übergreifend steuert und so strategische Entscheidungen auf Gesamtportfolio-Ebene erleichtert.

„Die größten Asset Owner agieren heute in hochkomplexen Märkten, die sich durch geopolitische Unsicherheiten, veränderte Realzinsstrukturen und neue systemische Risiken auszeichnen“, erklärt Schmidt-Narischkin. „Ein integrierter Steuerungsansatz wie der Total Portfolio Approach gewinnt deshalb massiv an Bedeutung. Er fördert Transparenz, stärkt Resilienz und verbessert die Fähigkeit, langfristige Wertschöpfung sicherzustellen.“ (aa)

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